Handball-WM Prestige-Erfolg gegen Dauerrivalen


Die deutschen Handballer haben mit einem Sieg gegen Schweden für einen versöhnlichen Abschluss der WM-Hauptrunde gesorgt. Für den ganz großen Wurf wird es dennoch nicht reichen.

Mit einem Prestige-Erfolg über den Dauerrivalen Schweden haben die deutschen Handballer zum Abschluss der Hauptrunde bei der Weltmeisterschaft in Tunesien Selbstvertrauen für das Spiel um Platz neun getankt. Mit dem 27:22 (14:13) gegen die Skandinavier feierte der neu formierte Olympia-Zweite in der Neuauflage des EM-Finales von 2002 in Nabeul seinen vierten WM-Sieg. Zum Abschluss des Turniers spielt der Europameister jetzt gegen Tschechien als Fünften der Hauptrundengruppe I um den neunten Platz. In der WM-Vorbereitung hatte die deutsche Mannschaft Tschechien zwei Mal bezwungen.

"Ich freue mich für die Mannschaft, dass sie heute verdient gewonnen hat", meinte Bundestrainer Heiner Brand. "Das war ein Erfolgserlebnis, das sie sich bereits in den Spielen zuvor redlich verdient hat. Grundlage war eine mit Herz kämpfende Abwehr."

"Auf diese Leistung können wir stolz sein"

Vor rund 3000 Zuschauern in der Halle "7. November" gelang der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) der 33. Erfolg im 86. Vergleich mit den Schweden, die wie die deutsche Mannschaft im Umbruch stecken. Bester Werfer für den WM-Zweiten von 2003 war erneut Kapitän Florian Kehrmann (Lemgo/7). Für die mit neun Bundesliga-Spielern angetretenen Schweden traf Kim Andersson (7) am besten. "Auf diese Leistung können wir stolz sein", sagte Kehrmann. "Das ist ein versöhnlicher Abschluss der Hauptrunde. Wir haben ein Zeichen gesetzt, dass es uns nicht egal ist, was hier passiert."

Wie erwartet musste die deutsche Mannschaft bei ihrem vorletzten WM-Auftritt ohne den Nordhorner Holger Glandorf auskommen, der wegen einer Grippe im Hotel geblieben war. Dafür konnte der Essener Rückraumspieler Oleg Velyky nach seiner überstandenen Wirbelsäulenstauchung wieder auflaufen und führte sich mit dem Treffer zum 1:1 (3.) glänzend ein.

Zwischen zwei Ruhetagen und nach Brands Forderung nach mehr Einsatz präsentierte sich die deutsche Mannschaft in der ersten Viertelstunde stark in der Abwehr. Die Ballgewinne nutzte der Olympia-Zweite zu Kontertoren und einer 6:5-Führung (14.). Danach aber schlichen sich im Angriff Nachlässigkeiten ein und die DHB- Auswahl geriet mit 7:10 (20.) in Rückstand. Zuvor hatte der am Vortag offiziell gemeldete Linksaußen Christian Schöne (Magdeburg) in der 15. Minute sein WM-Debüt in Tunesien gegeben.

Die erneute Wende in einem Spiel, das von großem gegenseitigen Respekt gekennzeichnet war, leitete der Magdeburger Torhüter Johannes Bitter ein. Nach einem parierten Ball düpierte der 2,04-m-Riese die Schweden und ihren Torhüter Thomas Svensson (Hamburg) mit einem Wurf über das gesamte Spielfeld und seinem ersten Länderspieltreffer zum 11:11 (14.). Den 14:13-Pausenvorsprung baute der WM-Zweite zu Beginn der zweiten 30 Minuten gar auf 20:15 (43.) aus. Ausschlaggebend waren die aufmerksame und kompromisslose Abwehrarbeit gegen die Schweden, die zunehmend Schwächen im Angriff und in der Abstimmung zeigten. Zudem erwies sich Bitter als großer Rückhalt.

Martin Kloth/DPA DPA

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