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NBA: Über-Nowitzki unterliegt im Spektakel

Das Prestigeduell verloren, aber Sympathien gewonnen und Hoffnungen geweckt: Die Dallas Mavericks mussten in der NBA nach zweimaliger Verlängerung zwar eine 126:133- Heimniederlage gegen die San Antonio Spurs hinnehmen, doch die Formkurve der "Mavs" zeigt nach einem Viertel der Vorrunde deutlich nach oben - wegen Dirk Nowitzki.

Das war unterhaltsam", titelte die Tageszeitung "Dallas Morning News" am Mittwoch. Der größte Showmaster war dabei erneut der deutsche Nationalspieler Dirk Nowitzki. Der Würzburger erzielte beim Offensiv-Spektakel im ausverkauften American Airlines Center die meisten Punkte (35). Als es darum ging, den Sieg zu holen, gelangen Nowitzki im Schluss-Viertel und den beiden Verlängerungen allerdings nur sechs Zähler. Dass Dallas dennoch mit dem viermaligen Meister auf Augenhöhe war, zeugt von der Ausgeglichenheit des Kaders. Bislang namenlose Akteure wie der 1,78 Meter große Spielmacher Jose Juan Barea glänzen neben den Stars Nowitzki und Jason Kidd. So kam Barea in der Vorwoche bei der Wahl zum "Spieler der Woche" in der Western Conference auf Platz zwei - hinter Nowitzki, dem bei den drei Siegen im Schnitt 30,7 Punkte sowie zehn Rebounds gelangen.

Dallas wie die Lakers

Diese Zahlen kann derzeit selbst der "wertvollste Spieler der Vorsaison", Kobe Bryant von den Los Angeles Lakers, nicht vorweisen. "Es war ein großartiges Spiel, großartiger Basketball. Wir haben gekämpft, aber San Antonio hat in den entscheidenden Minuten halt die Punkte gemacht", meinte Mavericks-Trainer Rick Carlisle. Das Team scheint mittlerweile seine Philosophie verinnerlicht zu haben. Die Defensive wird ihrem Namen mehr und mehr gerecht, und in der Offensive wissen Nowitzki und Co. endlich, wann und wohin Jason Kidd den Ball spielt.

Vor einem Monat sah das noch anders aus. Von einem "Dallas- Dilemma" war die Rede, nachdem die Texaner mit nur zwei Siegen und sieben Niederlagen so schlecht wie zuletzt vor zehn Jahren in die Saison gestartet waren. "Der 124:114-Sieg bei den New York Knicks Mitte November war so etwas wie die Wende", betont Nowitzki. Nach zuvor fünf Niederlagen nacheinander sei der Druck sehr groß gewesen, aber die Mannschaft habe gerade in dieser Situation gezeigt, wozu sie imstande sei, sagt der Deutsche, dessen Team mit acht Siegen in den vergangenen zehn Partien die gleiche Bilanz wie Vizemeister Los Angeles Lakers aufweist.

"Jetzt geht die Saison erst richtig los"

Bemerkenswert ist zudem, dass Dallas seit neun Partien auf seinen zweitbesten Werfer, Josh Howard, verzichten muss. Der 28-Jährige, der im Schnitt 20,3 Punkte pro Spiel erzielt, fehlt derzeit wegen einer Verletzung des Sprunggelenks. Zwar rangiert Dallas nach der neunten Saison-Niederlage nur auf Platz neun, hat in der starken Western Conference aber nur zwei Partien mehr als die zweitplatzierten Denver Nuggets verloren. Und bis zum Jahresende können sich die Mavericks in der Tabelle nach oben spielen, denn nur drei der elf Kontrahenten haben eine bessere Bilanz als sie. "Für uns geht die Saison jetzt erst richtig los", sagt Jason Terry. "Die ersten 20 Spiele sind doch immer noch so etwas wie Vorbereitung, in der man sich einspielt."

DPA

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