Rad-WM Gretsch holt Bronze zum Auftakt


Patrick Gretsch hat dem mit großen Ambitionen gestarteten Bund Deutscher Radfahrer zum WM-Auftakt in der Schweiz eine Bronze-Medaille bescheert. Judith Arndt musste sich hingegen in diesem Jahr mit Rang vier zufrieden geben - Zufriedenheut herrschte dennoch.

Der mit großen Erwartungen gestartete Bund Deutscher Radfahrer (BDR) musste sich zum WM-Auftakt mit einer Bronzemedaille zufriedengeben. Der hoch eingeschätzte Vizeweltmeister Patrick Gretsch aus Erfurt fuhr im ersten Wettbewerb der Titelkämpfe in Mendrisio/Schweiz im U23-Zeitfahren über 33,2 Kilometer auf Rang drei. Judith Arndt (Leipzig), im Vorjahr in Varese Dritte, belegte am Mittwoch nach 26,8 Kilometern diesmal lediglich Rang vier.

Sie verpasste die Medaillenränge nur knapp und brachte dabei eine tadellose Leistung. Die 33 Jahre alte Leipzigerin, 2008 WM-Dritte im Zeitfahren, war in diesem Jahr der große Pechvogel: Arndt zog sich drei Knochenbrüche zu, den letzten im Juli beim Giro d'Italia, als sie sich den Oberarm brach. "Es lief heute nach meiner Verletzungs-Vorgeschichte in diesem Jahr besser, als ich zu hoffen gewagt hatte. Der dritte Platz war aber zu weit weg", sagte Arndt, die nun noch auf das WM-Straßenrennen am Samstag hofft.

Obwohl er einen Rang schlechter abschnitt als im Vorjahr, war Gretsch über seine Bronzemedaille froh. "Ich habe schon mit einem höheren Platz geliebäugelt, aber es ist immer einfacher hoch zu kommen, als oben zu bleiben. Dass ich trotzdem wieder aufs Podium gefahren bin, macht mich zufrieden", sagte der 22-Jährige. Gretsch, der im nächsten Jahr für Rolf Aldags US-Rennstall Columbia an der Seite von Zeitfahr-Weltmeister Bert Grabsch und Tony Martin fahren wird, benötigte 27,66 Sekunden mehr als der Überraschungs-Weltmeister Jack Bobridge.

Der erst 20 Jahre alte Australier, bei der Bahn-WM in Polen zweifacher Silbermedaillen-Gewinner und im nächsten Jahr Straßenprofi beim US-Rennstall Garmin, fuhr 40:44 Minuten. Unerwartet Silber holte der Portugiese Nelson Oliveira (41:13), der neun Sekunden schneller war als der etwas zu ungestüm gestartete Gretsch. Europameister Marcel Kittel aus Erfurt wurde bei hochsommerlichen Temperaturen auf der anspruchsvollen Strecke sieben Sekunden hinter Gretsch mit 41:19 Minuten Vierter vor Titelverteidiger Adriano Malori aus Italien.

Im Frauen-Rennen war Kristin Armstrong - nicht verwandt und nicht verschwägert mit Lance Armstrong - nicht zu schlagen. Die Olympiasiegerin aus den USA benötigte 35:26 Minuten. Silber ging an Italienerin Noemi Cantele (36:21), Bronze an die Dänin Linda Melanie Villumsen (36:22). Die am ersten Berg gestürzte deutsche Meisterin Trixi Worrack aus Cottbus wurde Zwölfte mit 2:02 Minuten Rückstand. Die 50 Jahre alte Jeannie Longo-Ciprelli (Frankreich) wurde Zehnte.

Andreas Zellmer/DPA


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