HOME
Interview

"6 Mütter": Jessica Stockmann: "Michael Stich habe ich das letzte Mal vor 14 Jahren gesehen"

Nach jahrelanger TV-Abstinenz ist Jessica Stockmann aktuell in der Vox-Show "6 Mütter" zu sehen. Im Interview mit dem stern spricht sie über ihre Zeit als alleinerziehende Mutter, ihren Job in Südfrankreich und die Zukunft.

Jessica Stockmann lächelt in die Kamera

Jessica Stockmann ist bei der Vox-Show "6 Mütter" dabei. Sie hat zwei Töchter.

Um Jessica Stockmann war es lange still. Die Schauspielerin war früher in TV-Serien wie "Polizeiruf 110", "Kommissar Rex" oder "Unser Charly" zu sehen. Sie war neun Jahre lang mit dem Tennisspieler Michael Westphal liiert. 1991 starb er am HI-Virus, nachdem er wohl fremdging. Seit 1990 pendelt Jessica Stockmann zwischen Südfrankreich und Hamburg und zog sich aus dem deutschen Fernsehen weitestgehend zurück. Im Jahr 1992 heiratete die gebürtige Hamburgerin Tennisspieler Michael Stich. Mit ihm adoptierte sie 2000 eine Tochter, Nisha. Nur wenige Monate danach trennte sich das Paar und ließ sich 2003 scheiden. 2005 kam dann ihre zweite Tochter zur Welt, Nicita. Ihr Vater ist Florian Haffa. Mit ihm hatte die 51-Jährige nur eine kurze Liaison. 

Aktuell ist Jessica Stockmann in der dritten Staffel der Vox-Show "6 Mütter" zu sehen. Mit dem stern sprach sie über ihre Rolle als Mutter, ihre Zukunft und die Männer.

Frau Stockmann, Sie haben Ihre TV-Karriere bereits vor Jahren an den Nagel gehängt. Jetzt sieht man Sie in der Vox-Show "6 Mütter". Besteht auch die Chance, dass Sie als Schauspielerin ins deutsche Fernsehen zurückkehren oder haben Sie damit völlig abgeschlossen?

Ich habe mir eine Mamapause gegönnt, da meine Kinder zu klein beziehungsweise schulpflichtig wurden, um sie von einem Drehort zum nächsten zu schleppen. Meine Mutter hat immer gesagt: "Wenn irgendwo eine Tür zugeht, dann geht eine andere auf, man muss sie nur sehen.“ Und ich habe hinzugefügt, dass man sich trauen muss. Ohne Mut kommt man oft nicht so weit. So kam es, dass aus meinem langjährigen Hobby – dem Bau von Immobilien – auf einmal eine Profession wurde und ich ein erfolgreiches Immobilienunternehmen etabliert habe.

Die Immobilienwirtschaft war nicht nur finanziell viel lukrativer, sondern auch erfreulicherweise viel Mutter-freundlicher als das Showbusiness mit seinen gnadenlosen Arbeitszeiten, die oft bis in die späten Abendstunden gingen. In Frankreich sind die Ganztagsschulen für alleinerziehende, berufstätige Mütter von kleinen Kindern optimal. Und zusätzlich konnten meine Kinder so dreisprachig aufwachsen. Einen Weg zurück in das deutsche Fernsehen würde ich nicht gänzlich ausschließen, sofern die Rahmenbedingungen stimmen und ich das Projekt spannend finde. 

Was genau machen Sie beruflich?

Ich habe mir ein Immobilienunternehmen aufgebaut, das Immobilien kauft, die eine gute Lage und wenn möglich gute Grundsubstanz haben. Dann saniere ich sie und richte sie komplett ein, um sie zu verkaufen oder zu vermieten beziehungsweise zu verwalten. Das hängt immer von dem jeweiligen Projekt ab.

Sie haben sich ja nun davon abgewendet, aber was würden Sie davon halten, wenn Ihre Kinder Schauspielerinnen werden möchten? Würden Sie ihnen davon abraten? 

Ehrlich gesagt würde ich ihnen spontan erst einmal davon abraten, aber ansonsten würde ich meine Töchter natürlich immer in allen beruflichen Wegen unterstützen. Das Wichtigste ist nur, dass man es wirklich will und für etwas brennt, dann kann man in jedem Beruf erfolgreich und glücklich sein.

Was halten Sie davon, dass man Ihre Töchter auch mal im Bikini auf Instagram sieht?

Das finde ich total in Ordnung. Wir leben in einem aufgeklärten, liberalen Europa, und in Südfrankreich ist es sogar normal oben ohne am Strand zu sein – da ist ein schöner Bikini doch wunderbar.

