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Corona-Pandemie Hotspot Hallen-EM? Nach Leichtathletikevent in Polen wächst die Zahl infizierter Sportler:innen

Warten auf den Startschuss: Läufer bei den Leichtathletik-Hallen-Europameisterschaften in Torun
Startschuss trotz Corona: Läufer bei den Leichtathletik-Hallen-Europameisterschaften in Torun
© Alexander Hassenstein / Getty Images
Die Hallen-Europameisterschaft im polnischen Torun Anfang März war der erste große Leichtathletikwettkampf seit Beginn der Corona-Pandemie. Jetzt werden die Folgen des Events immer deutlicher.

Zweimal Silber, viermal Bronze, siebenmal Corona: Das ist die Bilanz des Deutschen Leichtathletik-Verbandes bei der Hallen-Europameisterschaft vom 4. bis 7. März im polnischen Torun. Nach der Rückkehr aus Polen seien im DLV-Team sieben Sportler:innen positiv auf Covid-19 getestet worden, teilte der Verband am Mittwoch mit. "Die positiven Testergebnisse stammen ausschließlich von Corona-Nachkontrollen in Deutschland", erklärte DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska. Die Testresultate vor der Anreise, die beim Check-In in Torun und vor der Abreise aus der Stadt seien negativ gewesen.

Aufwärmhalle als Infektionsherd?

Die DLV-Athlet:innen sind nicht die einzigen, die mit dem Coronavirus im Gepäck von der EM zurückkamen. Der italienische Leichtathletikverband Fidal bestätigte einen Bericht der Zeitung "Gazzetta dello Sport", wonach sich auch 15 Italiener:innen infiziert haben. Die britische "Times" berichtet zudem von je neun infizierten Mitgliedern der Teams aus Großbritannien und den Niederlanden. Darüber hinaus sollen sich fünf Sportler:innen aus Frankreich, vier aus der Ukraine und jeweils einer aus Polen, Österreich und Irland angesteckt haben.

Auch während der Wettkämpfe war Corona ein Thema. So waren etwa drei Sprinter der polnischen 4x400-m-Staffel positiv getestet worden.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA vermutet der österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) den möglichen Infektionsherd in Torun in der Aufwärmhalle des Wettbewerbs, in der sich viele Athlet:innen auf engem Raum aufgehalten hätten. Der ÖLV nannte auch den Namen seiner erkrankten Wettkämpferin: Karin Strametz. Die Hürdensprinterin hatte noch vor Ort die Sicherheit der Veranstaltung gelobt: "Es konnte nichts passieren, man kann sich nirgendwo was einsammeln. Also da braucht man sich überhaupt gar keine Sorgen machen", hatte Schwanitz am 6. März im Deutschlandfunk versichert.

Corona

Wer von den DLV-Athlet:innen betroffen ist, sagte Generaldirektor Gonschinska nicht. "Wen es genau betrifft, unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht", erklärte er. Es seien umfassende Maßnahmen eingeleitet, die Gesundheitsämter informiert und weitere Tests nach einem definierten Schema angeordnet worden. Alle 48 Starter:innen und 19 Betreuer:innen, die bei der Hallen-EM waren, seien über die Situation informiert worden.

Unter dem Strich muss aber festgehalten werden: Nach dem ersten großen Leichtathletikevent seit Beginn der Corona-Pandemie lässt sich trotz strenger Hygienemaßnahmen eine ungewöhnliche Häufung an Covid-19-Infizierten feststellen. Für die Olympischen Sommerspiele, die vom 23. Juli bis 8. August in Tokio stattfinden sollen, ist das kein gutes Vorzeichen.

Quellen: DLV, Fidal"The Times"APADeutschlandfunk


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