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Leichtathletik-WM: Andreas Erm holt Bronze im Gehen

50-km-Geher Andreas Erm hat am Mittwoch bei der Leichtathletik-WM in Paris Bronze und damit die zweite Medaille für den Deutschen Leichtathletik-Verband erkämpft

50-km-Geher Andreas Erm hat am Mittwoch bei der Leichtathletik-WM in Paris Bronze und damit die zweite Medaille für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) erkämpft.Und damit auch die Durststrecke der deutschen Geher beendet. Der 27-jährige Potsdamer hat mir dem dritten Platz die erste Medaille seit Olympia-Bronze vom heutigen Bundestrainer Ronald Weigel 1992 in Barcelona gewonnen. Damit nicht genug: Erm, der auch von Weigel trainiert wird, verbesserte in seinem erst dritten Wettkampf über die lange Strecke mit 3:37:46 Stunden den deutschen Rekord seines Trainers vom 25. Mai 1986 um 31 Sekunden. "Wahnsinn, unfassbar. Ich bin total breit", konnte der gebürtige Berliner sein Glück kaum fassen.

"Superleistung"

"Andreas hat eine Superleistung geboten und taktisch klug verhalten. Besser kann man sich nicht verkaufen", strahlte der Bundestrainer nach diesem Husarenstück. Nur die polnische Geher- Legende Robert Korzeniowski, der mit 3:36:03 Stunden seine eigene Weltbestzeit vom Vorjahr in München um 36 Sek. unterbieten konnte, und German Skurygin (Russland/2:35:55) lagen vor dem Deutschen. "Ich hatte keine andere Möglichkeit als die Weltbestzeit. Die Anderen haben mich unter Druck gesetzt und ich musste Risiko gehen", sagte der Pole. Er ist seit 1997 das Maß aller Dinge, wurde zum dritten Mal Weltmeister und schaffte in Sydney sogar das Doppel über 20 und 50 km.

"Kneif den Arsch zusammen, du dumme Sau"

Seine Anerkennung galt vor allem Andreas Erm, der bis zum 20. Kilomter mithielt und lange Sichtkontakt behielt. Der Deutsche bewies dabei bewundernswerte Kämpferqualitäten. Nach wieder auftretenden Oberschenkelproblemen rief Erm ab dem 10. Kilometer ständig nach Schmerzmitteln, die ihm auch verabreicht werden mussten. "Kneife den Arsch zusammen, du dumme Sau", feuerte ihn Weigel an, der bis zum Vorjahr Australiens Geher betreute. "Andreas braucht diesen Arschtritt", verteidigte er seine rüde Ausdrucksweise. "Er ist das Talent und noch nicht am Ziel." Bis Athen sollen im Training die Umfänge erhöht werden, um angreifen zu können. "Dazu muss sich Andreas noch mehr quälen", fordert Weigel.

Enttäuschung beim Kugelstoßen

Bei den Kugelstoßesserin gabe es im deutschen Team einen herben Rückschlag. Astrid Kumbernuss’ Traum von einer Medaille endete mit bitteren Tränen. "Das sah nicht nach Kugelstoßen aus. Es ging gar nichts, ich hatte keine Chance", schluchzte die Olympiasiegerin und dreimalige Weltmeisterin am Mittwoch nach ihrem überraschenden Aus in der Qualifikation in Paris und rang um ihre Fassung. "Dabei war ich doch so gut drauf. Ich hab’ doch eine brutal gute Form."

Lars Riedel sagt Konkurrenz den Kampf an

Diskurs-Riese Lars Riedel war nur kurze Zeit enttäuscht über den undankbaren vierten Platz im Diskurswettbewerb, der gestern abend abgeschlossen wurde. Dem medaillenlosen Rang folgte die sofortige Kampfansage an die Konkurrenz durch Diskus-Riese Lars Riedel. "In Athen sehen wir uns wieder, da will ich eine Medaille", betonte der 36-jährige Chemnitzer und gab sich tatendurstig. Dass der fünfmalige Weltmeister bei seiner siebten Teilnahme seit 1991 zum ersten Mal keinen Podestplatz erobern konnte und damit einen besonderen WM- Rekord verpasste, störte ihn kein bisschen. "Es war trotzdem ein Riesenspaß. Ich bin vollkommen zufrieden, habe für mich einen guten Wettkampf gemacht, auch wenn es nicht zur Medaille gereicht hat", bilanzierte der völlig gelöst wirkende und zu Witzen aufgelegte Riedel am Dienstagabend nach seinen 66,28 m.

DPA

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