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RADSPORT: Jan Ullrichs Form steigt häppchenweise

Sechs Tage vor seiner Premiere beim Giro d'Italia zeigte der Merdinger bei Tour de Romandie behutsam ansteigende Tendenzen.

Der zuletzt arg verspottet Jan Ullrich steigert seine Form häppchenweise. Sechs Tage vor seiner Premiere beim Giro d'Italia zeigte der Merdinger bei Tour de Romandie behutsam ansteigende Tendenzen. Ullrich, immer noch leicht übergewichtig, beendete die Rundfahrt auf Rang 56 mit 13:45 Minuten Rückstand auf den Italiener Frigo. Die fünfte und letzte Etappe von Saxon nach Genf über 178 km sicherte sich der Italiener Mario Cipollini im Massenspurt des Feldes vor Danilo Hondo aus Cottbus.

Erträglicher Abstand

Vorher hatte Ullrich bei seiner Giro-Generalprobe durch die Westschweiz auf den zwei wichtigsten Etappen unter der Überschrift »Einrollen für die Tour de France« eine recht ansehnliche Figur gemacht: Platz 13 mit 58 Sekunden Rückstand beim 25,5 km-Zeitfahren in Payern und gerade noch erträgliche 6:51 Minuten Abstand auf den Tagessieger der Königsetappe, Gilberto Simoni am Samstag. »Ich bin auf dem richtigen Weg«, attestierte sich Ullrich selber.

»Gewicht runterholen«

»Jan hat eine ganz gute Konditions-Grundlage. Jetzt muss er nur noch ein bisschen Gewicht runterholen. Im Vergleich zum Vorjahr ist er wirklich weiter: Bei der Deutschland-Rundfahrt 2000 hatte er auf den Sieger Plaza im Zeitfahren noch drei Minuten verloren. Dann war das doch hier schon viel besser«, freute sich Telekom-Teamchef Rudy Pevenage, der dem Tour- Sieger von 1997 für Montag einen Ruhetag verordnete: »Dann trainiert er noch zwei Mal. Am Donnerstag reisen wir zum Giro.«

Der am Samstag in Pescara beginnende 84. Giro d'Italia soll Jan Ullrich nur zum Training für die am 7. Juli startende Tour de France dienen. Das unterstrich der Merdinger in einem Interview. »Ich sage klipp und klar, dass ich nicht zum Giro fahre, um top auszusehen«, erklärte Ullrich.

»Ich werde mich bei einer Etappe testen. Welche das sein wird, weiß ich noch nicht«, sagte Ullrich, der den Giro- und Tour-Sieger von 1998, Marco Pantani, zum »potenziellen Favoriten« erklärte.

Vertrauen holen

Telekom-Teamchef Rudy Pevenage erwartet von Ullrich, dass er »von Tag zu Tag besser wird und sich in der letzten Woche in den Dolomiten das Vertrauen für die schweren Bergetappen bei der Tour holt«. Auf seiner Homepage hatte Ullrich schon am Wochenende der italienischen Presse widersprochen, die sich auf einen besonderen Zweikampf Pantani gegen Ullrich freut: »Es kommt zu keinem Duell, mit wem auch immer«. Ullrich, dem zur Tour-Form noch viel fehlt, soll den Giro auf jeden Fall durchfahren.

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