Tour de France Nobody Dessel "klaut" T-Mobile Gelb


Die erste Pyrenäenetappe endete mit einer Überraschung: Cyril Dessel musste den Sieg zwar dem Spanier Juan Miguel Mercado überlassen - eroberte aber das Trikot des Gesamtführenden. T-Mobile-Manager Ludwig sah das gar nicht gerne.

Zwei Tage vor dem französischen Nationalfeiertag am 14. Juli ist bei der 93. Tour de France eine kleine Revolution ausgebrochen. Nobody Cyril Dessel aus Frankreich holte sich das Gelbe Trikot von dem Ukrainer Sergej Gontschar vom T- Mobile-Team. Die Elite-Fahrer verloren im Ziel der 10. Etappe in Pau nach 190,5 Kilometer 7:23 Minuten auf die zweiköpfige Spitze um den Etappensieger Juan Miguel Mercado und Dessel. "Heute ist es nicht so optimal gelaufen", gestand Olaf Ludwig. Der T-Mobile-Manager räumte dann aber ein, dass es taktisch nicht ungeschickt ist, morgen das französische Team Ag2r die Arbeit machen zu lassen.

Der 31-Jährige Franzose Dessel geht an der Spitze des Gesamtklassements mit 3:45 Minuten Vorsprung auf den Dritten, Gontschar, an den Start der "Königsetappe" am Donnerstag. Mercado ist nach dem zweiten Tour-Etappensieg seiner Karriere jetzt Zweiter im Gesamtklassement mit 2:34 Minuten Rückstand auf Dessel. Andreas Klöden hat 5:35 Rückstand auf den Nobody in Gelb. "Ab Kilometer 40 waren wir alleine vorn. Wir haben die ganze Zeit gut zusammen gearbeitet, deshalb hat Mercado den Etappensieg verdient. Einmal im Leben das Gelbe Trikot - das ist super", meinte Dessel zufrieden.

Jung-Profi Fothen war in Schwierigkeiten

Die erste - harmlosere - Pyrenäen-Etappe sorgte für unerwartete Turbulenzen im Gesamtklassement: Gontschar verlor nach drei Tagen das Trikot, der spanische Berg-Spezialist vergangener Tage, Iban Mayo, büßte nahe der Heimat über 15 Minuten auf die Favoriten ein. Die Gerolsteiner-Elite um Markus Fothen und Levi Leipheimer hatte Schwierigkeiten beim von vielen wahrscheinlich unterschätzen Berg-Auftakt der diesjährigen Tour. Beide retteten sich aber in der ersten Verfolgergruppe mit den Favoriten ins Ziel. Fothen fiel im Gesamtklassement auf den 13. Rang zurück, behauptete aber das weiße Trikot als bester Nachwuchsfahrer.

Mit dem Soudet (1540 Meter) und dem Marie Blanque (1035) mussten die ersten beiden hohen Berge dieser Tour bezwungen werden. Auf dem Gipfel des Marie Blanque 42 Kilometer vor dem Ziel hatte das Spitzenduo 9:15 Minuten Vorsprung auf ein etwa 30 Fahrer starkes Feld mit allen Favoriten. An der Spitze dieses Feldes wurde T-Mobile nicht müde, für Tempo zu sorgen. Landis’ Phonak-Mannschaft oder Discovery Channel mit George Hincapie musste nicht arbeiten. Im Vergleich zu dem, was die Fahrer auf der "Königsetappe" über fünf Pyrenäen-Riesen mit der Bergankunft auf dem 1860 Meter hohen Puerto de Beret erwartet, war die 10. Etappe nur ein Aufgalopp.

Landaluzes Teilnahme mit Fragezeichen

Vor allem der Drittplatzierte von Pau, Inigo Landaluze, gilt als hervorragender Bergfahrer. Eigentlich steht hinter dessen aktueller Tour-Teilnahme ein Fragezeichen, denn im Vorjahr war der Spanier positiv auf Testosteron bei der Dauphiné Libéré getestet worden. Vom Spanischen Radsport-Verband wurde er allerdings freigesprochen. Die Verhandlung vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS wurde nach einem Einspruch des Weltverbandes UCI für die Zeit nach der Tour anberaumt.

"Fabian Wegmann, der den zweiten heutigen Anstieg kannte, hatte mich gewarnt. Ich bin den Marie Blanque in meinem Rhythmus hochgefahren und habe auf die Spitze des Feldes etwas verloren. In der Ebene auf dem Weg ins Ziel konnte ich aber wieder den Anschluss schaffen. Das war heute ein ganz schöner Hammer", sagte Fothen nach der ersten Tour-Pyrenäen-Etappe seiner Karriere.

DPA DPA

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