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Tennis: Kohlschreiber schlägt Roddick in Cincinnati

In Cincinnati schlagen die Damen und Herren gemeinsam auf, etwas unerwartet sorgte dabei mit Philipp Kohlschreiber ein deutscher Spieler für die Überraschung. Bei den Damen konnte nur Andrea Petkovic überzeugen.

Philipp Kohlschreiber ist mit einem Paukenschlag in das ATP-Masters von Cincinnati gestartet. Der in der Weltrangliste auf Position 47 abgerutschte Deutsche besiegte in der ersten Runde den US-Amerikaner Andy Roddick 6:7, 7:5, 6:1 und trifft nun auf den Spanier Feliciano Lopez.

In der Damen-Konkurrenz musste das aufstrebende deutsche Team ein paar Rückschläge verkraften. Während Andrea Petkovic nach hartem Kampf gegen Jarmila Gajdosova (AUS) noch den Kopf aus der Schlinge ziehen konnte, mussten Julia Görges und Sabine Lisicki frühzeitig die Segel streichen. Vor allem für Lisicki war die Niederlage ein Rückschlag, in der vergangenen Woche in Toronto war sie nicht am Start und so wird sie ohne ausreichende Spielpraxis in die US Open gehen müssen.

Roddick ist trotzdem zufrieden

Kohlschreiber, der seit seinem Turniersieg in Halle bei keinem Turnier mehr als zwei Spiele gewinnen konnte, zeigte gegen Roddick eine couragierte Leistung und ließ sich auch nicht vom Verlust des ersten Satzes aus dem Konzept bringen. Spätestens als er im zweiten Satz gegen die Vorentscheidung ankämpfte und ein Rebreak schaffte, war der Glaube an die eigene Stärke zurück.

Roddick wiederum brachte den Vorsprung nicht ins Ziel, ließ dabei zu viele Chancen liegen, was vor allem an der fehlenden Matchpraxis lag - für Roddick war es das erste Match seit Wimbledon. "Ich habe zwei Sätze ganz ordentlich gespielt", sagte Roddick nach dem Match laut atpworldtour.com. "Morgen früh werde ich mich beim Aufwachen trotzdem besser fühlen, als ich es heute morgen getan habe. Ich bin nicht mehr ganz so beunruhigt wegen New York."

Strafpunkt für Roddick

"Ich habe Mitte des zweiten Satzes endlich angefangen, seinen Service besser zu lesen. Das war der Schlüssel zum Sieg", freute sich Kohlschreiber. Die Entscheidung auf dem Centre Court fiel zu Beginn des dritten Satzes bei einer 1:0-Führung für den Deutschen. Nach einem Doppelfehler zum 30:40 drosch der zuvor bereits verwarnte Roddick den Ball wütend auf die Tribüne und bekam somit vom Referee einen Strafpunkt, was gleichbedeutend mit einem Break zum 0:2 war.

"Ich dachte nur: Hoffentlich spielt er jetzt nicht sein bestes Tennis, weil er so wütend ist und jeden Ball mit voller Kraft schlagen will", meinte Kohlschreiber. Die Sorge war unbegründet. Roddick verlor total seine Linie, fluchte, schrie und zertrümmerte seinen Schläger.

Tommy Haas musste dagegen ein weiteres Erstrunden-Aus verkraften. Gegen Juan Monaco zeigte der in der Weltrangliste nur noch auf Rang 503 geführte Haas eine engagierte und gute Leistung, nahm dem favorisierten Argentinier sogar einen Satz ab und verlor denkbar knapp 7:6, 4:6, 3:6.

Petkovic siegt im Krimi

Petkovic hat zum Auftakt in Cincinnati ein totales Debakel für die deutschen Damen gerade noch verhindert. Die Weltranglisten-Elfte aus Darmstadt setzte sich in ihrem Erstrunden-Match mit Mühe nach 2:52 Stunden gegen die Australierin Gajdosova durch. Ihre nächste Kontrahentin ist Sofia Arvidsson aus Schweden.

Petkovic musste gegen die an Weltranglisten-Position 30 geführte Gajdosova mehr kämpfen als erwartet. Nach verlorenem ersten Durchgang brauchte die 23-Jährige anschließend sechs Satzbälle, um zum 1:1 auszugleichen. Im Entscheidungs-Durchgang spielte Petkovic dann überlegen und kam letztlich verdient weiter.

"Es war definitiv ein Krimi. Ich bin froh, dass ich das gedreht habe. Solche Partien machen einen immer stärker, als wenn man gut spielt - dann ist es immer einfach zu gewinnen", betonte Deutschlands Nummer eins.

Die Suche nach der Leichtigkeit

Wimbledon-Halbfinalistin Lisicki und auch Görges hatten zuvor ihre Auftaktpartien beim mit 2,05 Millionen Dollar dotierten Event überraschend verloren. Lisicki unterlag Shahar Peer (Israel) mit 4:6, 6:7 (4:7), Görges der Chinesin Zheng Jie mit 2:6, 6:1, 4:6. Görges erwischte gegen Zheng Jie einen schlechten Start, dominierte jedoch im zweiten Satz und musste sich nach 1:58 Stunden erst im Tiebreak knapp geschlagen geben.

Lisicki wiederum kam gegen die auf der Weltrangliste zwei Plätze schlechter eingestufte Peer erst ins Spiel, als das Match eigentlich schon entschieden war. Die 21-Jährige lag im zweiten Satz schon 0:5 zurück. Dann wehrte sie zwei Matchbälle ab, erkämpfte sich das 5:5 und rettete sich in den Tiebreak. Da allerdings verwandelte die 24 Jahre alte Peer ihren dritten Matchball. Sie feierte nach 1:34 Stunden ihren zweiten Sieg im vierten Spiel gegen Lisicki.

sportal.de / sportal

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