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NHL NHL-Playoff-Check - Zweiter Teil


Vier deutsche Spieler kämpfen in der NHL noch um Meisterehren und einer, nämlich Dennis Seidenberg, sogar um die Titelverteidigung. Können die Boston Bruins die Hoffnung auf den zweiten Stanley Cup in Folge wahren? Wie schneiden Marco Sturm und Marcel Goc mit den überraschenden Florida Panthers ab? Und: Darf Thomas Greiss für die San Jose Sharks ran?

Im zweiten Teil des Playoff-Checks geht es nicht nur um die NHL-Titelchancen der letzten vier deutschen Spieler, sondern auch um das Unternehmen Titelverteidigung. Außerdem: Wiederholt sich in Kalifornien die Geschichte oder holt die Sharks die Gegenwart ein?

Eastern Conference

Boston Bruins (2) - Washington Capitals (7)

Die amtierenden NHL-Champions kommen als echtes Team daher – gleich sechs Spieler kommen auf über 20 Tore in der regulären Saison. Dazu kommt eine Defensive, die seinesgleichen sucht. Angeführt von Kapitän Zdeno Chara und unter anderem mit Dennis Seidenberg, sorgen die Bruins gerne für Angst und Schrecken bei den Gegnern. Dazu überzeugten Chara (52 Scorerpunkte), Joe Corvo (25), Andrew Ference (24) und Seidenberg (23) ebenso in der Offensive. Im normalen Fünf-gegen-Fünf sind die Titelverteidiger das NHL-Team mit den meisten Toren. Dank eines glänzenden Gameplans von Coach Claude Julien haben die Bruins sich in dieser Saison erneut den Respekt der meisten Gegner erarbeitet.

Ein gewichtiges Wort bei der Entscheidung dürften dazu die Goalies mitreden. Während die Bruins zwar erst einmal auf ihre Nummer 1B, Tukka Rask, verzichten müssen, hat sich der letztjährige Finals-MVP Tim Thomas mit einer 6-1-1-Bilanz zum Saisonende für die Playoffs warmgespielt. Auf der Gegenseite fallen mit Thomas Vokoun und Michal Neuvirth gleich die ersten beiden Torhüter aus und Rookie Braden Holtby steht in der Pflicht.

Der Joker für die Caps könnte jedoch Nicklas Backstrom sein, der in dieser Saison insgesamt drei Monate lang fehlte. Der Schwede könnte der Schlüssel zu einer Belebung der fehlenden Caps-Offensivkraft sein, die in dieser Saison zu wünschen übrig ließ. Es ist allerdings auch das fehlenden Durchsetzungsvermögen der regulären Spielzeit, das den Capitals einen Vorteil verschaffen könnte: Die Erwartungen in der Hauptstadt sind bei weitem nicht so hoch, wie noch in den letzten Jahren.

sportal.de tippt: Boston ist zu stark für schwankende Hauptstäder, 4:1 gewinnen die Bruins.

Florida Panthers (3) - New Jersey Devils (6)

Gleich zwei Deutsche haben mit den Florida Panthers die Chance auf Meisterehren. Marco Sturm und Marcel Goc operierten wie alle anderen Panther nach dem Motto: Wir haben keine Chance und nutzen sie. Den Heimvorteil eroberte Florida übrigens nur aufgrund der kruden NHL Playoff-Regeln, die einen Divisionsgewinner vor ein punktbesseres Team platzieren. Denn die Devils haben acht Punkte mehr, waren in der Atlantic Division, aus der vier von fünf Teams in die Playoffs einzogen, jedoch "nur" Vierter.

Bei den Devils stehen gleich zwei Spieler im Mittelpunkt – der fast 40-jährige Goalie Martin Brodeur, von dem ganz New Jersey hofft, dass er noch eine gute Playoff-Saison in sich hat – und Ilya Kovalchuck, der eine Traumsaison hinlegte. Mit Devils-Coach Peter DeBoer treffen die Panthers in New Jersey zudem auf einen alten Bekannten – bis zu seiner Entlassung im letzten Sommer leitete er die Geschicke in Florida, konnte dort jedoch nie in die Playoffs einziehen.

sportal.de tippt: "Keiner glaubt an uns" ist eine gute Motivation für ein kleines Playoff-Wunder. Die Panthers gewinnen 4:2.

Western Conference

St. Louis Blues (2) - San Jose Sharks (7)

Mit 4:0 Siegen und 11:3 Toren entschieden die Blues die Serie zwischen diesen beiden Teams in der regulären Saison klar für sich. Auch sonst zeigten sich die Kalifornier in dieser Spielzeit selten auf der wirklichen Höhe des Geschehens und leben zunächst von ihrem hervorragendem Playoff-Ruf der vergangenen Jahre. In den letzten beiden Spielzeiten zogen die Sharks jeweils ins Western Conference-Finale ein und schlugen in beiden Jahren die Detroit Red Wings auf dem Weg dahin.

Doch auf den Lorbeeren der letzten Jahre kann man sich in der NHL sicher nicht ausruhen. Doch es gibt Hoffnung für die Sharks-Fans: Mit Logan Couture, Patrick Marleau und Joe Pavelski gibt es gleich drei Spieler, die über 30 Tore erzielten. Und in der Hinterhand wäre noch Joe Thornton, der in den letzten Jahren San Jose oft genug alleine über einzelne Playoff-Spiele brachte. Doch Obacht – die Blues weisen die Defensive mit den wenigsten Gegentoren auf und werden den Sharks-Offensivwaffen erneut das Leben schwer machen.

Bei den Sharks freut sich ein weiterer Deutscher auf die Playoffs, doch ist Goalie Thomas Greiss neben Antti Niemi nur die Nummer zwei – bei einer langen Serie könnte er seinem einsamen Playoff-Spiel in der NHL-Karriere ein zweites hinzufügen.

sportal.de tippt: St. Louis spielt die Stärken wie in der regulären Spielzeit aus – 4:3 für die Blues.

Phoenix Coyotes (3) - Chicago Blackhawks (6)

Die beiden Kontrahenten stürmten mit Siegesserien in die Playoffs und dürften sich eine packende Serie liefern. Auch in diesem Aufeinandertreffen wird die reguläre Saison ein wenig auf den Kopf gestellt, schlossen die Hawks doch mit vier Punkten mehr als der Kontrahent ab. Bei Chicago kommt es allerdings unter anderem darauf an, dass die Special Teams besser funktionieren als in der abgelaufenen Spielzeit und Jonathan Toews nach überstandener Gehirnerschütterung wieder auf das Eis zurückfindet. Toews musste seit dem 19. Februar aussetzen, soll aber zu den Playoffs wieder auflaufen können.

Für Toews und unter anderem Marian Hossa oder Patrick Kane gilt es allerdings Coyotes-Goalie Mike Smith zu überwinden, der in den letzten fünf Spielen gerade einmal zwei Treffer zuließ und 190 von 192 auf sein Tor abgegebene Schüsse passieren lassen musste. Bei Chicago wackelt dagegen der Torhüter bedenklich, konnte Corey Crawford doch erst zum Ende der regulären Spielzeit zu ähnlicher Form wie im letzten Jahr auflaufen.

sportal.de tippt: Die Offensive der Hawks setzt sich am Ende durch und gewinnt die Serie mit 4:2.

Sven Kittelmann

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