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Tennis Davis Cup - Deutschland droht das Aus gegen Argentinien


Deutschland steht in der ersten Runde im Davis Cup vor dem Aus, nach dem 0:2-Rückstand droht für das DTB-Team die Abstiegsrunde. Die Entscheidung in Bamberg auf Sand zu spielen, spielte eher den Argentiniern in die Karten.

Philipp Petzschner und Florian Mayer konnten am ersten Tag der Davis Cup-Partie gegen Argentinien insgesamt nur einen Satz gewinnen, mit dem 0:2-Rückstand wird es nun fast unmöglich noch ins Viertelfinale einzuziehen.

Zunächst wollte Petzschner gegen Juan Mónaco einfach nichts gelingen. Sang- und klanglos musste sich der 27 Jahre alte Bayreuther dem argentinischen Topspieler mit 3:6, 3:6, 3:6 geschlagen geben. Anschließend hielt die deutsche Nummer eins Florian Mayer vor rund 3.800 Zuschauern dem Druck des Gewinnen-Müssens nicht stand und unterlag dem einstigen Weltranglisten-Dritten David Nalbandian trotz Satzführung mit 6:2, 0:6, 1:6, 6:7 (5:7).

Plötzlich reißt Mayers Faden

Nach Petzschners Pleite und dem schnellen 0:1-Rückstand schien Mayer mit tollem Tennis neue Begeisterung bei den deutschen Fans entfachen zu können. Doch nach dem souverän gewonnenen ersten Satz riss plötzlich der Faden im Spiel des Weltranglisten-21. Und auf einmal zeigte auch Nalbandian, warum er mit einer Einzel-Bilanz von 22:5 Siegen zu den besten Davis-Cup-Spielern zählt. Nalbandian traf fast alles und holte sich im Eiltempo die nächsten beiden Durchgänge.

Zwar kämpfte sich Mayer im vierten Satz zurück, doch selbst eine 4:1-Führung reichte Mayer nicht mehr. Am Ende ließ Nalbandian trotz vier abgewehrter Matchbälle nach dem Tiebreak die lautstarke Gaucho-Delegation jubeln und sorgte für Frust bei der DTB-Auswahl.

"Schulnote mangelhaft"

Zuvor wollte Petzschner beim Heimspiel überhaupt nichts gelingen. Sang- und klanglos musste er sich im Eröffnungseinzel geschlagen geben, es war alles andere als ein Start nach Maß für das deutsche Tennis-Team. "Ich habe viele Dinge probiert, und keines hat so richtig funktioniert. Das ist frustrierend", sagte Petzschner, der sich selbst die "Schulnote mangelhaft" gab.

Das mit Spannung erwartete Comeback von Tommy Haas steht am Samstag auf dem Programm. Am 46. Geburtstag von Teamchef Patrik Kühnen soll der 33-Jährige nach mehr als vierjähriger Pause an der Seite des Doppelexperten Petzschner gegen Juan Ignacio Chela und Eduardo Schwank wieder für das deutsche Team spielen. Petzschner ist sicher, dann eine bessere Leistung abrufen zu können. "Ich glaube nicht, dass man mich aufbauen muss", meinte die Nummer 56 der Tennis-Welt. "Ich freue mich drauf, mit Tommy zu spielen. Das wird geil."

Petzschner von der Grundlinie ohne Chance

Im ersten Aufeinandertreffen mit Mónaco war für Petzschner der dritte Einzel-Sieg im Davis Cup nie in Reichweite. Zwar hatten sich die deutschen Spieler in der nicht ganz ausverkauften Stechert Arena bei der Eröffnungszeremonie noch mit dem Hit "Thunderstruck" der Hardrocker AC/DC Mut gemacht, doch der Optimismus wich schnell der Ernüchterung. Vor rund 3.800 Zuschauern geriet Petzschner nach zwei frühen Breaks zum 0:4 sofort unter Druck.

Der 27-Jährige ließ sich mit dem Sandplatzspezialisten unverständlicherweise immer wieder auf Grundlinienduelle ein - ohne Erfolg. Zu selten rückte Petzschner nach seinen bis zu 220 Stundenkilometer schnellen Aufschlägen ans Netz und agierte zu wenig variabel. Mónaco hatte leichtes Spiel, nach Petzschners Zu-Null-Aufschlagverlust zum 3:4 war auch der zweite Durchgang gelaufen. "Petzsche hat sicher nicht ganz so gespielt, wie wir uns das erhofft haben. Aber er hat alles gegeben", bilanzierte Haas bei bild.de. Nach Petzschners klarer Pleite sind dessen Chancen auf einen Einsatz im letzten Einzel sicher nicht gesunken.

Teamchef Patrik Kühnen redete bei den Seitenwechseln immer wieder im Hocken auf Petzschner ein, doch der US-Open-Doppelsieger konnte die Tipps nicht umsetzen. Auch eine kurze Toilettenpause vor dem dritten Satz änderte nichts. Petzschner unterliefen zu viele Fehler, Mónaco blieb stets Herr des Geschehens. Auch die Anfeuerungsversuche von Haas und Co. halfen dem Lokalmatadoren nichts, so dass Mónaco nach 2:02 Stunden die einseitige Partie beendete.

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