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Golf Sergio Garcia gewinnt zweites Turnier in Serie


Erst Wunderkind, dann Sorgenkind und nun die Wiederauferstehung – Sergio Garcia hat mit gerade einmal 31 Jahren schon viel erlebt. Nach seinem rekordverdächtigen Sieg in der letzten Woche feierte er beim Andalucia Masters den nächsten Titelgewinn.

Sergio Garcia ist zurück, und wie! Drei Jahre lang kämpfte er mit sich, dem Material und seinem Spiel und drohte in der Versenkung zu verschwinden, nun hat er die Kurve offenbar gekriegt und schickt sich an, ein neues erfolgreiches Kapitel in seiner Karriere zu schreiben.

Mit dem Sieg beim Andalucia Masters feierte er bereits den zweiten Erfolg hintereinander, nachdem er in der letzten Woche das Castello Masters mit elf Schlägen Vorsprung für sich entschieden hatte.

Da mag noch so mancher gedacht haben, dass der Erfolg in seinem Heimatclub, in dem er schon als 12-Jähriger die Vereinsmeisterschaft gewonnen hatte, keine wirkliche Aussagekraft hat, schließlich war es bei der vierten Austragung seiner zweiter Triumph, einmal war er Vierter geworden.

Die Nachhaltigkeit seines Aufwärtstrends stellte er nun eindrucksvoll beim Andalucia Masters gegen starke Konkurrenz unter Beweis. Auf dem schweren Platz in Valderrama setzte er sich bei teilweise ganz schweren äußeren Bedingungen mit Wind und Nässe am Ende vor Miguel Angel Jimenez und Richie Ramsay durch. Martin Kaymer beendete das Turnier auf Rang 23, Marcel Siem wurde 39.

Ein ganz spezieller Sieg 

"Das ist ein sehr, sehr spezieller Sieg. Ausgerechnet Valderrama, wo ich eine so lange Geschichte habe, die bis heute nicht wirklich positiv war", freute sich der Sieger bei europeantour.com. Mit einer 71er Schlussrunde verteidigte Garcia mit insgesamt sechs Schläge unter Par seine Führung vor Jimenez, der einen Schlag Rückstand hatte. Ein Selbstgänger war das nichts, denn nach zwei Bogeys auf den ersten neun Löchern hatte Garcia die Spitzenposition zwischenzeitlich verloren.

"Ich bin sprachlos, das waren zwei unglaubliche Wochen. Miguel hat unglaublich hart gekämpft. Ich war nicht ganz so gut, wie die letzten Tage, bin dann aber doch noch durchgekommen", schilderte er nach der Schlussrunde.

Damit qualifizierte sich Garcia auch für das WGC HSBC Champions in der kommenden Woche in Shanghai. Die Golf-Welt wird sich über das Comeback des einst gefeierten Wunderkindes freuen. In Zeiten, in denen durch die Krise von Tiger Woods neue oder alte Helden gesucht werden, ist ein wiedererstarkter Sergio Garcia ein Segen für die Szene.


Eine wechselvolle Geschichte 

Emotional, aggressiv, selbstbewusst und ehrgeizig platzte der Spanier Ende des letzten Jahrtausends in die Weltspitze und galt mit 19 Jahren als legitimer Herausforderer von Woods für die kommenden Jahre. Garcia gewann Turniere sowohl in den USA als auch in Europa, doch die hoch gesteckten Erwartungen erfüllte er nicht.

Der fehlende Majorsieg brachte ihm den zweifelhaften Ruf ein, einer der besten Spieler der Welt zu sein, der nie eines der vier wichtigsten Turniere gewinnen wird. Als er 2008 das HSBC Champions gewann, hätte trotzdem wohl niemand gedacht, dass es sein letzter Erfolg für fast drei Jahre sein sollte.

Drei lange Jahre Leidenszeit 

Es folgte eine lange Leidenszeit für den Spanier. Privat machte ihm die Trennung von seiner langjährigen Freundin zu schaffen. Sportlich hatte er mit Motivationsproblemen, spielerischen Defiziten und fehlendem Selbstvertrauen zu kämpfen. Er experimentierte viel mit unterschiedlichen Griffhaltungen und Puttern, allein der Erfolg kehrte nicht zurück. In der Weltrangliste fiel er bis auf einen Platz jenseits der 80 zurück.

Im letzten Jahr nahm er eine dreimonatige Auszeit und fand erstmals keine Berücksichtigung im Ryder Cup Team. In dieser Saison ging es langsam wieder aufwärts. Eine neue Freundin sorgte für den nötigen Rückhalt im privaten Umfeld. Drei Platzierungen unter den Top-12 bei den letzten drei Majors und ein zweiter Rang bei der BMW International Open in München machten aus sportlicher Sicht Mut.

Nach einem langen Aufenthalt in den USA freute sich Garcia nun über ein längeres Gastspiel in der Heimat. Dass das mit zwei Turniersiegen nun zu solch einem triumphalen Erfolg werden würde, hatte er selber wohl nicht erwartet. Es wäre Sergio Garcia zu wünschen, dass im das den nötigen Auftrieb gibt, damit er im nächsten Jahr sich endlich den großen Traum vom ersten Majorsieg verwirklichen kann.

Lars Ahrens 

sportal.de sportal

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