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Leichtathletik-WM Spank holt sensationell Bronze


Siebter Tag, siebte Medaille: Hochspringer Raul Spank hat die Erfolgsserie der deutschen Leichtathleten bei der WM in Berlin fortgesetzt. Gemeinsam mit dem Polen Sylwester Bednarek sprang Spank zu Bronze.

Hochspringer Raul Spank hat dem großen Regen getrotzt und die Erfolgsserie der deutschen Leichtathleten bei der Heim-WM in Berlin fortgesetzt. Vor 42 378 begeisterten Zuschauern im Olympiastadion gewann der 21- jährige Dresdner am Freitagabend mit übersprungenen 2,32 Meter gemeinsam mit dem Polen Sylwester Bednarek Bronze. Damit haben die Deutschen bereits ebenso viele Plaketten gewonnen wie 2007 bei der WM in Osaka. Weltmeister wurde der Russe Jaroslaw Rybakow.

Schon vor dem WM-Schlussspurt ist die Erleichterung beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) über den sportlichen Aufschwung bei der WM immens. "Wir sind jetzt mit sieben Medaillen nach sieben Tagen bereits deutlich besser als 2003 und 2005 und haben das Ergebnis von Osaka eingestellt", sagte Sportdirektor Jürgen Mallow, der vor einem Jahr mit dem DLV-Team bei den Olympischen Spielen in Peking noch ein Debakel erlebt hatte. Vor dem Final-Wochenende mit noch insgesamt 15 Entscheidungen hat der WM-Gastgeber zweimal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze geholt.

Freud und Leid gab es für den Gastgeber allerdings am siebten WM- Tag. Glänzend lief es bei André Höhne über 50-Kilometer-Gehen: Vor dem Brandenburger Tor kämpfte er sich auf Platz fünf und blieb in 3:43:19 Stunden fast sechs Minuten unter seiner Bestzeit. "Unglaublich - ich habe alles ausgereizt, mehr war absolut nicht drin", meinte Höhne. Über 20 Kilometer hatte er den 14. Platz belegt. Auf der lange Distanz gewann der Russe Sergej Kirdjapkin in der Weltjahresbestzeit von 3:38:35 Stunden.

Speerwerfer Frank souverän ins Finale


Trotz Regenunterbrechung absolvierte der WM-Achte von 2005, Mark Frank, seine Qualifikations-Pflicht im Speerwurf souverän: Mit 80,85 Metern katapultierte sich der Rostocker ins Finale am Sonntag. Nicht weitergekommen ist Tino Häber (Leipzig/74,11 Meter). Geschlossen hat das deutsche Weitsprung-Trio mit der Olympia-Fünften Bianca Kappler (6,29 Meter), Melanie Bauschke (6,32) und Beatrice Marscheck (6,19) die Qualifikation in den Sand gesetzt. "Man merkt uns an, dass wir ziemlich traurig sind. Das war ein Glücksspiel mit dem Gegenwind", sagte Kappler.

Nach einem kapitalen Patzer beim zweiten Wechsel schied die deutsche Männer-Staffel im Vorlauf über 4 x 100 Meter aus. Marius Broening (Tübingen) konnte den Stab nicht an den zu schnell gestarteten Alexander Kosenkow (Wattenscheid) weiterreichen. "Jetzt den Schuldigen zu suchen, ist zu früh. Fest steht: Unser aller Traum ist geplatzt", ärgerte sich Kosenkow. Jamaikas Quartett legte die goldene Spur für Usain Bolt, der an seinem 23. Geburtstag geschont wurde und an diesem Samstag wie in Peking den Titel-Hattrick schaffen kann.

Merrit gewinnt über 400 Meter


Die USA kann Jamaika im Sprint doch noch schlagen. Über 200 Meter der Frauen setzte Allyson Felix ihre Siegesserie fort und wurde zum dritten Mal hintereinander Weltmeisterin. Die 23-jährige Amerikanerin siegte in 22,02 Sekunden vor Veronica Campbell-Brown aus Jamaika, Olympiasiegerin von 2004 und 2008. Damit verpasste Jamaika den sechsten Sprint-Titel bei der WM. Über 400 Meter der Männer gewann Olympiasieger LaShawn Merritt in der neuen Weltjahresbestzeit von 44,06 Sekunden das US-Duell mit Jeremy Wariner (44,60), dem er das Titel-Triple verpatzte.

Andreas Schirmer und Frank Thomas/DPA


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