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Kampf gegen Voyeurismus: Drastische Maßnahme gegen Gaffer: Polizist will Schaulustigen Leiche zeigen

Ein Mann stirbt bei einem Verkehrsunfall. Gaffer schleichen vorbei und machen Fotos. Die Polizei in Bayern hat nun zu einem drastischen Schritt gegriffen: "Sie wollen Tote sehen? Dann kommen Sie!"

Gaffer an einer Unfallstelle

Gaffer an Unfallstellen sind für Rettungskräfte inzwischen ein ebenso gewohntes wie trauriges Bild (im Foto: ein Unfall auf der A100 in Berlin 2017)

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Sichtschutzwände, Bußgelder oder das Bespritzen mit Wasser – im Kampf gegen Gaffer bei Verkehrsunfällen haben Einsatzkräfte schon viel Fantasie bewiesen, leider oftmals ohne Erfolg. Immer noch kann regelmäßig beobachtet werden, wie Autofahrer im Schritttempo an Unfallstellen vorbeifahren, Fotos machen oder die Rettungskräfte behindern.

Die Polizei in Bayern hat nun mit einer neuen Methode versucht, dem pietätlosen Verhalten von Schaulustigen Einhalt zu gebieten. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, stellte der Einsatzleiter der Verkehrspolizei Feucht Gaffer bei einem Unfall auf der A6 zwischen Roth und dem Kreuz Nürnberg-Süd direkt zur Rede – und wollte sie zu dem tödlich verunglückten Unfallopfer führen.

Polizist konfrontiert Gaffer mit ihrem Verhalten

Ein 47-jähriger Lkw-Fahrer war dort gestorben, nachdem er laut Polizei aus ungeklärter Ursache mit seinem Sattelzug auf einen anderen Lastwagen aufgefahren war.

Direkt an der Unfallstelle forderte  Einsatzleiter Stefan Pfeiffer einen mutmaßlichen Gaffer auf, aus seinem weißen Kastenwagen auszusteigen.

"Kommen Sie raus, ich zeigen Ihnen etwas", sagte der Beamte in Englisch vor laufender BR-Kamera zu dem tschechischen Fahrer des Kleintransporters – um ihn dann mit seinem Verhalten zu konfrontieren: "Sie wollen Tote sehen? Fotos von ihnen machen? Dann kommen Sie!", so der Polizist, während er den Tschechen in Richtung des Unfallopfers führte. "Da drüben liegt er. Wollen Sie ihn sehen?" – "Nein." – "Nein? Warum machen Sie dann Fotos? Wenn Sie wollen, können Sie ihm auch 'hallo' sagen (...) Schämen Sie sich!" 

Wenig später stellte der Autobahnpolizist einen weiteren mutmaßlichen Gaffer zur Rede. "Sehen Sie sich ihn an! (...) Sie wollen ihn nicht sehen? Warum machen Sie Fotos von ihm? (...) Schämen Sie sich."

Die beiden gezeigten Männer gaben sich nach der Konfrontation kleinlaut und möglicherweise einsichtig – genau das ist das Ziel der Polizei: "Sie müssen merken, was sie eigentlich tun und wir stellen fest, dass das direkte Konfrontieren mit der Situation die Leute schockiert und klar macht, dass das kein Spiel ist. Das ist bittere Realität", sagte Einsatzleiter Pfeiffer zum BR.

Der Beamte wird nahezu täglich mit schweren Verkehrsunfällen und Gaffern konfrontiert. Bereits 2017 schilderte er im stern-Interview den Wahnsinn auf den Autobahnen: "Vorbeifahrende Autofahrer bremsen abrupt ab und schleichen dann im Schritttempo an der Unfallstelle vorbei, halten das Handy aus dem Fenster, filmen und fotografieren drauflos. Das ist leider mittlerweile üblich."

Die nach dem jüngsten Unfall  auf der A6 erwischten Gaffer am Mittwoch müssen nun ein Bußgeld von 128,50 Euro zahlen. Viel wichtiger als Strafen sei Pfeiffer jedoch die Einsicht der Verkehrsteilnehmer, sagte er 2017. "Das grenzt schon an Geschmacklosigkeit. Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären schwerverletzt und andere filmen die Szene, um das Video dann im Freundeskreis herumzuzeigen oder bei Facebook hochzuladen."(Lesen Sie dazu hier im stern: "Polizei geht gegen Gaffer vor – und schlägt sie mit ihren eigenen Waffen")

Drastisches Video: Feuerwehr dreht Clip gegen Gaffer - und landet Internet-Hit

Quellen: Bayerischer RundfunkPolizeipräsidium Mittelfranken

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.