HOME

EISHOCKEY: Russlands Top-Scorer ist ein halber Deutscher

Als Sascha Holz spielte er in der süddeutschen Regionalliga, bei der WM geht er als Alexander Golts für die Russen auf Tore-Jagd.

Als Sascha Holz spielte er in der süddeutschen Regionalliga, bei der WM geht er als Alexander Golts für die Russen auf Tore-Jagd. Der beste Torschütze des Eishockey-Rekordweltmeisters ist ein halber Deutscher. »Aber ich bin in Russland aufgewachsen und fühle mich als Russe«, sagt der Linksaußen, der vor 29 Jahren in Tscheljabinsk als Sohn eines deutschen Vaters und einer russischen Mutter geboren wurde. Vor dem Zwischenrunden-Spiel gegen Deutschland am Dienstag schlagen bei dem WM-Debütanten, der in der Saison 1999/2000 beim EV Füssen spielte, keine zwei Herzen in seiner Brust: »Ich spiele für Russland und ich hoffe, wir kommen ins Endspiel.«

Debakel St. Petersburg

Große Hoffnungen auf den Spieler mit der Nummer 22 setzt auch Russlands Chefcoach Boris Michailow. Für den bisher eher schläfrigen »russischen Bären« geht es um viel. Schließlich will man nicht wieder ein ähnliches Debakel erlebt wie bei der Heim-WM im Vorjahr in St. Petersburg. Dort scheiterten die einst als »unschlagbar« geltenden Eis-Artisten kläglich in der Zwischenrunde.

Aleksandr Golc, wie auf dem Trikot steht, kam als bester Torschütze der russischen Superliga nach Deutschland. Mit 33 Treffern schoss er seinen Club Metallurg Magnitogorsk zum Meistertitel, unterstützt von seinem engsten Freund Andrej Razin und Ravil Gusmanow.

Das Sturm-Trio ist auch in Hannover Russlands stärkste Waffe. Gusmanow ist mit sechs Punkten erfolgreichster Scorer im Michailow-Team vor Razin und Golts.

Telefonverbindung

Wenn Golts nicht auf dem Eis der Preussag-Arena steht, führt sein erster Weg direkt zum nächsten Münzfernsprecher. Von dort telefoniert er mit Ehefrau Olga, Sohn Schenja sowie Vater Lew und Mutter Galina im fernen Tscheljabinsk, aber auch mit den Verwandten, die vor acht Jahren nach Deutschland aussiedelten. Sein Onkel lebt in Andernach am Rhein und arbeitet dort auf einer Autofähre, die Tante »weit weg von Hannover.« Zu den Spielen können sie wohl kaum kommen. »Aber vielleicht schafft es der Onkel, wenn wir im Viertelfinale in Köln spielen« sagt Golts, der schon in der Saison 1996/67 Station ein Gastspiel in Füssen gab.

Wissenscommunity