Dann sind Sie eher eine lockere Mama? Oder wie würden Sie sich als Mutter beschreiben?

Liebevoll, streng und verständnisvoll. Dabei helfen mir meine Töchter, indem sie mich so intensiv und ehrlich an ihrem Leben, ihren Freundschaften und ihrer individuellen Zukunftsplanung teilhaben lassen und ich dadurch ihre Welt und ihr Verhalten besser verstehen kann. 

Die Grundlage einer guten Erziehung ist für mich die richtige Kommunikation mit meinen Kindern und ich versuche ihnen meine Entscheidungen immer plausibel und nachvollziehbar zu machen. Wir leben eine sehr offene und erwachsene Diskussionskultur, auf die ich stolz bin.  

Wie klappt das Pendeln zwischen Südfrankreich und Hamburg? Wo gingen Ihre Kinder zur Schule? 

Wir haben 19 Jahre lang zu dritt gelebt. Die meisten Jahre in Südfrankreich, aber ein Schuljahr USA und je drei Mal ein Schuljahr Hamburg waren auch dabei.

Und was machen die beiden jetzt?

Jetzt studiert Nisha Architektur und Design in Hamburg, allerdings ist sie gerade für drei Monate in München bei einem Magazin, und Nicita geht wieder in Südfrankreich zur Schule, wo wir beide aktuell unseren Lebensmittelpunkt haben. 

Man hat in den letzten Tagen immer wieder davon gelesen, dass Sie einen neuen Partner an Ihrer Seite haben. Stimmt das? 

Ich habe keinen neuen Partner. Ich wurde nur gefragt, ob ich glaube, dass mir meine kleine 14-jährige Tochter ihren ersten Boyfriend – wenn es dann soweit sein sollte – sofort vorstellen würde. Daraufhin habe ich gesagt, dass ich nicht glaube und vor allem nicht erwarten würde, dass sie ihn mir nach dem ersten Kuss sofort vorstellen würde, denn ich würde meinen Kindern auch keinen Mann nach dem ersten Kuss sofort vorstellen.

Fällt es Ihnen denn schwer, wieder einen Mann an sich heranzulassen?

Wenn ich ihn richtig toll finde und über beide Ohren verliebt bin, mache ich mir da gar keine Sorgen, nur verliebe ich mich ganz selten.

Wo wir schon bei dem Thema sind: Sie haben sich damals nach einer längeren Beziehung von Michael Stich getrennt, kurz nachdem Sie eine Tochter adoptierten. Hatte die Trennung damit zu tun? Haben Sie noch Kontakt? 

Wir haben Michael das letzte Mal vor 14 Jahren gesehen, da war Nisha noch ganz klein und sie kann sich nicht mehr daran erinnern. Wir hatten eine wunderschöne Zeit in unserer elfjährigen Ehe, die ich für nichts missen möchte und ich bin sehr dankbar für die schöne und intensive Zeit, die wir gemeinsam erleben durften. Ein Kind ist dann immer ein neuer Lebensabschnitt, den nicht alle Paare schaffen gemeinsam zu gehen. Das muss man dann auch nicht erzwingen, wenn es nicht alle Beteiligten glücklich macht. 

Ihr erster Mann, Michael Westphal, ist am HI-Virus verstorben und steckte sich wahrscheinlich an, nachdem er fremdging. Welche Rolle spielt nun das Thema HIV in Ihrem Leben? 

Meine Töchter habe ich voll aufgeklärt. Sie wissen, dass meine erste große Liebe an dem HI-Virus elendig gestorben ist. Und sie wissen auch, dass es heutzutage viele Geschlechtskrankheiten gibt, gegen die man sich mit Kondom schützen kann. Aber das Beste ist immer noch eine treue Partnerschaft auf Augenhöhe. Nisha hat mit ihrem Freund jenes Glück schon gefunden und bei Nicita mache ich mir da auch keine Sorgen, dass sie ihr Glück finden wird. Man muss nur mutig sein und manchmal auch ein paar Frösche küssen bis man den Prinzen gefunden hat.

"6 Mütter" läuft immer montags um 20.15 Uhr bei Vox. Bei der dritten Staffel dabei sind Anouschka Renzi, Jessica Stockmann, Sila Sahin-Radlinger, Sarah Kern, Ute Lemper und Elna-Margret Prinzessin zu Bentheim und Steinfurt.

Mutter mit 50: Wie "6 Mütter"-Star Caroline Beil den Shitstorm erlebte