TRIATHLON Männer und Frauen aus Eisen


Im Inselparadies Hawaii sind die deutschen Triathleten durch die Hölle gegangen, für den zweiten Sieg nach 1997 und das stattliche Preisgeld von 70 000 Dollar hat es trotzdem nicht gereicht.

Im Inselparadies Hawaii sind die deutschen Triathleten durch die Hölle gegangen, für den zweiten Sieg nach 1997 und das stattliche Preisgeld von 70 000 Dollar hat es trotzdem nicht gereicht. Thomas Hellriegel schaffte vier Jahre nach seinem größten Triumph als Dritter den Sprung auf das Siegerpodest und verdrängte aus der starken deutschen Fraktion den Vorjahresdritten Normann Stadler, den dreifachen Roth-Sieger Lothar Leder und Andreas Niedrig auf die Plätze vier, fünf und sieben. »Ich bin total froh, denn es war vor allem mental ein schwieriges Rennen. Jeder war für sich allein«, sagte der bisher einzige deutsche Hawaii- Sieger im Ziel.

Amerikanischer Sieg

Für den ersten amerikanischen Sieg seit 1995 sorgte nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen Tim DeBoom. Unter dem Jubel der 30 000 Fans auf dem legendären Alii Drive blieb für ihn nach 8:31:17 Stunden die Uhr stehen. Erst eine Viertelstunde später folgte der zweitplatzierte Neuseeländer Cameron Brown.

Nina Kraft beste Deutsche

Bei den Frauen schrieb Nina Kraft aus Braunschweig Triathlon-Geschichte. Die Siegerin des Ironman Europe in Roth wurde in 9:41:01 Stunden Dritte und sorgte damit für die beste Hawaii-Platzierung einer deutschen Triathletin überhaupt. An der Spitze konnte Titelverteidigerin Natascha Badmann einmal mehr niemand das Wasser reichen. Die unglaublich lockere Schweizerin siegte zum dritten Mal nach 1998 und 2000 in 9:28:38 vor der Kanadierin Lori Bowden.

»Ich weiß nicht, wie ich diesen Tag überlebt habe. Das war das Härteste, was ich jemals durchgemacht habe«, freute sich die Mutter einer 17-jährigen Tochter. Auch Nina Kraft strahlte: »Dass ich auf der Radstrecke so lange in Führung lag, habe ich erst gar nicht gecheckt. Das ist der größte Erfolg in meiner Karriere. Ich bin überglücklich«.

Quälende Windböen

In den endlosen Lavafeldern auf Big Island rangen 1470 Starter einmal mehr mit sengender Hitze, bis zu 60 km/h schnellen Windböen und sich selbst. Nicht wenige Stars verloren diesen einsamen Kampf. Oldie Jürgen Zäck aus Koblenz hatte sich gemeinsam mit Stadler Wochen lang in San Diego vorbereitet. Nach fünf Siegen in Roth und zwei Jahren Hawaii-Abstinenz wollte sich der 36-Jährige endlich seinen Lebenstraum erfüllen. Doch auf der Radstrecke gab Zäck entkräftet auf. Immerhin wusste er mit Vorjahressieger Peter Reid (Kanada), Luc van Lierde (Belgien) und dem sechsfachen Hawaii-Champion Dave Scott aus den USA prominente Leidensgenossen an seiner Seite.

Ex-Radprofi sorgt für Überraschung

Für Aufsehen hatte nach der ersten Disziplin ein anderer Deutscher gesorgt. Der Darmstädter Jan Sibbersen, ehemaliger Nationalmannschaftsschwimmer auf der Langstrecke, war nach 48:57 Minuten als Erster aus dem Wasser gestiegen, spielte aber bald keine Rolle mehr. Dafür drehte Steve Larson auf. Der Ex-Radprofi aus den USA trainierte früher im Team Motorola an der Seite von Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong und fuhr auf dem 180-km-Kanten nach Hawi und zurück die Konkurrenz in Grund und Boden. 5:15 Minuten Vorsprung beim Wechsel auf die Laufstrecke behauptete der Spezialist immerhin noch bis 15 Kilometer vor dem Ziel. Dort holte ihn DeBoom ein, der eine Drei-Minuten-Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens absitzen musste.

Leder mit Magenproblemen

»Laufwunder« Lothar Leder kam in seiner Spezial-Disziplin nicht mehr richtig zum Zug. Er hatte mit 12 Minuten Rückstand die Marathon-Distanz in Angriff genommen. Unterwegs plagten ihn Magenschmerzen, und obwohl Leder sich mehrmals übergeben musste, beendete der Profi das Rennen noch auf Rang fünf.


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