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TENNIS: Martina Hingis: Peinlich, peinlich

Wer gerade eine mehr als peinliche Niederlage hinnehmen musste, sollte sich vielleicht mit Protzerei etwas zurückhalten.

Wer gerade eine mehr als peinliche Niederlage hinnehmen musste, sollte sich vielleicht mit Protzerei etwas zurückhalten. Nicht so Martina Hingis. Die Weltranglisten-Erste lächelte nach ihrer Erstrunden-Niederlage in Wimbledon, als sei überhaupt nichts passiert. »Ich kann da rausgehen und jeden schlagen«, erzählte Hingis - und ihre Zuhörer fragten sich verwundert: Hat sie nicht gerade eine ihrer peinlichsten Niederlagen einstecken müssen? Eigentlich schon, doch die 20-Jährige aus der Schweiz quasselte am Montag unbeeindruckt von der 4:6, 2:6- Schlappe gegen die Spanierin Virginia Ruano-Pascual munter drauf los: »Was soll's? Sie war heute einfach besser«.

Seltsame Schmerzen

An den eigenen Fähigkeiten zu zweifeln, darauf kommt Martina Hingis schon gar nicht. Es lag ja nicht an ihr. Es lag auch nicht an der »miserablen Fitness«, wie Martina Navratilova kritisch anmerkte. Und es lag schon gar nicht an ihrer unbelehrbaren Einstellung. »Nein, ich war in der letzten Woche nicht in der Lage zu trainieren«. Ein Hexenschuss habe sich in der Vorbereitung und während des Spiels arg mitgenommen. So, so ....

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»Ich konnte mich überhaupt nicht bewegen«, verriet sie den staunenden Zuhörern, die wie ihre Gegnerin »von einer Verletzung nichts bemerkt« hatten. Überhaupt hatte sie alles dafür getan, dass niemand auf die Idee einer gravierenden Blessur kommen konnte. Noch am Tag vor ihrem ersten Aufschlag posierte sie für ein Werbefoto ihres Ausrüsters und jonglierte einen Fußball. Ein schönes Bild, für eine Tennisspielerin mit maladem Rücken aber sicher nicht förderlich.

Flucht aus London

Martina Hingis wollte nach der Niederlage und er harschen Kritik auch »keinen Tag länger« im hochsommerlichen London bleiben. »Das Wetter ist woanders auch schön«, meinte sie. Gedacht hat sie sicher auch an das Donnerwetter, dass von Seiten der englischen Presse über sie hereinbrach. Die britischen Blätter konnten sich in ihrer Wortwahl nich zwischen Mitleid und hämischem Spott entscheiden »Sie ist ein Flop«, titelte der »Mirror«, die »Times« meinte, sie sei »verraten vom eigenen Lächeln«, und der Korrespondent des »Guardian« schrieb: »Sie hat sich selbst zerstört.«

Schelte von »Oma Navratilova«

»Schweizer Finesse allein ist nicht mehr genug«, meinte Martina Navratilova, die als Vorbild und Namensgeberin durchaus Einfluss hat. Die aktuelle Nummer eins, die diese Position bei einem neuerlichen Sieg von Venus Williams an die Amerikanerin verlieren kann, müsse ihren Aufschlag und das Überkopfspiel verbessern. Augenfällig ist überdies das Übergewicht, das durch ihr langärmliges Outfit noch betont wird.

Privates Glück?

Möglicherweise hat Martina Hingis momentan aber ganz anderes im Sinn als Siege auf dem Tennisplatz. Dem Schweizer »Blick« verriet sie, dass am Tete-a-tete mit dem 31 Jahre alten amerikanischen Staatsanwalt Chris Calkin viel Wahres dran ist. »Es ist eine ganz normale Beziehung.« Wenigstens ein Grund zum Lächeln.

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