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NBA: Dallas Mavericks gelingt Revanche gegen die New York Knicks

Nach der Linsanity-Gala im Hinspiel drehten die Dallas Maverick gegen die New York Knicks den Spieß jetzt um und nahem Revanche. Nach einem verrückten Spiel mit Aufholjagden und Führungswechseln war es Dirk Nowitzki, der mit elf Punkten in den letzten viereinhalb Minuten die Mavs jubeln ließ.

Im Rematch mit den New York Knicks konnten die Dallas Mavericks sich in der NBA für die Linsanity-Gala des Hinspiels revanchieren und den Knicks beim 95:85-Sieg die dritte Auswärtsniederlage in Folge beibringen. Einzig glücklicher Knickerbocker dürfte Ex-Maverick Tyson Chandler gewesen sein, der vor dem Spiel seinen in der letzten Saison mit Dallas errungenen Meisterring in Empfang nehmen durfte.

Aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls von Brendan Haywood, der sich beim ersten Ballkontakt im gestrigen Spiel gegen Oklahoma City den Knöchel verstaucht hatte, musste sich Mavs-Coach Rick Carlisle eine Alternative ausdenken. Und die passte wie angegossen. Ian Mahinmi kam zu seinem zweiten Einsatz in der Starting Five und konnte, nachdem er gegen die Thunder bereits das bisher beste Spiel der Saison gemacht hatte, auch am heutigen Abend mit 9 Punkten, 6 Rebounds, 3 Steals sowie 2 Blocks eine sehr solide Partie abliefern.

Mavs überrollen Linsanity im ersten Viertel

Die Mavericks legten von Beginn an los wie von der Tarantel gebissen. Die Dreier fielen, das Spiel unter den Körben war sowohl offensiv als auch defensiv durchsetzungsstark – und das Ganze ohne Dirk Nowitzki auf dem Feld. Vor allem die Guards Jason Kidd und Rodrigue Beaubois waren mit 18 Punkten in den ersten 15 Minuten die Antreiber, aber auch die Arbeit, die Mahinmi und Odom unter den Körben verrichteten war aller Ehren wert.

Und die Knicks? Sie verwandelten ihre Würfe nicht, lagen bei den Rebounds weit hinter Dallas und hatten vor allem schon sechs Turnover – während die Mavericks zu dem Zeitpunkt nur ein einziges Mal den Ball verloren hatten. Zwar fanden die Knicks im Verlauf des zweiten Viertels wieder zu etwas mehr Sicherheit, vor allem, weil Amar'e Stoudemire seinen Rhythmus fand, doch die Mavericks konnten trotzdem einen Vorsprung von sechs Punkten mit in die Pause nehmen.

Sind das die neuen Mavs?

Los ging es also ins gefürchtete dritte Viertel, in den letzten Wochen ja oft der Moment der – zumeist eher negativen – Wahrheit für Dallas. Doch alle Nein-Sager hatten die Rechnung ohne Dirk Nowitzki gemacht. Zehn Punkte des Deutschen in den ersten fünf Minuten eröffneten den Mavs eine 19-Punkte-Führung.

Doch wie so im Hinspiel hatten die Mavs die Rechnung ohne Steve Novak gemacht. Zwei schnelle Dreier zu Beginn des vierten Viertels, einige gute Korbleger des aus der Versenkung aufgetauchten Baron Davis – von seinem damaligen Club Golden State aus den Playoffs des Jahres 2007 ja bereits als erwiesener Mavs-Killer bekannt -, sieben Minuten ohne einen einzigen Punkt für Dallas, und die Knicks waren plötzlich wieder voll im Spiel.

Doch die Mavericks haben im letzten Jahr gelernt, sich in kritischen Momenten voll und ganz auf die Nervenstärke ihrer Veteranen zu verlassen. Neun Punkte von Nowitzki, unterbrochen nur von einem Dreier von Point Guard Jason Kidd, und plötzlich betrug die Führung wieder 11 Punkte. Und diese ließen sich die Mavs dann auch nicht mehr nehmen.

