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NBA: Chris Paul und Dwight Howard von den Lakers umworben

Ab heute dürfen die NBA-Spieler Verträge mit neuen Teams unterzeichnen. Eine der heißesten Geschichten dreht sich dabei um Chris Paul und Dwight Howard, die gemeinsam bei den Los Angeles Lakers eine neue Heimat finden sollen. Ein erster Versuch, sich Pauls Dienste zu sichern, wurde jedoch von der NBA abgelehnt.

Naturgemäß hängen in Los Angeles die Trauben meist ein Stückchen höher und sind die Ziele größer. So erstaunt es auch nicht, dass die Lakers ihre Chancen auf einen weiteren Titel in der durch den Arbeitskampf verkürzten Saison durch neue Spieler erhöhen wollen. Natürlich wollen sie dabei keine Ergänzungsspieler, sondern Stars.

Auch dass Center Dwight Howard und Point Guard Chris Paul im Fokus der Verantwortlichen sind, erstaunt nicht und ist ein offenes Geheimnis. Dass nun aber beide zusammen in die Stadt der Engel kommen sollen, wäre jedoch schon eine große Kampfansage an die Konkurrenz. Team-Insider Mark Heisler, früher für die LA Times tätig, brachte in seiner Kolumne auf sheridanhoops.com den Stein ins Rollen. Andrew Bynum, Lamar Odom und Pau Gasol sollten dabei die jeweiligen Tauschangebote sein.

Unrealistisch ist dieses Szenario nicht, zum einen sind die oben genannten Drei keine schlechten Spieler, die man im Austausch erhalten kann. Zudem hat Lakers-Besitzer Jerry Buss genug Finanzkraft, um die beiden Stars ins Boot zu holen. Andererseits dürften besonders die New Orleans Hornets genug andere Angebote für Paul bekommen, sodass die Lakers vielleicht alles in die Waagschale werfen müssten. Das hieße im Umkehrschluss, dass es dann für Howard nicht mehr langen dürfte.

Veto der Liga

Ein erster Versuch, den Trumpf Bynum für Howard im Ärmel zu behalten, scheiterte jedoch bereits. So legte die Liga gegen ein Angebot aus Los Angeles Veto ein, dass Pau Gasol zu den Houston Rockets geschickt hätte. Im Gegenzug hätten Kevin Martin, Luis Scola und Goran Dragic, sowie ein Erstrundenpick dafür den Weg nach LA gefunden, wären aber sofort gemeinsam mit Lamar Odom im Austausch für Paul nach New Orleans gewandert. Die Rockets, bis vor einigen Tagen ebenfalls an Paul interessiert, hatten zurückgezogen, nachdem dieser erklärt hatte, keine Vertragsverlängerung über den Sommer 2012 hinaus zu unterzeichnen.

Da die Hornets jedoch von der Liga übernommen wurden, also sozusagen den anderen 29 Teambesitzern gehören, wurden sofort Stimmen laut, dass dieses Veto von einigen anderen Teams gefordert wurde. Commissioner David Stern und andere Liga-Offizielle verneinen dies, laut New York Times und Yahoosports.com gibt es allerdings eine E-Mail von Cleveland Cavaliers Besitzer Dan Gilbert an Stern, die den Liga-Boss auffordert, etwas gegen den Wechsel zu unternehmen.

Hochkarätige Konkurrenz

Dass Chris Paul New Orleans verlassen dürfte, ist also beschlossene Sache. ESPN vermeldete Anfang der Woche bereits, die Hornets wollten sich von einem ihrer Spieler, die im Sommer 2012 Free Agents werden würden, trennen. Dass es sich hierbei um Paul handelt, für diesen Rückschluss brauchte man nicht in der Londoner Baker Street 221b zu wohnen.

Neben den einmal abgewiesenen Lakers stehen einige andere Hochkaräter Schlange, um sich die Dienste eines der besten Point Guards der Liga zu sichern. Allen voran Los Angeles ewiger Konkurrent aus Boston. Die Celtics sollen Gerüchten zufolge den Hornets unter anderem Rajon Rondo als Paul-Ersatz angeboten haben. Dazu kämen Jeff Green und zwei Erstrundenpicks im Draft.

Sowohl in Boston als auch in Los Angeles würde Paul ein für ihn angenehmes Szenario vorfinden: Schließlich sind beides sehr erfahrene, sehr gut besetzte Teams, die in dieser Besetzung noch ein bis zwei Jahre um den Titel mitspielen dürften. Danach könnte um ihn herum – er ist schließlich gerade einmal 26 Jahre alt – eine Mannschaft aufgebaut werden.

Auch Dallas ist dabei

Anders verhält es sich bei den anderen Interessenten. Die Golden State Warriors und Los Angeles Clippers erhoffen sich von Paul natürlich einen Schub nach vorne. Und zumindest den Hornets scheinen deren Angebote am besten zu gefallen, wie yahoosports.com berichtet. Der von Golden State im Paket mit anderen Spielern angebotene Stephen Curry soll New Orleans lieber sein als Rondo.

Und auch im Staate Texas will man Paul, obwohl den Dallas Mavericks weniger Chancen eingeräumt werden, als dem Rest. Gerade die Champions sind dabei eher darauf angewiesen, von anderen Teams geeignete Spieler zu bekommen, die den Hornets dann gefallen dürften. Nicht im Rennen um Pauls Dienste sollen dagegen die New York Knicks nach einem Bericht der NY Post sein.

Großer Mann sucht (k)eine neue Bleibe

Um die Dienste des Centers Dwight Howard buhlen bei weitem nicht so viele Teams wie um Pauls. Das mag daran liegen, dass weder sein Team Orlando, noch er, sich eigentlich voneinander trennen wollen, wie hoopsworld.com berichtet. ESPN zitierte dagegen eine Quelle, Howard habe um einen Wechsel zu den New Jersey Nets gebeten. Zumindest gibt es noch keine Vertragsgespräche: Seinen im Sommer auslaufenden Vertrag in Orlando jetzt zu verlängern, wäre eine finanziell äußerst schlechte Entscheidung und so wird in Florida bis Mitte des nächsten Jahres weiter um den größten Star gezittert werden. 

Die Howard-Saga wurde in der letzten Woche um ein weiteres Kapitel erweitert. So berichteten mehrere US-Medien, der scheidende Geschäftsführer der Magic, Bob Vander Weide, habe Howard ziemlich angetrunken angerufen, um ihn zum Bleiben zu überreden. Vander Weide gab gegenüber einem Radiosender zu Protokoll ein paar Gläser getrunken zu haben, aber nicht betrunken gewesen zu sein. Über den Inhalt seines "privaten" Gespräches mit dem Superstar des Teams wollte er auf einer Pressekonferenz nichts sagen, nur soviel: "Das Telefongespräch hat meine Beziehung zu Dwight nicht verändert", wie orlandopinstripedpost.com zitierte.

Howard selbst soll bereits vor einigen Tagen seinen Wunsch zum Bleiben geäußert haben und nach einem Bericht des Radiosenders Bay 9 News sogar einen weiteren Superstar für das Team gefordert haben. Besonders der Name Chris Paul soll dabei gefallen sein. Vielleicht sind am Ende nicht die Lakers, sondern die Magic der große Sieger mit einem neuen dynamischen Duo.

Sven Kittelmann

sportal.de / sportal

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