HOME

Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen: Maria Riesch gewinnt Bronze

Bei der alpinen Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen hat Maria Riesch ihre zweite Medaille gewonnen. Die 26-Jährige wurde in der Abfahrt am Sonntag Dritte.

Es war zwar "nur" Bronze, aber nach dem Krankheits-Pech fühlte sich Maria Riesch wie eine Siegerin. Bei den Herren krönte sich Erik Guay aus Kanada zum Abfahrtskönig. Mit zwei Medaillen sind die deutschen Alpinen im Soll - und wollen in WM-Woche zwei angreifen. Maria Riesch hustete auf dem Siegerpodest, ballte die Faust und freute sich über die zweite Bronzemedaille bei ihrer Heim-WM wie der "glücklichste Mensch". Fast hätten die tausenden Fans die Doppel-Olympiasiegerin noch zu Abfahrtsgold bei der Weltmeisterschaft geschrien, aber beim Sieg von Elisabeth Görgl (Österreich) fühlte sich die durch eine Grippe geschwächte und ohne echtes Training gestartete Riesch auch so wie eine Gewinnerin. "Ich habe alles versucht und das ist belohnt worden. Die Medaille hat einen speziellen Stellenwert unter den Voraussetzungen", sagte die 26-Jährige am Sonntag und verspürte "Erleichterung, zwei Medaillen gewonnen zu haben".

Wie schon im Super-G gab es für Riesch auch in der Schussfahrt, diesmal gleich hinter Lindsey Vonn (USA), Bronze zu bejubeln. Nach fünf von zehn Einzel-Rennen liegt der Deutsche Skiverband (DSV) trotz einer fast unglaublichen Verletzungs- und Krankheitsmisere in seinem Team auch ohne das erhoffte Gold mehr als im Soll.

Riesch muss allein für Erfolge sorgen


"Ich bin saufroh", meinte Alpin-Direktor Wolfgang Maier, der neben der weiteren Genesung von Riesch auf eine Rückkehr der kranken Viktoria Rebensburg und der angeschlagenen Kathrin Hölzl setzt. "Ich hoffe, dass wir uns zum nächsten Wochenende hin stabilisieren und als Team auftreten - nicht nur mit Medizinern, Trainern und Betreuern, sondern mit Sportlern."

Bislang musste Riesch, auch angesichts des Fehlens einer schlagkräftigen Mannschaft bei Speed-Herren und -Damen, wieder einmal alleine für die Erfolge sorgen. Zudem untermauerte sie ihren Ruf als Stehauffrau. Wie bei der WM 2009, als sie nach Sturz und Enttäuschungen Slalom-Gold holte, oder bei Olympia, als sie nach einer missglückten Abfahrt zweimal Gold gewann, schlug auch diesmal die Stunde der "Kämpfernatur", wie sie sich selbst überglücklich im Zielraum bezeichnet. "Augen zu und durch, immer kämpfen." Zwar sprach sie bei der Siegerpressekonferenz auch den göttlichen Beistand nach dem Besuch des Kirchenzelts an, aber vor allem dürfte es ihre Extra- Klasse gewesen sein.

Außergewöhnliche Leistungen


"Maria bringt außergewöhnliche Leistungen", sagte Maier über die "Hammervorstellung". In den Tagen von Garmisch-Partenkirchen hatte er sich schon über das verwaiste Mannschaftshotel gewundert. "Man hat eine Woche hinter sich, in der man fast keine Mannschaft mehr hat. Ich war schon bei vielen Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen, aber die Erwartungshaltung bei einer Heim-WM ist schon außergewöhnlich."

tib/DPA / DPA

Wissenscommunity