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Handball-Nationalmannschaft: Ende einer Ära

Mit einem 31:32 (19:18) gegen Schweden ging für die deutsche Handball-Nationalmannschaft eine Erfolgsgeschichte zu Ende, fünf Nationalspieler verließen das Team nach dem Match. Stefan Kretzschmar verabschiedete sich mit vier Treffern.

Unter dem Jubel von 10 280 Zuschauern in der ausverkauften Kieler Ostseehalle wurden fünf verdienstvolle Nationalspieler mit einer stimmungsvollen Gala verabschiedet. Zum letzten Mal trugen Stefan Kretzschmar (Magdeburg/218 Länderspiele), Christian Schwarzer (Lemgo/302), Volker Zerbe (Lemgo/292), Klaus- Dieter Petersen (Kiel/340) und Mark Dragunski (Gummersbach/117) das Auswahltrikot.

Die Lücke nach dem Abschied

"Wir bedanken und verneigen uns in Hochachtung vor ihren Leistungen", sagte DHB-Präsident Ulrich Strombach. Selbst Hassan Mustafa, Präsident des Internationalen Handball-Verbandes (IHF), war nach Kiel geeilt, um den scheidenden Spielern seine Reverenz zu erweisen. "Sie haben sehr viel für den Handballsport geleistet", betonte der Ägypter. Vor allem das Quartett Kretzschmar, Schwarzer, Zerbe und Petersen hinterlässt eine schwer zu schließende Lücke in der DHB-Auswahl. Mit fünf Medaillengewinnen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften seit 1998 haben sie die Messlatte für die nachfolgende Generation sehr hoch gehängt.

In ihre Fußstapfen sollen nun Yves Grafenhorst (Magdeburg), Lars Kaufmann (Delitzsch), Sebastian Preiß (Kiel), Jens Tiedtke (Wallau- Massenheim) und Tobias Schröder (Lübbecke) treten, die allesamt ihr Talent gegen Schweden unter Beweis stellten. Beim Weltcup in Schweden (15. bis 21. November) und der WM in Tunesien im nächsten Jahr (23. Januar bis 6. Februar) muss das neu formierte Team Farbe bekennen.

Vier Tore zum Abschied

Mit seinen vier Toren zum Abschied hat es Kretzschmar als die schillerndste Persönlichkeit im deutschen Handball auf insgesamt 821 Länderspieltreffer gebracht. Der 35 Jahre alte "Blacky" Schwarzer steuerte zwei Tore bei. Erfolgreichster Schütze im deutschen Team war Frank von Behren (5). Bei den Skandinaviern, die mit fünf aktuellen THW-Spielern antraten und nahezu ebenso wie die deutsche Mannschaft gefeiert wurde, traf Sebastian Seifert (7) am häufigsten. In sechs Begegnungen seit fünf Jahren haben die Deutschen nunmehr nicht mehr gegen die Schweden gewonnen.

Auch auf schwedischer Seite wurde Abschied genommen. Die zu den weltbesten Spielern zählenden Magnus Wislander und Staffan Olsson, die zwölf bzw. sieben Jahre für den THW Kiel gespielt hatten, setzten mit der Partie gegen Deutschland ebenfalls den Schlusspunkt unter ihrer Nationalmannschaftskarriere.

Von Franko Koitzsch, DPA

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