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NHL: NHL - Serien, Sorgen und ein wechselwilliger Superstar

In der NHL geht es auf das letzte Viertel der Saison zu und die Teams machen sich bereits für die Playoffs - oder für die Urlaubszeit. Wir werfen einen Blick auf die Lage in der Liga und schauen uns die Situation von Star-Angreifer Rick Nash an, den die Columbus Blue Jackets abgeben möchten.

In dieser Woche blicken wir in unserer NHL-Kolumne eine Woche vor Ende der Trade-Deadline auf die möglichen Wechsel, die sich noch anbahnen könnten und werfen natürlich auch einen Blick auf das aktuelle Geschehen in der Liga.

Womit wir auch gleich anfangen wollen. Wie dicht in der NHL Sieg und Niederlage beieinander liegen, zeigen dieser Tage die Chicago Blackhawks. Nach zuvor neun Niederlagen in Folge, in denen die Hawks satte 38 Gegentore kassierten, folgten nun vier Siege in Serie, unter anderem gegen die Spitzenteams New York Rangers, St. Louis Blues und Detroit Red Wings.

Es brauchte nur den einen Sieg (4:2) gegen die Rangers und es lief wieder beim NHL-Champion von 2010. In den drei folgenden Spielen kassierten die Blackhawks jeweils nur einen Treffer und fanden endgültig zurück in die Erfolgsspur.

Sharks drohen NHL-Playoffs zu verpassen

In einer ähnlichen Situation wie noch die Blackhawks vor acht Tagen befinden sich nun die San Jose Sharks, die just ihre vierte Niederlage in Folge und ihre siebte in den letzten neun Spielen kassierten. Anders aber als bei Chicago, das selbst nach acht Pleiten in Serie, relativ sicher in den Playoffs stand, haben die Sharks nur vier Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Platz, sollten sie die Spitze in der Pacific Division verlieren.

Insgesamt ist das Rennen um die Playoff-Plätze so spannend wie seit Jahren nicht mehr. In der Eastern Conference hat selbst Schlusslicht Carolina Hurricanes mit acht Punkten Rückstand noch Chancen, die Playoffs zu erreichen. In der Western Conference sind eigentlich nur die Columbus Blue Jackets mit 23 und die Edmonton Oilers mit 14 Punkten Rückstand aus dem Rennen, gerade einmal zwei von 30 Teams, die sich vor dem letzten Saisonviertel kaum noch Hoffnungen auf das Erreichen der Playoffs machen können.

Devils und Coyotes heißeste NHL-Teams

Die heißesten Teams der Liga sind neben den Hawks derzeit die New Jersey Devils und die Phoenix Coyotes, die jeweils neun ihrer letzten elf Spiele gewinnen konnten. Beide Teams liegen derzeit klar auf Playoff-Kurs und ich schwöre an dieser Stelle, dass ich nie wieder die Coyotes unterschätzen werde, sollten sie in dieser Saison - für mich sensationell - erneut die NHL-Playoffs erreichen.

Ansonsten sorgen im Moment leider eher die Verletzungen einiger Schlüsselspieler für Schlagzeilen in der NHL. Die Red Wings werden mindestens zwei Wochen ohne Pavel Datsyuk sein, der sich einer Knie-Operation unterziehen muss. Noch schlimmer hat es Vincent Lecavalier von Tampa Bay Lightning getroffen, der mit einer gebrochenen Hand drei bis fünf Wochen fehlen soll und schließlich fehlt Veteran-Verteidiger Jamie Langenbrunner den St. Louis Blues vier Wochen aufgrund eines gebrochenen linken Fußes.

Rick Nash namhaftester Wechsel-Kandidat

Diese Spieler werden wohl nicht mehr durch Neuzugänge ersetzt werden, aber ein großer Name ist trotzdem in der Verlosung: Rick Nash, Kapitän der Blue Jackets, ist auf dem Markt, wird aber nur für einen riesigen Gegenwert zu haben sein. Für einen Wechsel kommen einige Teams in Frage.

Die New York Rangers, bestes Team der Eastern Conference, müssten wohl einen ihrer jungen Blueliner Michael Del Zotto und Ryan McDonagh abgeben, was die Rangers aber nur widerwillig machen würden. Wahrscheinlicher ist ein Angebot aus einem Paket mit einem der hoffnungsvollen Talente aus dem NHL-Kader, einem Erstrunden-Pick und einem gestandenen NHL-Spieler, aber ob das den Blue Jackets reichen wird?

Ein weiterer Kandidat sind die Philadelphia Flyers, die aber einen ihrer beiden Jungstars Brayden Schenn oder Sean Couturier plus einen Spieler wie Sergei Bobrovsky oder James van Riemsdyk abgeben müssten, während Letzteres durchaus möglich wäre, scheint ein Wechsel eines der beiden Rookies beinahe ausgeschlossen. Außerdem gibt es wichtigere Positionen, die die Flyers zu füllen haben, den Platz im Tor beispielweise. Aber wer weiß, wenn man dem Erzrivalen Rangers einen Star wegschnappen kann, geht in Philadelphia vielleicht doch noch was.

Kings brauchen Offensivverstärkung

Die Los Angeles Kings, trotz der schlechtesten Offensive der NHL noch auf dem letzten Playoff-Platz in der Western Conference, brauchen dringend Verstärkung im Angriff. Ob die Kings aber auf der Liste der Clubs stehen, zu denen Nash wechseln würde, ist eine andere Frage, schließlich muss auch der Blue Jackets-Angreifer aufgrund einer No-Trade-Klausel in seinem Vertrag, zustimmen. Die Kings könnten den jungen Goalie Jonathan Bernier und Blueliner Jack Johnson für Nash anbieten.

Und schließlich die Toronto Maple Leafs, die - ginge es nach den Blue Jackets - Rookie-Blueliner Jake Gardiner abgeben müssten, was derzeit völlig außerhalb des Möglichen zu liegen scheint. Obwohl GM Brian Burke Nash liebend gern in dessen Heimatstadt holen würde, ist man bei den Maple Leafs doch sehr skeptisch, ob man dafür einige der jungen Talente abgeben sollte, die man über vier Jahre mühsam verpflichtet hat.

Die Blue Jackets sollen auch in Vancouver, Boston und San Jose angefragt haben, aber dort ist bis zum Saisonende nichts möglich. Gleiches gilt für Detroit, das Interesse an Nash hat, aber auch erst im Juni handeln könnte. Vielleicht klappt ein Wechsel bis kommende Woche ja nicht und dann kämen diese Teams sicherlich ins Spiel.

Überraschender Trade zwischen drei NHL-Teams

Ein überraschender Deal mit drei Teams ist aber diese Woche bereits über die Bühne gegangen. Die Tampa Bay Lightning hat Angreifer Steve Downie an die Colorado Avalanche abgegeben, dafür Verteidiger Kyle Quincey bekommen, den sie sofort weiter an die Detroit Red Wings transferierte, wofür sie einen Erstrunden-Pick 2012 und Nachwuchs-Verteidiger Sebastian Piche erhielt.

Sieht so aus, als wolle Lightning-GM Steve Yzerman im nächsten NHL-Draft richtig zuschlagen, stehen doch im Moment nicht weniger als zwei Erstrunden- und vier Zweitrunden-Picks zur Verfügung.

Henning Schulz

sportal.de / sportal

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