Schach-WM Jedem Großmeister sein Klo


Nach Ende des Streits um getrennte Toiletten und größere Ruheräume haben die beiden Schach-Großmeister Weselin Topalow und Wladimir Kramnik den Kampf um die Weltmeisterschaft fortgesetzt - der aber ohne Sieger blieb.

Der Toilettenstreit ist beigelegt und die beiden Schach-Großmeister Wladimir Kramnik (Russland) und Weselin Topalow (Bulgarien) haben ihr Match um die Weltmeisterschaft fortgesetzt. Beim Stand von 3:2 für den Russen folgten beide Spieler nach dreitägiger Spielpause und vielen Querelen der Aufforderung des Fide-Präsidenten Kirsan Iljumschinow, den besten Spieler des Planeten am Brett und nicht außerhalb zu ermitteln. Die sechste Partie endete schon nach 31 Zügen remis. Damit führt Kramnik, der unter Protest spielte, bei Halbzeit des WM-Duells mit 3,5:2,5. Nach dem spielfreien Dienstag wird die siebte Partie an diesem Mittwoch gespielt.

Topalow wählte wieder das Damengambit

Topalow, der die fünfte Partie durch Kramniks Nichtantritt kampflos gewonnen hatte, wählte mit Weiß wieder das Damengambit. Der Bulgare konnte den Weltmeister im klassischen Schach aber in keiner Phase in Verlegenheit bringen. Nachdem jeder Spieler nur noch einen Läufer und fünf Bauern besaß, wurde der Punkt geteilt. Es war die bisher kürzeste WM-Partie im südrussischen Elista.

Fide-Präsident Iljumschinow hatte zuvor im Toilettenstreit die Forderungen Kramniks weitgehend erfüllt. Beide Spieler dürfen eigene Toiletten benutzen. Kramnik erhielt für den Rest der WM den größeren Ruheraum. Zudem wurde das bisherige Schiedsgericht suspendiert. Hingegen blieb der Minuspunkt des Moskauers aus der fünften Partie - eine Tatsachenentscheidung, gegen die nicht fristgemäß protestiert wurde - aus sportjuristischen Gründen bestehen.

Iljumschinow bedankte sich bei den Akteuren für ihre "weises und kluges" Verhalten. Viele Großmeister sympathisieren mit Kramnik, dem von bulgarischer Seite Manipulationen während des Spiels vorgeworfen worden waren. Nach Angaben der bulgarischen Zeitung "Standart", die sich auf Topalows Manager Silvio Danailow beruft, habe die russische Regierung "angeordnet", dass der Wettkampf weitergeführt werden müsse.

Durch den Psychokrieg der vergangenen Tage ist der bisherige WM-Zeitplan gehörig durcheinander gekommen. Denkbar ist, dass einige Ruhetage gestrichen werden, damit am 12. Oktober der einzige Schachweltmeister feststeht.


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