Dirk Nowitzki beendete das Spiel als Topscorer mit 28 Punkten, davon allein 24 in der zweiten Halbzeit und elf in den letzten viereinhalb Minuten des Spiels, und auch Jason Kidd dürfte einen zufriedenstellenden Abend gehabt haben – seine 15 Punkte bedeuteten Saisonbestleistung für den Oldie.

Bester Spieler bei New York war Amar'e Stoudemire, der die Niederlage mit 26 Punkten und 7 Rebounds allerdings auch nicht mehr verhindern konnte. Jeremy Lin mit 14 Punkten (4 von 13 Treffer aus dem Feld) und Carmelo Anthony mit sechs Zählern (zwei von 12 Treffer) konnten den Knicks an diesem Abend nicht wirklich helfen.

Odom nach LA – oder doch nicht?

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle ein Gerücht aufgreifen, das seit Tagen die Runde macht. So sollen nämlich die Los Angeles Clippers an Lamar Odom als Backup für ihren All-Star Blake Griffin interessiert sein. Eigentlich wäre das eine schöne Gelegenheit gewesen, einen der beiden überzähligen Point Guards der Clippers im Tausch zu holen. Sowohl Mo Willaims als auch Eric Bledsoe hätten das Potenzial, den Mavericks mit ihrem Shooting-Game weiter zu helfen.

Doch nachdem ich mir Lamar Odom in den vergangenen beiden Spielen nach seiner Pause angeschaut habe – seinen wieder gefundenen Einsatzwillen, seine Fähigkeit, in der Defensive für fast jeden Gegenspieler extrem unangenehm zu werden – habe ich davon wieder Abstand genommen. Natürlich sieht seine Schussquote nach wie vor nicht aus wie die, die er zu Zeiten bei den Lakers hatte, doch viele wichtige, mannschaftsdienliche Eigenschaften sind eben nicht von einem Statistikbogen abzulesen.

Ob Odom im Sommer vielleicht als Free Agent trotzdem bei den Clippers landet, sei einmal dahin gestellt. Zunächst aber sollte er den Mavericks helfen können, denn das Gerüst des amtierenden Champions ist nach wie vor auf einer guten Defensive aufgebaut.

Orlando blamiert sich in Charlotte

Das Achterbahnteam schlechthin in der NBA sind zur Zeit die Orlando Magic. Teilweise mit tollen Siegen gegen besser besetzte Teams, nimmt sich das Team vom besten Center der Liga, Dwight Howard, immer wieder Auszeiten und verliert Spiele gegen Mannschaften mit weit weniger Potenzial.

So wie am heutigen Abend bei der fast schon sensationellen 84:100-Niederlage gegen die Charlotte Bobcats. Obwohl Howard einmal mehr mit einem eindrucksvollen Double-Double (15 Punkte, 17 Rebounds) aufwarten konnte, hatten die Magic den Bobcats, immerhin dem schlechtesten Team der Liga, speziell im letzten Viertel nichts mehr entgegenzusetzen. Dank 29 Punkten von Topscorer Corey Maggette sowie eines Double-Doubles von Rookie Bismack Biyombo stand am Ende der fünfte Saisonsieg der Mannschaft von Teambesitzer Michael Jordan.

Zweifelhaft, ob die Magic mit solchen Leistungen Argumente sammeln um Howard, der am Ende der Saison als Free Agent auf Clubsuche gehen kann, zum Bleiben zu überreden. Wahrscheinlicher dürfte wohl ein Abschied des dreimaligen Defensive Player of the Year sein – für die Fans in Orlando nichts Neues, hatte man doch bereits Shaquille O'Neal nach 4 Jahren ohne Gegenleistung als Free Agent ziehen lassen und zusehen müssen, wie er in Los Angeles und Miami vier Meisterringe gewann.

Oliver Stein

sportal.de / sportal

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