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Eisschnelllauf-Comeback: Claudia Pechstein schockt die Eislaufwelt

Claudia Pechstein hat ein fantastisches Weltcup-Comeback nach zweijähriger Sperre gefeiert. In Salt Lake City schaffte sie mit einer Fabelzeit auf Anhieb die Qualifikation für die Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften in Inzell.

Ausgepowert stützte sie die Hände auf die Knie, doch dann hob sie den rechten Arm und winkte ihrem Freund Matthias Große zu: Claudia Pechstein hat bei ihrem Weltcup-Comeback nach zweijähriger Sperre für einen Paukenschlag gesorgt. In der Top-Zeit von 6:51,62 Minuten schaffte sie in Salt Lake City in der B-Gruppe auf Anhieb die Qualifikation für die Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften in Inzell. Damit deklassierte sie die Konkurrentinnen um rund zehn Sekunden und darf als Siegerin der B-Gruppe nun auch beim Weltcup-Finale in zwei Wochen in Heerenveen über 3000 Meter starten.

"Ein schönes Rennen. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich so superschnell bin", meinte Pechstein strahlend und konnte sich Spitzen in Richtung niederländischer Konkurrenz nicht verkneifen. "Ich glaube, dass die Holländer jetzt einige Zeit den Mund nicht mehr zubekommen werden", meinte sie bissig, nachdem sie vor allem von TVM-Trainer Bart Veldkamp heftig angefeindet worden war.

Und in Richtung und Weltverband ISU sagte sie triumphierend: "Die sehen ja die Zeit, mehr muss ich nicht sagen. Ich kümmere mich um mich selbst und gebe die Antworten auf dem Eis." Es war die zweitschnellste Zeit der Saison nach der Erfurterin Stephanie Beckert, die in der Vorwoche bei ihrem Streckensieg bei der Mehrkampf-WM in Calgary 2,11 Sekunden schneller war.

"Das ist unglaublich, einfach unvorstellbar. Das war eine Antwort, die die gesamte Eislaufwelt verblüfft", sagte Pechsteins-Manager Ralf Grengel nachdem er sich damit Pechsteins Lebensgefährten Matthias Große an der Bande in die Arme gefallen war. "Jeder, der gedacht hatte, das Comeback ist nicht ernst gemeint, wurde nun eines Besseren belehrt", fügte er hinzu. Große gab zu: "Von 6:53 hatten wir geträumt. Das ist jetzt kaum zu glauben."

"Das war sportlich die richtige Antwort"

Am Ort ihrer beiden Olympia-Triumphe vor neun Jahren legte Pechstein los wie die Feuerwehr und hatte nach 3800 Metern die beim Quartett-Start 200 Meter vor ihr laufende Niederländerin Yvonne Nauta bereits eingeholt. Große und Grengel feuerten sie von der Bande aus lautstark an.

"Das war die sportlich richtige Antwort", meinte auch Teamchef Helge Jasch mit Blick auf alle Kritiker, die Pechsteins Auftritt mit soviel Skepsis begegnet waren. "Im Training hatte sich ihre Topform angedeutet", verriet er. "Aber diese Leistung muss man im Wettkampf erstmal auf das Eis bringen."

Vor der A-Gruppe mit den besten zwölf Läuferinnen des Weltcup-Klassements am Abend schob sich Pechstein zwischenzeitlich auf Platz 1 des Zeit-Rankings, über das die schnellsten acht Läuferinnen der Saison die WM-Tickets buchen.

Außerdem sind die ersten Acht der Weltcup-Gesamtwertung für 5000 Meter bei der WM im März in Inzell qualifiziert. Am Samstag startet Pechstein nun auch über 1500 Meter in der B-Gruppe. "Wenn meine Oberschenkel-Blessur mich nicht daran hindert", fügte Pechstein hinzu.

kbe/DPA

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