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NHL: Das Rennen um die NHL-Playoff-Plätze

Drei Wochen vor dem Ende der NHL-Saison ist der Kampf um die Playoff-Plätze in vollem Gange. Nur wenige Teams sind komplett aus dem Rennen. In der Western Conference kämpfen noch sieben Teams um vier Plätze.

Etwas mehr als drei Wochen vor dem Ende der regulären Saison ist das Rennen um die Playoff-Plätze in der NHL äußerst spannend und es läuft alles auf eine Entscheidung am letzten Spieltag hinaus.

Eastern Conference: Drei aus sechs

In der Eastern Conference kämpfen noch sechs Teams um drei Playoff-Plätze. Die New Jersey Nets sollten als Sechster mit elf Punkten Vorsprung eigentlich sicher in den NHL-Playoffs dabei sein, wenn nicht noch ein epischer Einbruch folgt, wie ihn im Vorjahr die Atlanta Braves und die Boston Red Sox im Baseball erlebten. 

Ein Sextett mit den Ottawa Senators (81 Punkte), Florida Panthers (79), Washington Capitals (78), Buffalo Sabres (74) Winnipeg Jets (72) und Tampa Bay Lightning (71) kämpft um drei Plätze. Der Kampf um die Spitze der bärenstarken Atlantic Division, aus der es wohl vier Teams in die Playoffs schaffen werden, ist auch gleichzeitig der Kampf um die Spitze der Eastern Conference.

Noch thronen dort recht komfortabel die New York Rangers mit sechs Punkten Vorsprung auf die Pittsburgh Penguins, aber die haben einen Wahnsinnslauf mit neun Siegen in Serie und dürfen ab Donnerstag Nacht wieder auf ihren Superstar Sidney Crosby zählen - ausgerechnet gegen die Rangers. Über diesem Spiel prangt in großen Buchstaben das Wort Showdown. Bei einem Sieg dürfte den Rangers der Heimvorteil bis ins Conference Final nicht mehr zu nehmen sein.

Western Conference: Vier aus sieben

Noch viel spannender ist es in der Western Conference. Die Teams auf den Plätzen sieben (Phoenix Coyotes, 79 Punkte) bis elf (Colorado Avalanche, 78) trennt gerade einmal ein Punkt. Und auch die Dallas Stars (83) und Chicago Blackhawks (84) sind noch nicht sicher in den NHL-Playoffs. An der Spitze liegen hier die St. Louis Blues (98 Punkte), vor den Vancouver Canucks (92) und den Detroit Red Wings (91), bei zwei Spielen mehr für St. Louis ist hier aber noch nichts entschieden.

Ziemlich sicher dabei sind die Nashville Predators, die aber für die Playoffs noch den überraschenden Zugang eines Superstars vermelden könnten. Die NHL hat das O.k. gegeben, dass Alexander Radulov wieder für die Predators spielen kann.

Bester Nicht-NHL-Spieler vor Rückkehr zu den Predators

Kurze Rückblende: Radulov, 2004 Erstrundenpick der Predators, hatte im Juli 2008 einen Vertrag in der KHL bei Salavat Yulaev Ufa unterschrieben, obwohl er einen bestehenden Vertrag mit den Predators hatte. Radulov begründete seine Wechsel damit, dass er wieder in der Heimat spielen wolle und ihm dort einige Clubs bessere Bedingungen bieten würden, als es Nashville damals tat.

Die Folge war ein Abkommen zwischen NHL und KHL, in dem vereinbart wurde, dass man gegenseitig die Verträge respektieren würde - nach Radulov. Der junge Russe wechselte in die KHL und in Nashville war man verständlicherweise nicht amüsiert. Doch das ist nun alles vergessen. Sein KHL-Team ist in den Playoffs ausgeschieden und für die Predators wäre nun der perfekte Zeitpunkt, dass er in die NHL zurückkehrt.

"Meiner Meinung nach, wenn es eine Zeit für seine Rückkehr gibt, dann ist es jetzt", sagte Nashville-GM David Poile laut espn.com. "Alles passt, die Playoffs in der KHL sind vorbei und die Hürden hier sind aus dem Weg geräumt. Er kann das letzte Jahr seines Vertrages bei uns erfüllen und dann Free Agent werden."

Großer Vertrag winkt Radulov

Das dürfte auch der größte Anreiz für Radulov, der allgemein als der beste Eishockey-Spieler angesehen wird, der nicht in der NHL spielt. Sein Einstiegsvertrag bei den Predators läuft noch ein Jahr und würde damit nach dieser Saison enden, sollte er nach Nordamerika zurückkehren. Danach würde er Restricted Free Agent sein, was ihn zu Vertragsangeboten anderer Teams berechtigen würde, sprich: Radulov könnte mit 25 Jahren nun richtig Geld verdienen.

Eine Entscheidung Radulovs wird in Kürze erwartet. Er wird im Trainingslager der russischen Nationalmannschaft zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft erwartet, sollte er dort auftauchen, dürfte die NHL ad acta gelegt werden und würde er fern bleiben, wäre dies das Ende seiner WM-Pläne und ein Zeichen, dass er in die NHL zurückkehrt.

Die Predators haben bereits eine sehr starke Defensive und eine Rückkehr Radulovs würde sie in den NHL-Playoffs womöglich zu mehr als nur einem Geheimtipp machen. So sind unter anderem auch die Red Wings, möglicher Erstrunden-Gegner der Predators, auch nicht gerade erfreut über seine Rückkehr. Normalerweise müssen Spieler, die außerhalb der NHL gespielt haben, erst auf die Waiver-Liste, wo sie dann auch von anderen Teams verpflichtet werden können. Zudem darf ein Team zwar nach der Trade-Deadline noch Spieler verpflichten, diese dürfen aber in den Playoffs nicht spielen.

Die NHL diskutiert über Hybrid Icing

Die NHL-GMs entschieden auf ihrer Sitzung nach hitziger Debatte aber, dass Radulovs Vertrag bei den Predators noch gültig und die Aufhebung der Sperre seitens der NHL rechtens sei und Radulov somit den Predators in den Playoffs zur Verfügung stehen würde, wenn er denn tatsächlich in die NHL zurückkehren will.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung des GM-Meetings war die Überarbeitung der Icing-Regel. Die Vertreter der Clubs einigten sich auf eine Regel namens Hybrid Icing, die das Spiel sicherer machen sol.

Im Moment erlaubt es die NHL, den Spielern nach einem langen Pass oder Befreiungsschlag, dem Puck bis an die Bande hinter den Tore herzujagen, was zu High-Speed-Duellen direkt vor der Bande führt. Nach der neuen Regel soll diese Jagd aber bereits bei den Bully-Punkten beendet sein, was zu einem größeren Auslauf vor der Bande führen würde.

Henning Schulz

sportal.de / sportal

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