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Tennis: Düstere Prognose für Nadal

Power-Tennis mit unglaublicher Kraft und Athletik: Der Spielstil von Rafael Nadal scheint nun seinen Tribut zu fordern. Der 23-Jährige leidet an anhaltenden Kniebeschwerden und verpasst neben Wimbledon auch den Davis-Cup-Auftritt gegen Deutschland. Englische Ärzte sehen sogar die Karriere in Gefahr. Der sechsmalige Grand-Slam-Sieger glaubt hingegen an sein Comeback.

Von Stefan Brand

Kaum ist Wimbledon Geschichte, zieht es die deutschen Tennisprofis zum nächsten Großereignis in Richtung Marbella. Denn dort treffen am Wochenende in der Stierkampf-Arena von Puero Banus Deutschland und Spanien im Viertelfinale aufeinander. Der ehemalige Weltranglistenerste Rafael Nadal wird jedoch nicht dabei sein. Dieser ist seit seiner Viertelfinal-Niederlage bei den French Open gegen den Schweden Robin Sönderling schwerer verletzt als zuerst angenommen. Selbst zur Titelverteidigung in Wimbledon konnte der Sandspezialist nicht antreten.

Namhafte englische Ärzte erklärten nun, dass die Karriere des Spaniers in ernsthafter Gefahr sei. Für den 23-Jährigen eine Horrorvision. Bereits seit zwei Jahren klagt der Spanier über wiederkehrende Beschwerden im Knie. Die Diagnose: Entzündung in der Patellasehne. Zurückzuführen sind diese Leiden auf das kraft- und körperintensive Spiel des Mallorquiners. Statt wie Roger Federer mit einer unnachahmlichen Leichtigkeit über den Court zu tanzen, raubt Nadal seinem Körper durch die aggressive Spielweise immer wieder Kraft.

Nadals Knie sind 33 Jahre alt

"Es ist anzunehmen, dass Nadals Knie zehn Jahre älter sind als er selbst. Die Frage ist, wie lange es noch dauert, bis die Degenerierung seiner Patellasehnen zum Riss führt oder zumindst einen chronischen Schmerz verursacht, der ihn zur Aufgabe zwingt", erklärte jetzt der englische Tennisexperte Sean Corvin. Momentan wird er mit Physiotherapie und Medikamenten versorgt, um seine Leiden zu mindern. Es stellt sich die Frage, ob sich der viermalige French-Open Sieger nicht bereits in seiner jungen Karriere übernommen hat. So versucht sein Trainer und Onkel Toni Nadal bereits seit einigen Jahren das Wettkampfprogramm seines Sprösslings zu mindern. Doch ohne Erfolg, denn Ehrgeiz und Siegeshunger des 23-Jährigen sind nicht zu bändigen. Das beweist auch seine Statistik von bereits 49 Partien in der ersten Jahreshälfte. In Zukunft sollen noch einige folgen: "Es ist kein chronisches Leiden. Ich hoffe, eine lange Karriere vor mir zu haben. Ich werde genesen und hart an meiner Rückkehr arbeiten", sagte Nadal nach der Wimbledon-Absage.

Eine Lücke auf dem Court

Nicht nur für seine Konkurrenz, sondern auch für die Popularität des Tennissports wäre ein Rückzug des spanischen Sandspielers ein herber Rückschlag. Neben seinen vier French-Open Titeln, gewann er 2008 in Wimbledon und 2009 die Australian Open. In Marbella wird er dem spanischen Team sehr fehlen. Die Deutschen geben sich daher schon siegessicher: "Ohne Nadal können wir sie schlagen", sagt der Hamburger Mischa Zverev.

Für Nadal eine bittere Pille, vor allem weil das Davis-Cup-Turnier vor spanischem Publikum in der Stierkampfarena von Puerto Banus ausgetragen wird.

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