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Eishockey DEL - Die vier besten Neulinge


Nach 15 Spieltagen ist es an der Zeit, die ersten Beurteilungen über die Neuzugänge abzugeben. Wir stellen die vier Spieler vor, die uns bis jetzt am meisten überzeugen konnten.

Die DEL-Saison hat nach 15 Spieltagen Fahrt aufgenommen und viele der zahlreichen Neuzugänge haben sich mittlerweile bei ihren Mannschaften zurechtgefunden. Wir haben die Leistungen der Liga-Neulinge unter die Lupe genommen und stellen das Quartett vor, das bisher den besten Eindruck hinterlassen hat.

Jared Ross (ERC Ingolstadt): Wendiger Spielmacher mit Defensivqualitäten
15 Spiele - 6 Tore, 8 Vorlagen

Klein, wendig und verdammt flink: Jared Ross ist ein Spieler, der schnell ins Auge fällt. Doch nicht nur aufgrund seiner bestechenden Beweglichkeit nimmt der 29-Jährige eine Schlüsselrolle im Angriff des ERC Ingolstadt ein. Der bullystarke Mittelstürmer (Quote: 52 Prozent) kann alles: Spielmacher (acht Vorlagen), Torjäger (sechs Tore) und Defensivstürmer (Plus sechs). "Die Liga ist verdammt stark, hier musst du immer Top-Leistung abliefern", sagt Ross.

Und das gelingt dem Amerikaner immer öfter. Die leichten Startschwierigkeiten hat er hinter sich gelassen und führt mit nunmehr 14 Punkten aus 15 Spielen die mannschaftsinterne Scorerliste des Tabellenvierten an. Bei den Fans ist er auf dem besten Wege zum Publikumsliebling.

Die Hoffnungen, die Manager Jim Boni und Trainer Rich Chernomaz in den stürmenden Allrounder gesetzt haben, scheinen sich schon früh zu bestätigen. Da die beiden Verantwortlichen bereits vor Saisonbeginn von Ross‘ Qualitäten überzeugten waren, spendierten sie dem aus Chicago (AHL) nach Bayern Gewechselten einen Zwei-Jahres-Vertrag. Für einen Neuzugänge aus Übersee durchaus unüblich. Doch Ross‘ Leistung in Nordamerika überzeugten. Einzig sein für einen Eishockeyspieler schmächtiger Körperbau (1,75 m bei 75 kg) machte eine längere NHL-Karriere (21 Spiele und ein Tor für die Philadelphia Flyers) zunichte. Die Ingolstädter freut’s. Boni: "Jared ist so talentiert, offensiv- und defensivstark – wir werden noch viel Freude an ihm haben."

Serge Aubin (Hamburg Freezers): Ein Führungsspieler, wie man ihn sich wünscht
15 Spiele – 3 Tore, 13 Vorlagen

Die Hamburg Freezers auf Höhenflug und er ist der Kopf der Mannschaft: Serge Aubin. Der Mittelstürmer ist eine Führungsfigur par excellence und mit 16 Punkten aus 15 Spielen auch noch Top-Scorer der DEL – mehr geht nicht. Das sieht auch in Hamburg mittlerweile jeder so. Die Skeptiker, die den 36-Jährigen vor der Saison wegen seines Alters schon als Fehleinkauf verunglimpften, waren schnell ruhig gestellt. Der Neuzugang aus der Schweiz besticht durch seinen unermüdlichen Einsatz und ein riesiges Offensivtalent. "Er ist schlichtweg überragend", sagt Kollege Christoph Schubert.

In der Mannschaft genießt der Franko-Kanadier allergrößtes Ansehen. Selbst sein sonst mit Lob zurückhaltender Trainer Benoit Laporte spricht in den höchsten Tönen: "Jeder kann sich ein Vorbild an ihm nehmen, er ist ein Führungsspieler, wie man ihn sich wünscht." Geschäftsführer Pfad lies unlängst durchblicken: "Serge ist mein Favorit", und auch die Hamburger Anhänger Schwärmen vom 396-maligen NHL-Spieler (Atlanta, Colorado, Columbus), der mit seiner Erfahrung ein wichtiges Bindeglied im Team ist. Aubin selber freut sich, dass es bei seinem neuen Klub so gut läuft und kündigte an: "Vom Aufhören bin ich noch lange entfernt."

