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Handball-EM Frankreich erstmals Europameister


Frankreich ist zum ersten Mal Handball-Europameister der Männer und hat damit die Nachfolge der deutschen Mannschaft angetreten. Der WM-Dritte entzauberte im Endspiel in Zürich Weltmeister Spanien mit einem deutlichen Sieg.

Im Finale der Handball-EM schlug Frankreich den amtierenden Weltmeister Spanien klar mit 31:23 (17:13). Im ausverkauften Züricher Hallenstadion bejubelten 11.500 Zuschauer Nikola Karabatic (11) vom deutschen Meister THW Kiel als besten Torschütze der Franzosen, die den Hamburger Guillaume Gille nach einer Roten Karte (50.) wegen groben Foulspiels verloren. Im Duell der beiden deutschen Vorrundengegner war Juan Garcia (6) bester Werfer bei den enttäuschenden Spaniern.

Zuvor hatte Dänemark sein Abonnement auf den dritten Platz verlängert. Zum dritten Mal hintereinander gewannen die Dänen das "kleine Finale" und schlugen mit 32:27 (16:10) wie vor zwei Jahren Olympiasieger Kroatien. Lars Madsen (8 Tore) für Dänemark sowie Mirza Dzomba (6/4) und Blazenko Lackovic (6) vom Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt für Kroatien waren die besten Werfer.

Deutschland erobert Rang fünf

Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) hatte durch einen 32:30-Erfolg über Russland Platz fünf erobert und sich damit wie die vier Erstplatzierten direkt für die EM 2008 in Norwegen qualifiziert. In den Halbfinals hatten sich Spanien mit 34:31 gegen Dänemark und Frankreich mit 29:23 gegen Kroatien durchgesetzt. "Das ist ein Riesenerfolg für uns. Wir haben alles aus uns herausgeholt, was möglich war", sagte der Däne Sören Stryger von der SG Flensburg- Handewitt.

In der Neuauflage des Vorrundenspiels, das Spanien mit 29:26 gewonnen hatte, erwischte Spanien den besseren Start und führte schnell mit 4:1 (5.). Doch die Franzosen hatten ihre Lektion vom ersten Kräftemessen gelernt: In der Abwehr warn sie besser postiert und nahmen Spaniens Kreisläufer Rolandoi Urios die Torgefährlichkeit. Im Angriff entwickelten vornehmlich Joel Abati vom SC Magdeburg und Karabatic mit jeweils fünf Treffern große Durchschlagskraft.

Spanischer Torwart verletzt

Trotz schwacher Chancenverwertung holten die Franzosen kontinuierlich auf, erarbeiteten sich eine 17:13-Führung zur Pause und bauten sie im zweiten Durchgang gar auf 27:20 (50.) aus. Pech hatte Weltmeister Spanien, der bereits in der 16. Minute den bis dahin glänzend parierenden Torhüter David Barrufet wegen einer Wadenverletzung verlor.

Knackpunkt in der Begegnung um Platz drei war der Ausfall von Kroatiens Spielmacher Ivano Balic. Der ehemalige Welthandballer prallte bei einer Angriffsaktion in der 13. Minute unglücklich mit dem Kopf aufs Spielfeld und musste benommen vom Parkett begleitet werden. Mit Verdacht auf eine schwere Gehirnerschütterung wurde er zur Untersuchung aus der Halle gebracht. "Ohne Balic läuft bei uns gar nichts. Wir brauchen mehr Spieler wie ihn", sagte Dzomba.

Martin Kloth/DPA


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