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NFL Vollmer hofft auf deutschen Zuwachs in der NFL


Sie haben unterschiedliche Spielpositionen und unterschiedliche Stellungen in ihren jeweiligen Teams und trotzdem könnte Sebastian Vollmer und Matthias Berning bald eines gemeinsam sein: Der Platz in einem NFL-Team. Dafür muss es Rookie Berning jedoch bei den New York Jets schaffen.

Während Sebastian Vollmer den Grundstein für seine NFL-Karriere bereits vor einigen Jahren gelegt hat, muss Matthias Berning um das sportliche Überleben in seinem Rookie-Jahr kämpfen. Würde er dies schaffen, gäbe es zum ersten Mal zwei Deutsche in der Liga.

Doch während sich Vollmer im dritten Jahr bei den New England Patriots als Starter etabliert hat, muss Neuling Berning in New York seinen Kaderplatz in der letzten Phase der Vorbereitung erst noch behaupten. "Ich hoffe natürlich, dass es ein weiterer Deutscher schafft und dass er erfolgreich bei den Jets ist", sagte Vollmer in einem Telefoninterview mit deutschen Medien.

Wie hart es dabei sogar im Training zugeht, bekam Berning gleich in seiner ersten Woche Anfang August zu spüren. Full Back John Conner nahm sich den Linebacker vor und donnerte ihn so heftig auf den Boden, dass Bernings Helm wegflog. "Willkommen in der NFL, rook", beschrieb die teameigene Internetseite die Szene.

"Nummer 56, das German Kid"

Der 24-Jährige biss sich durch, schaffte zwei Tackles im Auftakt-Testspiel gegen die Houston Texans (16:20) und überstand die erste Welle von Entlassungen. "Er war eindrucksvoll im Trainings-Camp", lobte Jets-Cheftrainer Rex Ryan, auch wenn er sich bei einer frühen Pressekonferenz noch nicht an den Nachnamen von "Nummer 56, das German Kid" erinnern konnte: "Aber er fängt mit einem 'B' an." Nicht nur deshalb wäre es eine kleine Überraschung, sollte sich Berning am 3. September noch im Aufgebot befinden, wenn dieses von aktuell 85 Spielern auf 53 reduziert wird.

Besonders das Studieren der dicken Playbooks mit den Laufwegen fand Berning zu Beginn seiner NFL-Karriere "ein bisschen verwirrend". Dass er sich im Hotel wie zu Collegetagen an der Central Michigan University mit Nick Bellore das Zimmer teilt, erleichterte den Einstieg. "Es ist schön, jemanden zu kennen, wenn du hier ankommst und nicht von ganz vorne beginnen zu müssen", sagte Berning auf der Jets-Homepage. Doch da sich sein Kumpel auch für einen der Plätze als Linebacker bewirbt, endet die Freundschaft spätestens auf dem Platz.

Selbst ist der Vollmer

Auch Vollmer kennt das Zittern vor dem "final cut" aus seinem Rookie-Jahr. "Alles das tun, was einem gesagt wird", gibt Vollmer seinem deutschen Kollegen, der ebenfalls früher bei den Düsseldorf Panther spielte, als Rat mit. Die Herangehensweise hat sich für den Offensive Lineman, der Star-Quarterback Tom Brady vor Angriffen beschützt und Räume für den Lauf frei blockt, bewährt. Schon nach seiner zweiten Saison wurde er im Januar unter die besten vier NFL-Profis auf der Tackle-Position gewählt.

Die Sommerpause stellte Vollmer jedoch vor eine neue Situation. Während der Ende Juli beendeten Aussperrung im Arbeitskampf mit den Clubbesitzern durften die Profis nicht die Stadien betreten und mit ihrem Team trainieren. "Man musste alles selbst erledigen, ich musste mir meinen eigenen Trainer holen", berichtete Vollmer.

Volles Programm

Wäre die Saison ausgefallen, hätte der 27-Jährige "wahrscheinlich weiter trainiert", nach der Einigung gilt es nun aus der verkürzten Vorbereitung "das Beste zu machen". Ein typischer Tag für Vollmer beginnt derzeit um sechs Uhr. Das Frühstück findet auf der Patriots- Anlage statt, danach folgen Krafttraining, Besprechungen mit den Trainern, Analysen der Spielzüge und nach einer kurzen Mittagspause drei Stunden Training. Auch bis zum Abend bleibt keine Freizeit, "man guckt, was man im Training gemacht hat, wird korrigiert, bereitet sich auf den nächsten Tag vor und ist gegen 10 Uhr wieder fertig".

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