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OLDIE-TENNIS: Duell-Revival: Stich gegen Becker

Boris Becker und Michael Stich lassen die guten, alten Tennis-Zeiten aufleben und wollen neue Begeisterung wecken. Elf Jahre und 49 Tage nach ihrem legendären Final-Duell in Wimbledon messen sich die beiden besten Ballzauberer der deutschen Tennis- Geschichte am Sonntag bei einem Showmatch in Berlin.

13. Match in Berlin

Boris Becker und Michael Stich lassen die guten, alten Tennis-Zeiten aufleben und wollen neue Begeisterung wecken. Elf Jahre und 49 Tage nach ihrem legendären Final-Duell in Wimbledon messen sich die beiden besten Ballzauberer der deutschen Tennis- Geschichte am Sonntag (15.00 Uhr) bei einem Showmatch in Berlin.

Es ist das 13. Duell der beiden Aushängeschilder, die die Fans ebenso elektrisiert wie gespalten haben. Typen wie Becker und Stich ziehen noch immer, die 7000 Plätze auf dem Center Court des LTTC Rot-Weiß im Berliner Grunewald sind längst ausverkauft. Die ARD überträgt die Begegnung live und hofft auf mindestens zwei Millionen Zuschauer.

»Die Matches gegen Michael waren immer etwas Besonderes. Schön, dass wir noch einmal die Möglichkeit haben, vor einem großen Publikum gegeneinander zu spielen«, sagt der 34 Jahre alte Becker, der gegen Stich am 7. Juli 1991 in seinem »Wohnzimmer« in Wimbledon die schmerzlichste Niederlage seiner Karriere hinnehmen musste. Ein Jahr später schmiedeten die Rivalen ein Zweckbündnis und lagen sich nach dem Olympiasieg im Doppel in Barcelona in den Armen.

Stich: »Wir haben eine gemeinsame Verantwortung«

Solche glorreiche Tage gibt es - trotz Olympia-Silber für Thomas Haas in Sydney - nur noch selten. Dies zu ändern, sieht der 33 Jahre alte Stich als Aufgabe der beiden an. »Wir haben eine gemeinsame Verantwortung. Gerade jetzt, da Tennis in Deutschland nicht den Stellenwert früherer Tage hat, ist es wichtig, dass wir unseren Sport promoten«, meint der Daviscup-Kapitän. In vier Wochen müssen Stich und das DTB-Team gegen Venezuela deswegen unbedingt den Abstieg aus der Weltgruppe der besten 16 Teams verhindern.

Stich hatte im Februar in Kroatien mit Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler erstmals wieder ernsthaft Tennis gespielt, seit chronische Schulterbeschwerden die Karriere des Elmshorners 1997 viel zu früh enden ließen. Becker ist regelmäßig auf der Seniorentour im Einsatz.

»Becker ist seit 15 Monaten wieder im Training, er wird in sehr guter Form ankommen. Für Stich wird es eine Umstellung sein, mal wieder vor so einer Kulisse zu spielen«, sagt der ehemalige Daviscup- Spieler Markus Zoecke, der jetzt im Becker-Management arbeitet.

Gewinn kommt wohltätigen Zwecken zugute

Für Stich spricht am ehesten der Belag: Beim einzigen Duell auf Sand erteilte er Becker 1992 bei den German Open in Hamburg mit 6:1, 6:1 eine ebenfalls unvergessene Lehrstunde. Den letzten Vergleich der beiden gab es im Herbst 1996 in Wien, Becker feierte dabei seinen achten Sieg im zwölften Vergleich.

»Es war schwierig genug, beide wieder auf den Platz zu bekommen«, sagt Zoecke. Als das gelungen war, wurde der Rest zum Selbstläufer. Ihre Namen halfen, in lauen Tennis-Zeiten 20 Sponsoren für die 250 000 Euro teure Veranstaltung mit umfangreichem Rahmenprogramm zu finden. Der Gewinn soll wohltätigen Zwecken zufließen.

Von Robert Semmler, dpa

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