Tour de France Dopingfall nicht bestätigt


Der Führende der Bergwertung, Juan Mauricio Soler soll als vierter Fahrer der Tour de France positiv auf Doping getestet worden sein. Das meldete jetzt eine belgische Zeitung. Doch nun die Entwarnung: Ein offizielle Bestätigung für ein Vergehen gibt es nicht.

Juan Mauricio Soler, Spitzerreiter der Bergwertung bei der 94. Tour de France, ist offenbar nicht wie gemeldet, nach einer Doping-Kontrolle positiv getestet worden. Die belgische Zeitung "Het Laatste Neuws" hatte berichtet, dass der Kolumbianer als vierter Fahrer der Tour de France nach der 14. Etappe des Dopings überführt worden sei.

Der Radprofi vom Barloworld-Team, das mit einer "Wild Card" zur Tour kam, hatte die 9. Etappe in Briancon gewonnen. Bislang wurden Alexander Winokurow (Kasachstan/Astana) und Cristian Moreni (Italien/Cofidis) suspendiert. Patrik Sinkewitz vom T-Mobile-Team vom 8. Juni war während der Tour bekannt geworden.

Geschasster Rasmussen schaltet Spitzenanwalt ein

Der von seinem Rabobank-Team von der Tour de France zurückgezogene Radprofi Michael Rasmussen hat zur Entkräftung aller Vorwürfe einen dänischen Spitzenanwalt angeheuert. Wie die zuständige Kopenhagener Kanzlei bestätigte, soll der Prominentenanwalt Karoly Nemeth Rasmussen vertreten. Der Däne war am Mittwoch als Träger des Gelben Trikots von Rabobank entlassen worden, weil er zur Umgehung von Dopingkontrollen falsche Angaben über seinen Aufenthaltsort gemacht haben soll.

Aus der Anwaltskanzlei wurde weiter mitgeteilt, dass erst in einigen Tagen geklärt sei, in welcher Weise Rasmussen juristisch vorgehen will. Bislang wollten weder der Profi selbst noch Nemeth sich äußern. Der Däne hatte die Vorwürfe von Rabobank zurückgewiesen und erklärt, er sei zum fraglichen Zeitpunkt wie angegeben in Mexiko gewesen. Zeugen wollen ihn in dagegen in Italien gesehen haben.

Angesichts der Dopingvorfälle bei der Frankreichrundfahrt wird im Deutschen Bundestag erwogen, die staatliche Förderung des Spitzensports einzustellen. "Wir können mit dem Geld der Steuerzahler nicht das Doping unterstützen", sagte der Vorsitzende des Sportausschusses, Peter Danckert, der "Augsburger Allgemeinen". Eine Förderung sei nur möglich, wenn eine Disziplin "manipulations- und dopingfrei ist". Auf die Frage, ob damit die gesamte Förderung des Leistungssports in Frage gestellt sei, sagte der SPD-Politiker: "Das diskutieren wir."

Trotz deutlicher Fortschritte sieht Danckert große Defizite im weltweiten Kampf gegen das Doping. In der Ukraine, in Weißrussland oder in Kasachstan könnten Sportler schon deshalb nicht unangemeldet kontrolliert werden, weil die Kontrolleure eine Woche auf ihr Visum warten müssten. Solche Länder sollten künftig von den Olympischen Spielen ausgeschlossen werden, sagte Danckert.

DPA/AP/Reuters AP DPA Reuters

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