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Tour de France: Jan Ullrich muss weiter um einen Tour-Platz zittern

Die Bianchi-Mannschaft um Jan Ullrich muss weiter um einen Startplatze bei der Tour de France bangen. Alles hängt davon ab, ob das Team Coast disqualifiziert bleibt.

Die Zitterpartie um Jan Ullrichs Start bei der Tour de France geht weiter. Seiner neuen Bianchi-Mannschaft ist ein Startplatz für die am 5. Juli in Paris beginnende Tour in Aussicht gestellt worden. Allerdings erhielt die neue Formation am Montag in Paris keine der vier Direkt-Einladungen vom Direktorium der Frankreich-Rundfahrt, die in diesem Jahr den 100. Geburtstag feiert. Eine 22. Mannschaft darf starten, "wenn der Weltverband die Suspendierung der bereits qualifizierten Coast-Mannschaft aufrecht erhält", erklärte Tour-Vize Daniel Baal. Allerdings bestünde noch Klärungs-Bedarf mit dem Weltverband UCI.

Coast droht mit juristischen Schritten

Günther Dahms, dessen Coast-Team wegen Zahlungs-Schwierigkeiten zum zweiten Mal in dieser Saison gesperrt wurde, hatte juristische Schritte angekündigt, wenn es zu keiner gütlichen Einigung mit Bianchi und den Vertretern der Italiener kommen sollte. "Wir haben finanzielle und andere Forderungen und müssen uns jetzt schnellstens mit den Bianchi-Vertretern in Verbindung setzen. Die Zeit läuft weg", sagte Hans-Herrmann Wischnewski, der Insolvenz-Verwalter der Coast- Betreiber-Gesellschaft RSM, am Montag.

Die Nominierung in Paris verlief ganz und gar nicht nach dem Geschmack des Weltmeisters Mario Cipollini, der am Sonntag seinen ersten Etappensieg beim diesjährigen Giro d’Italia feiern konnte. Der 36-jährige Italiener aus dem Team Domina Vacanze ist zum dritten Mal hintereinander beim wichtigsten Radrennen der Welt nicht dabei. Euskatel (Spanien) und die drei französischen Teams La Boulangère, AG2R und Jean Delatour erhielten am Montag die letzten Wild Cards. Telekom und Gerolsteiner waren auf Grund ihrer Platzierung in der Weltrangliste seit Oktober startberechtigt.

Schicksal in den Händen des Insolvenzverwalters

Rudy Pevenage, Ullrich-Betreuer und avisierter Bianchi-Sportchef, war alles andere als zufrieden mit der neuesten Entwicklung um sein Team. "Unser Schicksal liegt jetzt wohl in den Händen des Insolvenzverwalters - wir werden versuchen, uns mit ihm zu einigen. Wir müssen so schnell wie möglich wieder fahren. 19 bisherige Coast- Fahrer haben bei uns Verträge unterschrieben, weil sie von Coast zuletzt nicht mehr bezahlt wurden und das Team gesperrt ist", erklärte der Belgier am Montag. In drei Tagen würden beim Weltverband alle geforderten Regularien erfüllt sein, meinte Pevenage. Ullrich soll am 31. Mai in Erfurt zum ersten Mal im Bianchi-Trikot starten.

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