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Heimspiel: Vom Winde verweht

Martin Schmitt auf Platz 22, Hannawald gar nur auf Platz 37: Die DSV-Stars stürzten beim Windchaos-Springen in Titisee/Neustadt regelrecht ab.

Sven Hannawald hat ausgerechnet in seinem Weltcup-Heimspiel ein Debakel erlebt. Der Hinterzartener stürzte bei erneut widrigen Bedingungen mit orkanartigen Windboen regelrecht ab, landete nur auf Platz 37. Georg Späth als Siebter und Stephan Hocke auf Rang neun verhinderten eine totale Pleite für den Deutschen Skiverband (DSV). "Die Verschiebung hat sich vielleicht auf meine Konzentration ausgewirkt. Der Sprung war nicht gut genug, um bei diesen Bedingungen eine Top-Platzierung zu erreichen. Das Ganze ist abgehakt, jetzt geht der Blick zum nächsten Weltcup in Engelberg", sagte Hannawald.

Vom Winde verweht

Der über dem Schwarzwald tobende Sturm blies nicht nur Hannawalds Sieg-Hoffnungen, sondern auch die Möglichkeit eines regulären Ablaufs des Weltcup-Wochenendes davon. Der Weltverband FIS musste daher das eigentlich für Sonntag vorgesehene Springen und damit bereits den zweiten Wettbewerb in der noch jungen Saison absagen. Im Nachhol- Springen vom Samstag, das nach dem ersten Durchgang von der Jury für beendet erklärt wurde, sicherte sich der Finne Tami Kiuru mit 136 m seinen ersten Weltcupsieg vor dem Österreicher Andreas Widhölzl und seinem Landsmann Janne Ahonen.

"Wir müssen damit umgehen"

"Wir sind eine Freiluftsportart und müssen damit umgehen", erklärte Steiert zu den widrigen Bedingungen, durch die neben Hannawald auch Maximilian Mechler (47.) und Michael Uhrmann (30.) besonders stark beeinträchtigt wurden. Die Chance, vor heimischem Publikum so richtig Selbstvertrauen für die in knapp zwei Wochen beginnende Vierschanzentournee zu tanken, ging so gründlich daneben.

Steiert gibt Wind die Schuld

Bundestrainer Wolfgang Steiert durchlief bei der durchwachsenen Heimvorstellung seiner Ski-Adler ein Wechselbad der Gefühle. "Mit unserer zweiten Reihe bin ich sehr zufrieden. Die Jungs haben heute gezeigt, was sie drauf haben. Sven konnte nichts dagegen machen, dass er bei zwei Meter pro Sekunde Rückenwind abgelassen wurde", sagte Steiert.

Schmitt nur auf Platz 22

Auch Martin Schmitt enttäuschte. Er kam nur auf den 22. Platz kam und blieb erneut den Nachweis seiner Klasse schuldig. "Es ist schwer einzuschätzen, ob hier reguläre Bedingungen geherrscht haben. Auf jeden Fall war meine Anlaufgeschwindigkeit nicht optimal. In der ersten Flugphase hatte ich ein totes Gefühl", sagte der vierfache Weltmeister aus Furtwangen, der wie alle Athleten von der Nerven aufreibenden Verzögerung gezeichnet war.

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