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Interview Bernhard Langer: "Ein ganzer Kontinent fiebert mit"

Es gibt kaum ein anderes Sportereignis, das mehr Emotionen weckt als der Ryder Cup. Am Freitag startet der Kontinentalvergleich zwischen den besten Golfern Europas und der USA. Im stern.de-Interview spricht Golf-Legende Bernhard Langer über Patriotismus, enormen Erfolgsdruck und das Ryder-Cup-Schicksal der großen deutschen Golf-Hoffnung.

Herr Langer, können Sie sich vorstellen, dass Ihre Motivation für den Golfsport jemals nachlassen wird? Anders ausgedrückt: Was muss eigentlich passieren, damit Sie den Schläger aus der Hand legen? Darüber habe ich mir bislang noch keine Gedanken gemacht. Ich bin gesund, fit und voller Tatendrang und fühle mich jünger als ich bin. Daher möchte ich noch so viele Jahre wie möglich gutes Golf spielen und Spaß an diesem herrlichen Sport haben.

Sie spielen mittlerweile sehr erfolgreich auf der Senior Tour - gemeinsam mit anderen Golflegenden wie beispielweise Greg Norman oder auch Tom Watson. Man kennt sich über Jahrzehnte. Gibt es echte Freundschaften? Lässt die Individualsportart Golf das überhaupt zu. Und wenn ja, zu welchem Spieler pflegen Sie eine Freundschaft? Natürlich gibt es echte Freundschaften unter Golfspielern. Auf dem Platz spielt zwar in der Regel jeder für sich allein, aber das heißt ja nicht, dass man sich vor oder nach dem Spiel aus dem Weg geht. Wenn man sich über Jahre oder gar Jahrzehnte kennt, entwickelt sich aus gegenseitigem Respekt und Wertschätzung auch Freundschaft.

Sie sind seit über 30 Jahren Profi und weltweit unterwegs. Haben Sie das Gefühl, gegenüber Ihrer Frau und Ihren Kindern etwas gutmachen zu wollen?

Nein, dieses Gefühl hatte ich noch nie. Mein Familienleben verläuft überaus harmonisch. Bislang ist es mir und meiner Frau mit Unterstützung unserer Kinder sehr gut gelungen, Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen. Jedes Familienmitglied hat seinen Teil dazu beigetragen. Wir setzen Prioritäten und schließen Kompromisse. Mit meinem ältesten Sohn habe ich übrigens schon zweimal das große Vater-Sohn-Turnier in Florida gewonnen.

Boris Becker, Michael Schumacher, Bernhard Langer: Drei Ausnahmesportler, die in Deutschland eine Art Heldenstatus genießen. Becker und Schumacher genießen aber schon ihren Ruhestand und auch Sie stehen auf der Senior Tour nicht mehr total im Fokus der deutschen Öffentlichkeit. Die Bevölkerung lechzt förmlich nach neuen Helden, nach Leitbildern und charismatischen Vorbildern, die große Titel gewinnen. Aber es gibt sie nicht. Warum nicht? Stichwort: Generationsproblem… Ich kann nur für den Golfsport sprechen. Und der ist hier in Deutschland noch eine relativ junge Sportart. Um mit den großen Golfnationen, die seit vielen Generationen Golf spielen, konkurrieren zu können und um Helden aufbauen zu können, braucht es Zeit und Geduld.

Martin Kaymer schickt sich an, ein Großer zu werden. Sie kennen ihn genau. Hat er das Zeug dazu, auch nur annährend in die Nähe Ihrer Fußstapfen zu kommen?

Martin hat das Potenzial, dauerhaft zu den Besten zu gehören. Ich hoffe sehr, dass er mich mal als Nummer eins im internationalen Golf ablöst.

Auf dem Weg in die Weltspitze: Welche Gefahren lauern auf Kaymer?

Martin weiß, was gut für ihn ist und was er kann. Er macht keine verrückten Sachen. Er muss nur die gelernten Bewegungsabläufe und Mechanismen immer wieder abrufen. Und Kreativität, wie z.B. das Putt-Verhalten, kann man nicht lernen. Das hat man - oder nicht. Und Martin hat's. Daher bin ich mir sicher, dass er sich in der Weltspitze behaupten wird.

Der Ryder Cup steht vor der Tür. Europas Team Kapitän Nick Faldo hat Kaymer für den prestigeträchtigen Kontinentalvergleich gegen die USA lediglich als Ersatzmann berücksichtigt. Ein Fehler?

Dazu möchte ich mich nicht äußern.

Apropos Ryder Cup, Sie haben ihn als Spieler und Kapitän gewonnen. Was macht die Faszination Ryder Cup aus?

Man spielt nicht für sich, sondern im Team mit den Kollegen. Das ist für uns Golfer etwas ganz Besonderes. Gleichzeitig ist natürlich dadurch auch der Erfolgsdruck für den einzelnen viel größer als bei den anderen Turnieren, in denen jeder nur für sich spielt. Beim Ryder Cup spielt sich viel im Kopf ab, das ist schon extrem. Und man darf nicht vergessen: Ein ganzer Kontinent fiebert mit einem mit.

Was war für Sie beeindruckender: Den Ryder Cup als Spieler oder als Kapitän zu gewinnen?

Beides hat seinen Reiz. Als Spieler konnte ich agieren. Als Kapitän musste ich das gesamte Team führen und das ist eine große Herausforderung. Als ich Kapitän der Europäer war, war die Stimmung in meiner Truppe immer gut. Das motiviert einen natürlich noch mehr. Aber auch hier gilt: Der mentale Druck als Kapitän ist enorm.

Der Ryder Cup findet in Louisville, Kentucky statt. Das ist erstmal natürlich ein Nachteil für Team Europe. Wie schätzen Sie die Chancen der Europäer ein? Wird die Mannschaft von Nick Faldo den Pott verteidigen können?

Viele der europäischen Spieler sind auf der US PGA Tour unterwegs, kennen die Plätze und die Atmosphäre dort. Aber das Team von Nick Faldo hat nicht nur deshalb eine gute Chance den Titel zu verteidigen: Padraig Harrington hat dieses Jahr zwei Major Turniere gewonnen und in der Weltrangliste sind mehr europäische Spieler gut platziert als in den letzten Jahren. Ich sehe das europäische Team dieses Jahr in der Favoritenrolle.

Eine letzte Frage: Ihr alter Caddy Peter Coleman trug 22 Jahre Ihr Golfbag. Wie groß ist sein Anteil an der Erfolgsgeschichte Bernhard Langers?

Natürlich habe ich Peter viel zu verdanken. 22 Jahre sind eine lange Zeit, die zusammenschweißt. Peter kannte mich sehr gut. Er konnte mich "lesen" und wusste stets, was zu tun ist. Das sind für mich persönlich die Qualitäten eines sehr guten Caddy.

Das Interview führte Klaus Bellstedt

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Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.