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Golf: Europa schafft Ryder-Cup-Hattrick

Schon nach der Hälfte der Spiele ist klar: Das europäische Team hat zum dritten Mal in Folge den Ryder Cup gegen die USA gewonnen. Geschickter Taktik sei Dank.

Mit brillanter Teamarbeit und taktischem Geschick haben Europas Golfprofis zum achten Mal seit 1979 den Ryder Cup gegen Amerika gewonnen. Die Auswahl von Kapitän Ian Woosnam lag nach 6 von 12 abschließenden Einzeln am Sonntag im The K Club bei Dublin bereits mit 14:8 vorn. Dem Titelverteidiger genügte zum Sieges-Hattrick schon ein Remis, um die Trophäe aus purem Gold zu verteidigen. Herausforderer USA mit Kapitän Tom Lehman hätte unbedingt gewinnen müssen. Der entscheidende Putt gelang dem Engländer Luke Donald im Match gegen Chad Campbell zum Par auf dem 17. Grün.

Europas Auswahl hatte vor zwei Jahren unter Kapitän Bernhard Langer mit dem Rekordergebnis von 18,5:9,5 den prestigeträchtigen Kontinental-Wettbewerb für sich entschieden.

Woge der Begeisterung

Getragen von einer Woge der Begeisterung von mehr als 140 000 Menschen an drei Wettkampftagen war Europas Team angetreten, das Erbe von Langer zu verwalten, der zur gleichen Zeit in USA um die Sicherung seiner Tourkarte für die Saison 2007 in Amerika bemüht war. Die USA hatte sich nach der souveränen 10:6-Führung Europas aus 16 Vierer-Wettbewerben trotz des Rückstands gerade in den Einzeln viel ausgerechnet, um die Siegesserie der Gastgeber seit dem 15,5:12,5 VOR vier Jahren im englischen Birmingham zu verhindern.

Der Waliser Woosnam hatte Colin Montgomerie als erfahrendsten und besten Punktesammler (23,5 Zähler/35 Matches) im Team Europa für das Spitzen-Einzel gegen David Toms gesetzt. Der 43-jährige Schotte geizte nicht mit seiner Spielkunst und setzte den 39-jährigen einmaligen Major-Sieger Toms mit 1 auf matt.

Woods konnte einiges gut machen

Das war ein erster Rückschlag für die USA, die in den ersten Drei der Weltrangliste, Tiger Woods, Phil Mickelson und Jim Furyk, auf dem Papier die bessere Qualität hatte. Zumindest Superstar Woods machte nach je zwei Vierer-Siegen und -Niederlagen mit dem 3 und 2 gegen den Schweden Robert Karlsson einen Punkt gut.

Der 48-jährige Woosnam erhoffte sich Signalwirkung vom ersten Einzelsieg Montgomeries, erhielt aber gleich einen Dämpfer. Der hoch eingeschätzte Weltranglisten-Achte Sergio Garcia verlor das zweite Match überraschend hoch mit 4 und 3 gegen Stewart Cink. Garcia hatte als einziger der 24 Spieler alle vier Vierer mit seiner Beteiligung gewonnen und war damit schon vor dem Finale bester Punktesammler aller Konkurrenten.

Dafür machte Lochspiel-Weltmeister Paul Casey aus England ähnlich kurzen Prozess mit dem Weltranglisten-Zweiten Jim Furyk und schickte den mehrfachen Major-Sieger als Verlierer vom Platz. Der Engländer David Howell holte mit dem 5 und 4 gegen Brett Wetterich den dritten Punkt, ehe Donald triumphierend die Faust zum Sieg in die Luft stieß. Als der Nordire Darren Clarke (3 und 2 gegen Zach Johnson) und der Schwede Hendrik Stenson (4 und 3 gegen Vaughn Taylor) die weiteren Einzelsiege feierten, war der Jubel grenzenlos.

Rainer Fülscher/DPA / DPA

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