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Golf Tiger Woods - Ein Comeback, das Mut macht


Die Platzierung beim WGC Bridgestone Invitational war zweitrangig, für Tiger Woods zählten andere Dinge: Der Körper hielt den Belastungen problemlos stand und sein Spiel funktionierte zumindest phasenweise schon ganz gut.

Tiger Woods hat seine Comeback beim WGC Invitational mit Platz 37 abgeschlossen. Was auf den ersten Blick wie eine Enttäuschung aussieht, war für den Superstar ein positives Erlebnis auf dem langen Weg zurück an die Spitze.

Schon ab Donnerstag folgt beim letzten Major der Saison, der PGA Championship, die nächste Standortbestimmung. Die wichtigste Erkenntnis für Woods war die Tatsache, dass sein Körper den Belastungen ohne Probleme standhielt. Spielerisch waren die vier Runden im Firestone Country Club in Akron, wo er zuvor siebenmal als Sieger ins Clubhaus gekommen war, eine ständige Achterbahnfahrt.

Woods schlägt weiter denn je

Gute und schlechte Schläge wechselten sich ab, jeden Tag funktionierten die Bestandteile seines Spiels unterschiedlich gut. Bis auf eine Ausnahme war keinerlei Konstanz in seinem Spiel zu erkennen. Doch genau diese eine Ausnahme wird der ehemaligen Nummer eins Mut machen. Woods schlug den Ball in Akron so weit wie noch nie zuvor in seiner Karriere. Im Schnitt kam er auf eine Drive-Länge von 316 Yards.

Mit diesem Wert ist er zwar längst nicht an der Spitze (Alvaro Quiros kam auf 334,5 Yards), aber Woods war deutlich länger als im Schnitt der bisherigen Saison (289 Yards). Darüber freute er sich riesig. "Vorher habe ich die Energie nicht mehr richtig auf den Ball übertragen können. Jetzt schwinge ich viel lockerer. Ich schlage den Ball überhaupt nicht härter und er fliegt ohne zusätzlichen Aufwand trotzdem weiter, das macht richtig Spaß", sagte er nach dem ersten Tag auf der Homepage der PGA Tour.

Große Streuung vom Tee

Das ist allerdings nur die halbe Miete beim Golf, denn die Präzision ließ der 35-Jährige häufig vermissen. Zwischen 29 und 57 Prozent der Fairways traf er auf den vier Runden, wobei die 57 Prozent am zweiten Tag ein einmaliger Ausschlag nach oben waren. Diese Schwankungen sind der fehlenden Sicherheit bei seinem neuen Schwung geschuldet, das Setup am Tee passt häufig noch nicht zusammen.

"Am Anfang habe ich den Ball sehr gut getroffen, dann habe ich den Schwung komplett verloren. Am Ende kam es wieder, aber das ist noch so eine Sache, wo ich das Gefühl erst noch für entwickeln muss. Ich falle aber immer wieder in alte Bewegungsmuster zurück", wurde Woods bei pgatour.com nach der Schlussrunde zitiert.

Ähnlich fragil war sein Spiel auch mit den Eisen. Nachdem am zweiten Tag die Distanzkontrolle fast völlig verloren gegangen war, freute er sich nach der dritten Runde darüber, dass nahezu jeder Schlag mit den Eisen passte. Da allerdings blieb sein Putter gänzlich kalt und so konnte er kaum eine der Chancen, die sich ihm boten, nutzen.

Viel Arbeit und Geduld nötig

Seine Probleme auf den Grüns erklärte er zum Teil mit dem ungewohnten Gras in Akron, das nicht dem entspricht, das er vom Training in Florida gewohnt ist. Zumindest in dieser Hinsicht kann er beruhigt in Richtung Atlanta blicken. Bei der PGA Championship hat er sein geliebtes Bermuda-Gras wieder.

Insgesamt lässt sich bilanzieren, dass Woods im Vergleich zu den letzten Monaten deutliche Fortschritte gemacht hat. Diese ließen sich am Ergebnis noch nicht ablesen und Tiger Woods ahnt wohl selbst, dass das auch noch eine Weile so bleiben könnte, denn von einem stabilen System ist er noch weit entfernt.

Im CBS-Interview nach der Runde erklärte er, dass er noch viele Einheiten auf der Range und unter Wettkampfbedingungen benötige. Er versuche den Ball gerader als früher zu schlagen und daran müsse er sich noch gewöhnen. Ob er dabei Fortschritte macht, wird man bei der PGA Championship sehen.

Lars Ahrens

sportal.de sportal

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