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NHL Icecrusher - Ein Quartett für die Hall of Fame


Es gibt nur wenige Ex-Spieler, denen es niemand verübelt, wenn sie in Lederjacke zu ihrer Aufnahme in der Hall of Fame erscheinen. Ed Belfour gehört dazu. Im Icecrusher blicken wir auf die außergewöhnliche Karriere eines ungewöhnlichen Goalies zurück und schauen zudem noch auf die aktuelle Situation in der NHL.

Diese Woche möchte ich im Icecrusher neben dem aktuellen Geschehen einen Blick auf die vier Spieler werfen, die diese Woche in die Hall of Fame der NHL aufgenommen worden sind.

Vor allem ein Spieler verdient dabei besondere Beachtung: Ed Belfour, der sogleich im ersten Jahr, in dem es möglich war, in die Hall of Fame aufgenommen wurde und der zu seiner aktiven Zeit - wie ja gerüchteweise viele Goalies - ein etwas anderer Profi war. Neben Belfour gehören Doug Gilmour, Mark Howe und Joe Nieuwendyk der Hall of Fame-Class 2011 an.

Belfour: Anruf beim Mittagsschlaf

Schon als der Anruf mit der freudigen Nachricht kam, zeigte sich, dass Belfour immer noch ein wenig anders ist als andere Eishockey-Spieler, denn er machte gerade ein Nickerchen vor einem Spiel seines Altherren-Teams in Dallas, wo er als Verteidiger aufläuft, die anderthalb Stunden, die es dauert, die Goalie-Ausrüstung an- und abzulegen möchte er sich nicht mehr antun, so Belfour.

Die Augenbrauen gingen hoch, als Belfour in Lederjacke zum Hall of Fame-Tribut im Air Canada Centre in Toronto erschien, während seine Kollegen ereignisgemäß in Anzug und Krawatte erschienen. Bei der eigentlichen Einführung in die Hall of Fame, erschien dann aber auch der 46-jährige ehemalige Ausnahme-Goalie im feinen Zwirn, den er sich extra für diesen Anlass ausgeliehen hatte, wie er später zugab.

"Ich dachte, er hätte sich geändert", sagte Gilmour laut sports-yahoo.com mit einem Lächeln und einem Schulterzucken. "Aber wir haben uns alle nur angschaut. 'Hey, das ist Eddie.'"

"Nun, das ist Eddie und Eddie ist, wie er ist", fügte Joe Nieuwendyk an. "Es ist für keinen von uns schockierend, dass er hier so angetreten ist und er geht in die Hall of Fame, so wie er es möchte." 

Belfour wurde nie gedraftet

Nie von einem NHL-Team gedraftet, schaffte es Belfour mit 484 Karriere-Siegen für die Chicago Blackhawks, San Jose Sharks, Dallas Stars, Toronto Maple Leafs und Florida Panthers auf den dritten Platz der ewigen Bestenliste. Neben einigen unglücklichen Eskapaden außerhalb der Eishalle sorgte Belfour auch auf dem Eis und als akribischer Eishockey-Profi immer wieder für positive Schlagzeilen.

"Ich sehe noch seine Frau Ashley, wie sie draußen sitzt und auf ihn wartet", erinnert sich Pat Quinn, Belfours Coach bei den Maple Leafs, laut thestar.com. "Als ich rausging um ein Uhr Nachts saß er immer noch da und schärfte seine Kufen, so war er eben."

"Wir hatten niemals ein Problem mit Eddies Besonderheiten - nicht, dass es ihn interessiert hätte, wenn", sagte Nieuwendyk, der mehr als einmal Belfours Teamkollege war. "Er machte, was immer er musste, um sich vorzubereiten. Das ewige zehnminütige Warten auf Eddie im Bus, weil er sich noch über irgendetwas an seiner Ausrüstung aufregte."

Orangensaft für Eddie

Belfour soll bei Auswärtsspielen schonmal Leute losgeschickt haben, um ihm einen bestimmten Orangensaft zu besorgen. Legendär auch, dass er einen eigenen Kufen-Schleifer zu Auswärtsspielen mitnahm, mit dem er seinen Kufen einen besonderen Schliff gab, der er bis heute als "großes Geheimnis" bewahrt. 

"Er ist eben anderer Kerl, aber er war einer der besten Teamkameraden, die ich je hatte", fügt Nieuwendyk an. "Aber das war nicht, weil wir zusammen privat etwas zusammen unternommen haben. Eddie hat nie richtig was privat mit Mitspielern unternommen. Er war ein gerissener Kerl, für den wir alle unglaublichen Respekt hatten, da er seine Position sehr ernst nahm. Es gab keinen Tag, an dem er unvorbereitet ins Spiel gegangen wäre. Wir wussten, wenn die großen Spiele auf dem Plan standen, war er derjenige, den wir im Tor haben wollten."

New York Rangers laufen heiß

Doch nun genug in der Vergangenheit geschwelgt, schauen wir auf das aktuelle NHL-Geschehen. Die heißesten Teams derzeit sind eindeutig die New York Rangers (sieben Siege in Serie) und die Boston Bruins (sechs Siege). Auf dem absteigenden Ast sind derweil die Dallas Stars, die beim 0:6 gegen die Florida Panthers nicht nur ihre dritte Niederlage in Serie kassierten, sondern auch förmlich aus der eigenen Halle geschossen wurden - und das von den Panthers...

Ebenso runter geht es derzeit für die Edmonton Oilers (drei Niederlagen) und die New York Islanders (vier), die aber erneut nicht den besten Saisonstart hingelegt haben und nur eines ihrer letzten zehn Saisonspiele gewinnen konnten, das ist sogar schlechter als NHL-Schlusslicht Columbus, das in dem Zeitraum drei Siege verbuchen konnte.

Avalanche läuft kalt

Auf niedrigem Niveau pendelt sich derweil die Colorado Avalanche nach ihrem grandiosen Saisonstart ein. Die Playoff-Fähnchen der Fans aus Denver müssen wahrscheinlich auch diese Saison noch im Schrank bleiben, aber für die Zukunft sieht es gut aus mit dem jungen talentierten Team.

Nichts Neues gibt es derweil an der Spitze der individuellen Leader: Phil Kessel von den Toronto Maple Leafs hat nur selten ein Spiel ohne Punkte und führt sowohl die Torjägerliste (13) als auch die Punkteliste (25) an. Richtig heiß gelaufen ist Tyler Seguin von den Bruins mit elf Punkten aus den letzten sechs Spielen. Es soll ja Leute geben, die Seguin vergangene Saison als Rookie des Jahres getippt haben - da war ich wohl ein Jahr zu früh dran...

Henning Schulz

sportal.de sportal

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