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Ryder-Cup: Europa siegt, Woods verzweifelt

Beim Ryder-Cup der Golfprofis hat das europäische Team seine Führung vor den USA ausgebaut. Der irische Publikumsliebling Darren Clarke ist in Topform - und US-Superstar Tiger Woods verschlug es die Sprache.

Das Team Europa steuert beim 36. Ryder Cup der Golfprofis in Irland weiter auf Siegkurs. Einen Tag nach der 5:3- Auftaktführung gegen Amerika baute das Team von Kapitän Ian Woosnam bis zum Samstagmittag den Vorsprung auf 7,5:4,5 nach der ersten Hälfte der acht Vierer leicht aus. Wie am Vortag lieferten der Nordire Darren Clarke mit seinem Partner Lee Westwood gegen Tiger Woods/Jim Furyk sowie die Spanier José Maria Olazàbal und Sergio Garcia gegen Phil Mickelson/Chris DiMarco bis dahin das beste Ergebnis ab.

Die Verlierer im Aufgebot von US-Captain Tom Lehman aber waren die drei Weltranglisten-Führenden: Woods, Phil Mickelson und Furyk. Superstar Woods und Dauerpartner Furyk hatten bei den "Fourballs" des Vormittags - jeder in den Zweierteams spielt seinen eigenen Ball bis ins Loch - gegen Publikumsliebling Clarke aus Nordirland und den Engländer Westwood keine Chance. Schon am Tag zuvor hatte das US-Top-Duo gegen die europäische Spitzenpaarung Colin Montgomerie (Schottland)/Padraig Harrington (Irland) verloren.

Von wegen Zocker

"Jeder hat geglaubt, wir sind Zocker und nicht seriös genug im Spiel. Aber wir wissen wie gut wir zusammen passen", sagte Clarke nach seinem spektakulären Chip aus dem Rough zum Birdie am 16. Loch und zum 3 und 2-Sieg ein. Die Zählweise bedeutet, dass Clarke/Westwood uneinholbar mit drei Lochgewinnen führten und nur noch zwei Bahnen zu spielen waren.

Clarke hatte erst vor knapp sechs Wochen seine an Krebs gestorbene Frau Heather verloren, erhielt von Kapitän Woosnam eine Wildcard. Der Punkt krönte die Teamarbeit der beiden Kumpel, die schon am Freitag einen Punkt gegen Mickelson und Chris DiMarco geholt hatten. Die spontane Umarmungen von Woods, der im Mai seinen ebenfalls am Krebs gestorbenen Vater Earl beerdigen musste, war Ausdruck großen Respekts und Zeichen enger Solidarität.

Woods spricht nicht

Geschockt von seinem Formtief ließ der Weltranglisten-Erste Woods aber nach dem desaströsen Auftritt mit keinem einzigen Birdie auf den 16 Löchern seine Leistung Revue passieren und war zu keinem Kurzinterview bereit. Vier Putts aus nicht mehr als 1,5 Metern Entfernung konnte der weltbeste Golfprofi nicht lochen. Furyk hielt wenigstens mit drei Birdies die Partie lange offen. Dafür spielten die punktenden Neulinge Zach Johnson und J.J. Henry gut auf.

Der 31-jährige Henry teilte sich vor dem Start der Foursomes - jedes Zweier-Team spielt seinen eigenen Ball abwechselnd bis ins Loch - zusammen mit Stuart Cink gegen den Engländer Paul Casey und Robert Karlsson (Schweden) das Match. Johnson war die dominierende Figur an der Seite von Routinier Scott Verplank.

Rainer Fülscher/DPA / DPA

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