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Leichtathletik-WM: Fraser sprintet zu Gold

Auch die schnellste Frau der Welt kommt aus Jamaika: Shelly-Ann Fraser sprintete über 100 Meter zur Goldmedaille. Die 10.000-Meter-Distanz gewann der Favorit und beim Hammerwurf der Männer gab es für die Deutschen eine bittere Enttäuschung.

Sprint-Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser hat zum ersten Mal den WM-Gipfel gestürmt, Die 22 Jahre alte Jamaikanerin avancierte am Montagabend bei der Leichtathletik-WM in Berlin zur schnellsten Frau der Welt: 24 Stunden nach der Gala von Usain Bolt gewann Fraser das 100-Meter-Finale in der Jahresweltbestzeit von 10,73 Sekunden vor ihrer Teamkollegin Kerron Stewart (10,75) und der Amerikanerin Carmelita Jeter (10,90). Nach einem glanzvollen Auftakt-Wochenende mit zweimal Silber und einmal Bronze blieben die Asse des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) am dritten Wettkampftag ohne Medaille.

Die WM-Titel und jeweils 60.000 Dollar kassierten vor 30 500 Zuschauern im erneut nicht ausverkauften Olympiastadion der Slowene Primoz Kozmus im Hammerwurf und sensationell die Polin Anna Rogowska im Stabhochsprung. Gold über 3000 Meter Hindernis holte sich die Weltjahresbeste Marta Dominguez (Spanien), Äthiopiens Langstrecken-Dominator Kenenisa Bekele gewann die 10.000 Meter zum vierten Mal in Serie in glänzenden 26:46,31 Minuten - nun ist der Olympiasieger und Weltrekordler auch der schnellste Champion der WM-Geschichte. Kubas Dreisprung-Spezialistin Yargelis Savigne verteidigte ihren Titel souverän. Zum krönenden Abschluss siegte Fraser mit der viertschnellsten je gelaufenen 100-Meter-Zeit.

Freud und Leid teilten die beiden deutschen Hammerwerfer: Markus Esser (Leverkusen) vergoss bittere Tränen, WM-Neuling Sergej Litvinov (Frankfurt/Main) freute sich über seinen fünften Platz wie ein Champion. Der Sohn des gleichnamigen Olympiasiegers und Ex- Weltmeister schleuderte den 7,26 Kilo schweren Hammer 76,58 Meter weit, Esser verpasste als Sechster mit 76,27 auch im dritten Anlauf eine WM-Medaille. "Es war der schlechteste Wettkampf meines Lebens", meinte Esser, "für mich ist die Saison beendet." Gold und 60.000 Dollar gewann Olympiasieger Kozmus mit 80,84 Metern: Der 29-Jährige ist der erste Leichtathletik-Weltmeister aus Slowenien.

Antje Möldner hat die erste WM-Medaille einer deutschen Hindernis- Läuferin seit 18 Jahren verpasst. Die 25-jährige Potsdamerin stellte in 9:18,54 Minuten aber einen weiteren deutschen Rekord auf. Den Titel erkämpfte im Zielspurt die Spanierin Dominguez in Weltjahresbestzeit von 9:07,32 Minuten. Weltrekordlerin Gulnara Galkina aus Russland wurde nur Vierte.

Ralf Jarkowski und Andreas Schirmer/DPA

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