Yanick Lehoux (Adler Mannheim): Allen Vorschusslorbeeren gerecht geworden
15 Spiele – 8 Tore, 5 Vorlagen

Der Druck auf Yanick Lehoux war immens. Der 29 Jahre alte Neuzugang der Mannheimer Adler galt als der Stareinkauf des Spitzenreiters und sollte als Torjäger für Furore sorgen. "Mich lässt dieser Druck kalt", sagt der Kanadier vor der Saison. In den 15 Saisonspielen präsentierte er sich ebenso kalt vor dem gegnerischen Gehäuse. Mit acht Treffern belegt er Rang zwei der Torjägerliste. Mission Erfolgsgarant bisher bestens erfüllt. Sein großartiger Schuss hat schon manchem DEL-Goalie zu schaffen gemacht.

Zudem passte sich Lehoux bestens ins diese Saison so harmonische Team-Gefüge des Rekordmeisters ein. Wenn es sein musste, erfüllte er auch den Job als Center der vierten Reihe ohne zu Murren. "Ich freue mich über die Verantwortung, die ich hier übernehmen darf."

In der Vergangenheit galt Lehoux als Spieler, der gerne einmal seine Defensivaufgaben vernachlässigt und von Zeit zu Zeit das Wohl der Mannschaft aus den Augen verliert.

Von diesen Allüren, die eher zur Mannheimer Spielergeneration der vergangenen Jahre gepasst hätten, war bisher nichts zu sehen. Geht es nach Lehoux, hat er im Südwesten der Republik sein neues Zuhause gefunden. "Ich würde gerne länger bleiben", lässt er durchblicken. Lehoux kam aus Schweden (Södertälje) nach Mannheim und lief in den vergangenen sechs Spielzeiten für neun unterschiedliche Teams auf, darunter auch NHL-Klub Phoenix (10 Spiele, zwei Tore). Nun sehnt sich der Mittelstürmer nach Konstanz im Leben. Sportdirektor Teal Fowler: "Wenn er so weitermacht, hätten wir nichts dagegen, ihn längerfristig zu behalten."

Tyler Weiman (Augsburger Panther): Mehr als ein Endras-Ersatz?
14 Spiele – 2,11 Gegentore im Schnitt, 94,1 Prozent Fangquote

Als es um die Nachfolge von Nationaltorhüter Dennis Endras ging, bewiesen die Verantwortlichen der Augsburger Panther ein glückliches Händchen. Mit Tyler Weiman (ein NHL-Spiel) verpflichtete der AEV einen hierzulande gänzlich unbekannten Torhüter. Doch der 27-Jährige zahlte das in ihn gesetzte Vertrauen bereits zurück, die anfängliche Skepsis im Augsburger Umfeld war schnell abgelegt. Mit über 94 Prozent Fangquote führt er die Rangliste der DEL-Goalies an. Nicht nur statistisch glänzt der Tormann, seine überragenden Leistungen lassen die Herzen der Augsburger Fans hören schlagen und haben seinen Vorgänger mittlerweile fast vergessen gemacht. Weiman, der aus der AHL den Weg nach Bayern fand, ist mit einem Dennis Endras mindestens auf Augenhöhe.

In Augsburg träumen sie wieder von der Endrunde, Weiman hat einen großen Anteil daran. Der wendige Schlussmann rettete den Panthern schon den einen oder anderen Punkt. "Wir sind froh ihn zu haben", sagt sein Trainer Larry Mitchell. "Er hat mit seiner Schnelligkeit eine Qualität, die in der DEL besonders wichtig ist."

Schon jetzt ist die Konkurrenz aufmerksam geworden und den Augsburgern (mit 3,3 Millionen geringster Etat der Liga) dämmert bereits, dass es schwer wird ihren Top-Mann in der Fuggerstadt zu halten. Zunächst gilt die Konzentration jedoch der Gegenwart. Nach der verkorksten Vorsaison macht der Vizemeister von 2010 den Eindruck, als wäre er im Kampf um die Playoff-Plätze wieder konkurrenzfähig. Auf der Torhüterposition ist er dies allemal.

Daniel Pietzker

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