Janne Ahonen Der Langhaarige mit Faible für schnelle Autos


Sein neues Markenzeichen sind die langen Haare. Wie ein Rocker kommt Janne Ahonen in diesem Winter daher, dabei hat sich sein ruhiges Wesen kaum verändert. Aber immer öfter huscht sogar ein Lächeln über das Gesicht des charismatischen Finnen. "

"Er ist der beste Springer der letzten zehn Jahre", lobt Michael Uhrmann den Überflieger aus Lathi. Mit dem vierten Sieg bei der Vierschanzentournee nach 1999, 2003 und 2005 hat Ahonen den Rekord von Jens Weißflog eingestellt und sich einen Platz in den Sport-Geschichtsbüchern gesichert. "Janne ist seit 1993 dabei und immer irgendwie in der Weltspitze. Er hatte nie einen richtig großen Absturz, hat sich in den Jahren mit so vielen technischen Veränderungen angefreundet. Es ist für mich kaum erklärbar, wie er das gemacht hat. Er ist wohl einfach cooler als alle anderen", zollt Weißflog dem Dauerbrenner Anerkennung.

Ein bescheiden gebliebener Millionär

Dennoch ist der Erfolgsmensch, der dank seiner Siege längst zum Millionär geworden ist, stets bescheiden geblieben. In der persönlichen Erfolgsstatistik fehlt dem Weltmeister und Weltcup- Gesamtsieger nur noch ein Olympiasieg. Diesen Traum will sich Ahonen in fünf Wochen erfüllen. "Ich warte mit Sehnsucht auf eine Goldmedaille. Das ist das einzige, was mir noch fehlt. Turin wird meine letzte Chance sein. Ich werde mein Bestes versuchen", sagt der 28-Jährige.

Sein Fleiß wünscht er zu vergolden

Ahonen gilt als fleißiger und akribischer Arbeiter, der sich nie aufgibt und in seiner Branche hohes Ansehen genießt. "Er ist ein alter Hund, der sich immer wieder durchgeschlagen hat", lobt Bundestrainer Peter Rohwein. Athletik und Draufgängertum sind die herausragenden Eigenschaften des Perfektionisten Ahonen, der immer nach dem Optimalen strebt. Risiken wie beim Skiflug-Weltcup 2005 in Planica, als er bei 240 Metern stürzte und sich eine Rippe brach sowie das Steißbein prellte, nimmt er in Kauf.

Leidenschaft für schnelle Auto

Abseits der Schanzen sind schnelle Autos seine große Leidenschaft. Dabei geht Ahonen wie beim Skispringen gerne an die Grenzen. Jeden Sommer tauscht er seine Sprunglatten gegen den Fahrersitz eines Dragster ein und rast mit mehr als 300 km/h über die Piste. Gewonnen hat er auch da schon oft. "Er braucht das, um seinen Kopf vom Skispringen frei zu bekommen. Außerdem will er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen", sagt Trainer Tommi Nikunen.

Sein Sohn übt dei Sprünge vorm Fernseher

Ganzer Stolz des seit zwei Jahren mit Frau Tiia verheirateten Ahonen ist Sohn Mico. Der Vierjährige imitiert den Vater vor dem Fernseher im heimischen Wohnzimmer gern und springt im Stile des Überfliegers von der Couch. Mit einer Firma zum Vertrieb von Schneemobil- und Motorradzubehör hat sich Ahonen längst unabhängig gemacht und für die Zeit nach der Sport-Karriere vorgesorgt.

Eric Dobias/DPA DPA

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