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Tennis: Sharapova ringt Lisicki in drei Sätzen nieder

Toll gekämpft, stark gespielt und trotzdem verloren – Sabine Lisicki ist im Achtelfinale der Australian Open gegen Maria Sharapova ausgeschieden. Nach drei packenden Sätzen und 2:15 Stunden Spielzeit durfte die Russin wie schon bei ihrem Halbfinalsieg in Wimbledon im letzten Jahr jubeln.

Sabine Lisicki ist als letzte Deutsche bei den Australian Open im Achtelfinale gescheitert. Sie verlor nach großem Kampf gegen Maria Sharapova mit 6:3, 2:6, 3:6. Nach 2:15 Stunden verwandelte die Russin ihren zweiten Matchball. Im Viertelfinale trifft Sharapova nun auf ihre Landsfrau Ekaterina Makarova, die sich überraschend gegen Serena Williams durchgesetzt hatte.

Für Lisicki blieb wie schon nach der Halbfinalniederlage in Wimbledon die Erkenntnis, dass sie mit Sharapova zwar mithalten kann, im entscheidenden Moment aber noch den Kürzeren zieht. Das Lob ihrer Rivalin wird Lisicki dennoch gut tun. "Es war ein verdammt schweres Spiel. Sie ist eine sehr starke Gegnerin und hat mit viel Selbstvertrauen gespielt", lobte Sharapova. "Ich bin froh, dass ich weiter bin", meinte die Australian-Open-Siegerin von 2008.

Sharapova mit tollem Start 

Die Nummer Vier der Welt hatte in ihren ersten drei Partien ganze fünf Spiele abgegeben und zeigte auch zu Beginn gegen Lisicki, warum sie eine der großen Favoritinnen auf den Titel in Melbourne ist. Vom ersten Ballwechsel an war die Russin im Match und überzeugte mit druckvollem und fehlerfreiem Spiel.

Lisicki verlor gleich ihr erstes Aufschlagspiel und hatte bis zum 0:3-Rückstand ganze drei Punkte gewonnen. Dann zeigte die 22-Jährige jedoch eine ihrer großen Qualitäten: Kampfgeist! Sie arbeitete sich in die Partie hinein, reduzierte ihre Fehler und zwang Sharapova ihrerseits zu mehr Fehlschlägen.

Lisicki kämpft sich ins Match

Das erste Rebreak mag die Russin noch aus Ausrutscher hingenommen haben, doch nach dem zweiten Aufschlagverlust und dem 3:3-Ausgleich war die Sicherheit in ihrem Spiel dahin.

Als die Deutsche mit 4:3 in Führung gegangen war, brachte sich Sharapova mit einem Doppelfehler zum 5:3 selbst auf die Verliererstraße im ersten Durchgang. Die 24-Jährige bekam im nächsten Aufschlagspiel von Lisicki zwar noch zwei Breakchancen, doch die wehrte die Deutsche bravourös ab und nutzte anschließend ihren Satzball zum 6:3.

Sharapova fängt sich wieder 

Im ersten Aufschlagspiel des zweiten Satzes verpasste Lisicki gleich die Gelegenheit, ihrer Konkurrentin Nackenschlag zu versetzen. Sharapova brachte in einem engen Spiel ihren Aufschlag durch und holte sich neues Selbstbewusstsein für den zweiten Durchgang. Ein kleiner Durchhänger brachte Lisicki entscheidend ins Hintertreffen.

Bei eigenem Aufschlag leistete sie sich beim Stand von 1:2 viele leichte Fehler und schenkte das Spiel zu null her. Diesen Fauxpas konnte sie nicht mehr reparieren, auch weil Sharapova inzwischen besser Aufschlug und der Deutschen keinen Breakball mehr gestattete. Zwei Satzbälle konnte Lisicki bei 2:5 noch abwehren, der dritte brachte den nächsten Aufschlagverlust und den Satzausgleich.

Ein dramatischer letzter Satz 

War das Match bis zu diesem Zeitpunkt schon spannend, abwechslungsreich und phasenweise sehr schön anzuschauen, wurde es im finalen Satz dramatisch und hochklassig. Beide Spielerinnen agierten auf sehr hohem Niveau und lieferten einen tollen Fight ab.

Symptomatisch war das dritte Aufschlagspiel, als Sharapova mehrfach ihren Service zu verlieren drohte. Fünf Breakbälle vergab Lisicki, die immer wieder Pech hatte, dass die Russin sich in diesen Momenten auf ihren ersten Aufschlag verlassen konnten. Nach gut 20 Minuten sicherte sich Sharapova mit einer krachenden Vorhand das Spiel zum 1:2.

Ein schwaches Aufschlagspiel reicht

Dieses hart umkämpfte Aufschlagspiel war möglicherweise der Schlüsselmoment im dritten Satz, denn wieder geriet Sabine Lisicki wenig später durch eine kleine Schwächephase ins Hintertreffen. Beim Stand von 2:3 ließ sie zunächst ihr Aufschlag im Stich und dann reichten ein Vorhand- sowie ein Rückhandfehler aus, um Sharapova das vorentscheidende Break zu bescheren.

Lisicki gab sich zwar nicht geschlagen, doch ein bisschen fehlte ihr auch das Glück. Im nächsten Spiel konterte Sharapova abermals einen Breakball mit einem tollen Service und wenig später landete ein Ball der Deutschen ganz knapp im Aus und schon lag Sharapova mit 2:5 vorne.

Den ersten Matchball bei eigenem Service wehrte Lisicki danach noch ab und verkürzte auf 3:5, mehr war jedoch nicht drin. Bei eigenem Aufschlag machte Sharapova den dritten Satz nach 58 Minuten zu sicherte sich mit dem verwandelten zweiten Matchball den Einzug in das Viertelfinale der Australian Open.

sportal.de / sportal

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