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Tennis: Errani steht im Finale gegen Sharapova

Die Orientierung verlor Sara Errani nur im zweiten Satz und im anschließenden Siegerinterview etwas. Ansonsten zeigt die kleine Italienerin gegen Sam Stosur eine starke Partie und zog verdient ins Finale der French Open gegen Maria Sharapova ein. 

Nachdem Sara Errani ihren Matchball gegen die favorisierte Sam Stosur im Halbfinale der French Open zum 7:5, 1:6, 6:3-Sieg verwandelt hatte, überwältigten die kleine Italienerin die Freudentränen. So richtig konnte sie es noch gar nicht glauben, dass sie erstmals in ihrer Karriere das Finale eines Grand Slam Turniers erreicht hatte.

Entsprechend verwirrt zeigte sie sich dann auch im Siegerinterview mit Cedric Pioline auf dem Court Philippe Chatrier. "Ich kann es noch gar nicht glauben, dass ich morgen das Finale spielen darf", stammelte sie überwältigt von ihren Gefühlen, verbesserte sich aber sofort: "Ich meine natürlich übermorgen."  

Dort trifft sie auf Maria Sharapova, die mit dem ersten Einzug ins Endspiel auch die Rückkehr an Weltranglistenposition eins schaffte. So ganz falsch lag Errani aber nicht, morgen wird sie zunächst das Endspiel in der Doppelkonkurrenz bestreiten dürfen, darf sogar auf das Double hoffen.

Dank Errani steht nun bereits im dritten Jahr in Folge eine Italienerin im Finale von Roland Garros. 2011 war Francesca Schiavone an Li Na gescheitert, 2010 hatte Schiavone den Titel gewonnen – damals im Finale ausgerechnet gegen Stosur.

Errani dreht Rückstand gegen Stosur zum Satzgewinn

Die Australienerin Stosur hatte gegen Errani mit drei Assen in ihrem ersten Aufschlagspiel und einem schnellen Break eigentlich einen Traumstart hingelegt. Doch die 2:0-Führung hatte ihr keine Sicherheit gegeben. Im Gegenteil, Stosur verkrampfte und reihte Fehler an Fehler.

Errani holte sich jeweils zu null das Rebreak und anschließend auch ihr eigenes Service und glich aus. Beide hielten in der Folge zwar ihre jeweiligen Aufschlagspiele, doch Errani hinterließ den insgesamt deutlich besseren Eindruck. Die Gründe dafür analysierte Nick Bollettieri, der Errani im Alter von 12 einige Monate in seiner Akademie betreut hatte, ehe sie das Heimweh die kleine Italienerin zurück nach Europa trieb.

"Errani ist klein, aber hat schnelle Füße und bleibt immer in der Balance", twitterte Bollettieri und kritisierte Stosur. "Sie ist größer, stärker, aber hat heute eine fragwürdige Beinarbeit." Und das rächte sich, als Stosur bei Breakball gegen sich einen Vorhandvolley völlig verpatzte und ihrer Gegnerin dadurch Gelegenheit gab, den ersten Satz mit eigenem Aufschlag zu beenden.

Stosur gleich aus, doch Errani entscheidet den dritten Satz für sich

Im zweiten Satz wendete sich das Blatt. Plötzlich produzierte Errani die Fehler und Stosur wirkte deutlich konzentrierter. Die erneut schnelle 2:0-Führung konnte sie diesmal bestätigen und dank deutlich druckvolleren Spiels – ihrem Wham-Bam-Sam-Style, wie es ein amerikanischer Kollege dieser Tage nannte – und der daraus resultierenden größeren Anzahl an Winnern auf 5:0 ausbauen.

Errani ersparte sich durch ein gewonnenes eigenes Service-Game zwar den Bagel, den Satzgewinn von Stosur in nur 36 Minuten konnte sie allerdings nicht verhindern. Die Australierin war gepusht von dem schnellen Satzausgleich natürlich "on fire". Doch offenbar auch ein wenig übermotiviert und ungestüm. Zehn Unforced Errors in den ersten drei Spielen des entscheidenden Durchgangs ermöglichten der eben noch demontierten Errani den Weg zurück in das Match und eine schnelle 3:0-Führung.

Doch auch sie konnte den Vorsprung nicht halten, Stosur kam zurück und glich wieder aus. Errani blieb allerdings konzentriert, ließ sich dadurch nicht verunsichern gewann das siebte Spiel zu null, nahm der sichtlich nervösen Stosur das Service ab und zog ins Finale der French Open ein.

Sharapova im Endspiel der French Open

Dort trifft Errani auf die ab Montag wieder an der Weltranglistenspitze geführten Maria Sharapova, die sich glatt mit 6:3, 6:3 gegen Wimbledonsiegerin Petra Kvitova durchsetzte. "Ich bin glücklich im Finale zu stehen und vor allem auch wieder ganz oben zu stehen, nach meiner schweren Schulterverletzung." 

Auf dem Weg ins Endspiel hatte sich Sharapova auch von den widrigen äußeren Bedingungen in Paris nicht aus dem Konzept bringen lassen. Mit einem Ass beendete sie nach gerade einer Stunde und 17 Minuten Spielzeit ihre gelungene Revanche für ihre Finalpleite in Wimbledon 2011 perfekt.

Malte Asmus 

sportal.de / sportal

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