HOME

Tennis-Sensation: Maria Scharapowa triumphiert in Wimbledon

Eiskalt und mit unglaublicher Nervenstärke hat Maria Scharapowa die Tennis-Sensation des Jahres geschafft: Die 17-jährige Russin besiegte im Finale von Wimbledon Serena Williams klar in zwei Sätzen.

Eiskalt und mit unglaublicher Nervenstärke hat Maria Scharapowa in Wimbledon die Sensation geschafft. Als erste Russin triumphierte die 17-Jährige bei den All England Championships und setzte sich am Samstag beim 6:1, 6:4 mit Anmut gegen das Power- Tennis von Titelverteidigerin Serena Williams durch.

Überglücklich sank die Siegerin nach dem Matchball auf die Knie und schlug die Hände vors Gesicht, bevor sie sich in die Arme ihres in Tränen aufgelösten Vaters Juri flüchtete. "Ich verdanke ihm alles", sagte der Teenager. Für ihren ersten Grand-Slam-Titel kassierte Scharapowa 840 000 Euro Preisgeld; Serena Williams bekam die Hälfte.

Als zweitjüngste Spielerin seit Martina Hingis, die bei ihrem Sieg 1997 fünf Monate jünger war, bekam die in Florida lebende "Tennis- Beauty" die Venus-Rosewater-Trophäe überreicht. Ein bitterer Moment für Serena Williams, die den dritten Sieg in Serie verpasste und das zweite von acht Grand-Slam-Finals verlor, was ihr zuletzt bei den US Open 2001 gegen ihre Schwester Venus widerfahren war. An Serena Williams gerichtet sagte Scharapowa: "Danke, dass ich mir die Schale für ein Jahr ausborgen kann." Die 22 Jahre alte Amerikanerin erwies sich als faire Verliererin: "Es war nicht mein Tag. Aber Maria hat ein wirklich großes Match gespielt."

Bei den Londoner Buchmachern war Serena Williams die haushohe Favoritin. Doch Maria Scharapowa gefiel die Rolle des unterschätzten Youngsters. Nach dem Einspielen verabschiedete sie sich schnell noch einmal vom Center Court, was ihre Gegnerin sich noch sicherer fühlen ließ. Dann aber schlug die kühle Blonde eiskalt zu. Ohne eine Miene zu verziehen, holte sie den ersten Satz und ließ sich auch von einem Aufschlagverlust im zweiten Durchgang nicht aus der Erfolgsspur drängeln.

Wer auf dem Platz hypernervös war, wurde sogleich deutlich. Die ungleich erfahrenere Williams verlor den Vorsprung prompt wieder und schoss sich bei einem verunglückten Volley den Ball mitten ins Gesicht. Der flehende Blick zum Wolken verhangenen Londoner Himmel half ihr auch nicht. Der Titel-Hattrick blieb ein Wunschtraum.

Vorjahressieger Roger Federer packte seine Titelhoffnungen im verregnetsten Wimbledon seit Menschengedenken dagegen souverän in trockene Tücher und zog souverän ins Endspiel am Sonntag (15.00 Uhr MESZ) gegen den Amerikaner Andy Roddick ein. In der Hängepartie gegen Sebastien Grosjean kannte der Schweizer keine Gnade und demonstrierte beim 6:2, 6:3, 7:6 (8:6) eindrucksvoll seine Übermacht. Nur 1:59 Stunden dauerte das einseitige Halbfinale, in dem es dem Franzosen nichts nutzte, dass die Partie tags zuvor im dritten Satz beim Stande von 4:3 für den aufschlagenden Topfavoriten vertagt worden war. Roddick rang den Kroaten Mario Ancic mit 6:4, 4:6, 7:5, 7:5 nieder.

«Wenn man so gut gespielt hat und einem nur noch zwei Punkte fehlen, dann kann man sehr gut schlafen», sagte Federer und ließ sich von den knapp 14 000 Zuschauern auf dem für einen kurzen Moment sonnenüberfluteten Center Court feiern. «Ich bin unheimlich froh, wieder im Finale zu sein», gestand Federer. Im Tiebreak des letzten Satzes verfolgten ihn zwar die schlechten Erinnerungen an das Viertelfinale gegen Lleyton Hewitt. Doch der zweite Satzverlust im gesamten Turnierverlauf blieb dem Turnierfavoriten, der an die Klasse eines Pete Sampras heranreicht, erspart.

Andy Roddick holte der Regen auch am Samstag wieder ein. Hatte er sich tags zuvor über die Zwangspause noch geärgert, so durfte er nach rund einer Dreiviertelstunde der Wiederaufnahme froh sein, den Platz fluchtartig verlassen zu dürfen. Seinen 6:4, 4:3-Vorsprung hatte er verspielt, musste den Ausgleich hinnehmen und lag im dritten Satz bei eigenem Aufschlag mit 4:5 zurück. Doch mit Glück und Geschick zog der US-Open-Sieger in sein zweites Grand-Slam-Finale ein.

Wissenscommunity