Martin Kaymer Ein Deutscher rockt die Golf-Welt


Auf den Siegerfotos lächelte Martin Kaymer neben Tiger Woods. Beim Gala-Bankett gehörte er urplötzlich zu den Stars des Abends. Durch seinen überraschenden zweiten Platz bei den Dubai Classics hinter dem Superstar der Szene schickt sich der 23-jährige Kaymer an, die Golf-Welt im Sturm zu erobern.

"Ich bin unheimlich glücklich über diesen Erfolg. Ich muss das erst einmal sacken lassen und werde jetzt 14 Tage pausieren", sagte Kaymer nach dem Überraschungscoup. Innerhalb von zwei Wochen hat Kaymer auf der Europa-Tour 414 729 Euro eingespielt, womit er in der europäischen Geldrangliste den dritten Platz hinter Lee Westwood (England/520 433) und Henrik Stenson (Schweden/428 597) einnimmt. In der Weltrangliste stürmte er auf Rang 21 vor.

Animiert vom Vater

Zum Lohn kann Kaymer, der im Januar in Abu Dhabi seinen ersten Turniersieg auf der Europa-Tour feierte, nun erstmals im Millionenspiel der US-PGA-Tour mitmischen. Vom 18. bis 24. Februar spielt er bei dem mit acht Millionen Dollar dotierten Einladungsturnier der Top 64 in Marana/Arizona. Anfang April darf er beim ersten Major-Turnier des Jahres, den mit sieben Millionen Dollar dotierten US Masters in Atlanta, abschlagen. "Ich freue mich darauf, gegen die Elite zu spielen. Da kann ich mir viel abschauen und lernen", sagte der stets bescheidene Kaymer.

Animiert vom Vater griff er im Alter von 10 Jahren beim GC Mettmann erstmals zum Schläger. Bereits fünf Jahre später erreichte Kaymer Handicap Null. Dies erleichterte dem guten Fußballer, der bei Fortuna Düsseldorf und in der Niederrhein-Auswahl spielte, die Entscheidung für den Golf-Sport. Ende 2005 wechselte er ins Profilager, wo er gleich für Aufsehen sorgte.

Kaymer von schwedischer Agentur gemanagt

Am 21. Juni 2006 spielte der Jungspund bei den Habsberg Classic, einem Turnier für Nachwuchs-Profis, eine 59er Runde. Es ist das niedrigste Ergebnis, das je einem deutschen Golfer - nicht einmal Langer - bei einem offiziellen Turnier gelang. "Die 59 war sicher einmalig, das wird mir in meinem Leben wahrscheinlich nicht mehr gelingen", sagte Kaymer damals.

Beim Aufstieg in die internationale Klasse spielte Kaymers Familie eine zentrale Rolle. Der Vater war zugleich Manager, der Bruder oftmals Caddy. Erst seit November vergangenen Jahres ist auch das Umfeld professionell geworden. Kaymer wird nun von einer schwedischen Agentur gemanagt und von einem australischen Profi-Caddy begleitet.

Gut möglich, dass er zum legitimen Nachfolger für Langer wird, der sich im Vorjahr auf die Champions Tour der Senioren verabschiedet hat. Der "Aufsteiger des Jahres 2007" hat das Talent, den Willen und die nötige Ernsthaftigkeit, um den Weg nach ganz oben erfolgreich zu gehen. "Das Wichtigste ist, dass man auf dem Boden bleibt", beschreibt er seine Lebensphilosophie. Noch wichtiger ist aber seine Einstellung zu dem, was er tut: "Es gibt nichts Schöneres als den Beruf Golfprofi."

Eric Dobias und Rainer Fülscher/DPA


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