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USA Segler kentert vor Floridas Küste – und wird nach 43 Stunden gerettet


Mitten in der Nacht zum Sonntag drang Wasser in die Kabine von Stuart Bees Boot, davon wachte der Segler auf. In den frühen Morgestunden kenterte es – 140 Kilometer vor Florida. Als Bee entdeckt wurde, klammerte er sich an das Schwert am Rumpf seines Schiffes.

Was Stuart Bee am vergangenen Wochenende erlebt hat, klingt wie ein wahr gewordener Alptraum. Der 62-jährige Segler war am Freitagnachmittag um 16 Uhr mit seiner Zehn-Meter-Yacht "Stingray" von Port Canaveral an der Ostküste Floridas aufgebrochen. Als er nicht nach Hause kam, meldete seine Familie ihn als vermisst, da er unter normalen Umständen nicht länger als 24 Stunden auf dem offenen Meer blieb. Die Küstenwache fuhr Patrouille und setzte sogar eine Lockheed C-130 Hercules ein, doch selbst mit dem Flugzeug war von Mann und Boot nichts zu sehen. 

Erst am Sonntagmorgen gegen 11 Uhr entdeckte die Crew des Containerschiffes "Angeles" den Segler: Sein Boot war gekentert und trieb mit dem Rumpf nach oben im Wasser. Bee stand neben dem Schwert, an dem er sich festhielt. Als er die "Angeles" sichtete, zog er sein T-Shirt aus und begann, damit zu winken, um die Aufmerksamkeit der Mannschaft zu erregen. Zu dem Zeitpunkt hatte er bereits 43 Stunden auf dem Wasser verbracht.

Glück im Unglück

Bees Schiff hatte nach mechanischen Problemen am Samstag begonnen zu kentern. Bee bemerkte es erst, als er in der Nacht zum Sonntag nach Mitternacht abrupt geweckt wurde. In die Vorderkabine drang Wasser ein und spülte ihn aus der Bodenluke. Nach Sonnenaufgang sah er das 225 Meter lange Containerschiff, berichtet die Küstenwache auf ihrem Facebook-Profil. 

Die "Angeles" drehte bei, die Crew warf dem gekenterten Bee einen Rettungsring zu und ließ ihn an Bord kommen. Der Seemann Lacruiser P. Relativo ließ ein Foto von sich mit Bee machen, nachdem er ihm trockene Kleidung gegeben hatte. "Ich gab ihm mein Glückshemd", schreibt er auf seinem Facebook-Account, wo er von dem Vorfall als eine wunderbare Thanksgiving-Geschichte erzählt. "Ich wurde von dem Ruf geweckt, dass wir jemanden retten müssen. Bei der Handelsmarine werden wir auf die schlimmsten Fälle von Seenot trainiert, doch in der Realität läuft es oft anders. Nach vorsichtigen Manövern konnten wir Mr. Stuart schließlich bergen." Bee habe Tränen in den Augen gehabt und sich bekreuzigt, so Relativo. Er habe sich auf dem Rumpf seines Bootes nicht getraut, die kleinste Bewegung zu machen – aus Sorge, die Yacht könne dadurch komplett sinken.


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