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NBA: Mavericks besiegen die Denver Nuggets 112 -95

Mit einer eindrucksvollen Leistung haben die Dallas Mavericks ihre Niederlagenserie in fremder Halle beendet. Im direkten Duell zwischen den beiden Playoff-Konkurrenten überragten Nowitzki und die Defense der Mavs.

Die Dallas Mavericks haben die zweitlängste Niederlagenserie ihrer Geschichte in fremden Hallen eindrucksvoll gestoppt. Bei den Denver Nuggets, einem direkten Konkurrenten um die Playoff-Plätze, gab es nach sieben aufeinanderfolgenden Auswärtspleiten endlich wieder einen souverän herausgespielten 112:95-Sieg.

Angeführt von Dirk Nowitzki, der mit 33 Punkten, 11 Rebounds und 6 Assists eins seiner besten Saisonspiele ablieferte, konnten die Mavericks einen Start-Ziel-Sieg feiern, der ab Mitte des ersten Viertels nie in Gefahr geriet. Sechs Mavericks konnten zweistellig punkten, während bei Denver, eigentlich das treffsicherste Team der Liga, nur Arron Afflalo seine normale Leistung abliefern konnte.

Mavericks-Defensive steht

Wie schon im Spiel gegen die San Antonio Spurs wirkten die Mavericks von Beginn an voll konzentriert und mannschaftlich geschlossen. 10 Punkte von Nowitzki im ersten Viertel sorgten für einen guten Start, und auch ohne Shawn Marion, der das zweite Spiel in Folge pausieren musste, war die Defensive des Titelverteidigers immer zur Stelle, wenn Denver versuchte, das Spiel schnell zu machen.

Zwar konnten die Nuggets im ersten Viertel noch beeindruckende 64 Prozent ihrer Würfe verwandeln, doch spätestens im dritten Abschnitt, als die Mavericks der Mannschaft aus Colorado nur 33 Prozent verwandelte Würfe gestatteten, befanden sich die Mavs auf der Siegerstraße. Vor allem das Auslassen schlechter Würfe brachte den Mavericks einen beruhigenden Vorsprung vor dem Start des Schlussviertels – vier von fünf Startern warfen 50 Prozent oder besser aus dem Feld. Genau das hatte Coach Carlisle vor Wochenfrist noch als Hauptgrund der Misere ausgemacht – und dann mit einigen intensiven Trainingseinheiten während der freien Tage geschafft, abzustellen.

Hinzu kam eine solide Leistung von Lamar Odom, der sich vor allem mit 9 Rebounds und einigen guten Defensivaktionen auszeichnete und auf dem Weg zu sein scheint, das durch seine zweiwöchige Pause aufgrund privater Probleme erschütterte Vertrauen seiner Mannschaftskameraden zurück zu gewinnen.

Denver mit Verletzungssorgen

Zusätzlich zur Niederlage mussten die Nuggets auch noch zwei verletzungsbedingte Ausfälle verkraften. So musste sich Danilo Gallinari, der erst seit zwei Wochen nach längerer Verletzungspause wieder im Team stand, nach der Pause mit einem gebrochenen Daumen aus dem Spiel verabschieden. Und auch Backup-Pointguard Andre Miller musste aufgrund einer Muskelverletzung in der Schulter früh im zweiten Viertel das Spiel verlassen.

Eigentlich war dies der perfekte Grund für den 37-Millionen-Dollar Neuzugang Wilson Chandler, sich sofort zu profilieren. Doch Chandler, der zwar die meisten Würfe aller Nuggets nahm, dabei aber nur auf 13 Punkte kam, wird sicher noch eine Weile brauchen, bis er sich wieder an das NBA-Spiel gewöhnt hat. Der Forward, bis zum Lockout bereits in Denver unter Vertrag, hatte während des Streiks in China gespielt und feierte am Montag seine Rückkehr ins Team, nachdem man sich auf einen 5-Jahres-Vertrag geeinigt hatte.

Wochen der Wahrheit für die Mavs

Dallas zog vor allem aus dem Ausfall des Italieners Gallinari seinen Nutzen. Vince Carter (14 Punkte), Rodrigue Beaubois (14) und Nowitzki kamen immer wieder ungestört zu Würfen aus der Halbdistanz, und auch Brandan Wright (15) konnte seinen Beitrag zum Sieg leisten.

Mit dem vierten Sieg in Folge konnten die Mavericks Denver in der Tabelle der Western Conference zunächst einmal wieder auf Distanz halten. Bis auf den ersten Nicht-Playoff-Platz sind es nach dieser Partie nun wieder drei Spiele Vorsprung. Angesichts des Programms der nächsten Wochen mit acht Spielen gegen direkte Konkurrenten – sowie einem Roadtrip nach Florida mit Spielen gegen die Miami Heat sowie die Orlando Magic – war der heutige sicher ein ganz wichtiger Sieg. Außerdem konnte Dallas die Serie von vier Saisonspielen gegen Denver mit 3:1 für sich entscheiden – ein Fakt, der bei Punktgleichheit nach der Regular Season entscheidend für das Playoff-Seeding sein kann.

Chicago Bulls nicht zu stoppen

Die Chicago Bulls bleiben auch ohne ihren MVP Derrick Rose das Nonplusultra in der NBA. Rose, der bereits das vierte Spiel in Folge mit einer Leistenzerrung aussetzen musste, konnte von der Bank entspannt zusehen, wie seine Teamkollegen den Orlando Magic in deren eigener Halle nicht den Hauch einer Chance ließen.

Beim 85:59-Sieg des Klassenprimus der Liga überragten vor allem Carlos Boozer, der 24 Punkte und 13 Rebounds beisteuern konnte, sowie der von der Ersatzbank kommende Rose-Ersatz John Lucas, der auf 20 Punkte kam und acht seiner 13 Wurfversuche verwandeln konnte. Einen besonderen Rekord durfte Bulls-Coach Thibodeau feiern. Der Sieg machte ihn zum NBA-Trainer mit der am schnellsten erreichten Marke von 100 Siegen. Den Bulls gelang dies unter dem ehemaligen Defensiv-Coach der Boston Celtics im 130. Spiel – Vorgänger Avery Johnson hatte mit Dallas in den Jahren 05/06 131 Spiele gebraucht.

Für Orlando, das mit der Freude über Center Dwight Howards Treuegelübde für ein weiteres Jahr eigentlich zu einem Run auf die Spitze der Eastern Conference ansetzen wollte, war die Niederlage die dritte in vier Spielen und das zweite Mal in dieser Saison, das man nur weniger als 60 Punkte erzielen konnte. Bereits gegen die Celtics hatte es im Januar eine 87:56-Niederlage gegeben. Die Magic trafen nur 35 Prozent aus dem Feld, und vor allem die Dreierquote war mit nur 4 Treffern bei 20 Versuchen miserabel. Tausende der Zuschauer verließen bereits lange vor Abpfiff der Partie die Halle und machten dabei ihrem Unmut lautstark Luft.

Oliver Stein

sportal.de / sportal

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