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Urteil: Rocchigiani von 1998-2000 Box-Weltmeister

Ein Gericht entschied, dass der Boxer Graciano Rocchigiani vom 21. März 1998 bis zum 15. April 2000 Weltmeister im Halbschwergewicht war.

Der Berliner Graciano Rocchigiani war Weltmeister im Halbschwergewicht des World Boxing Councils (WBC) vom 21. März 1998 bis zum 15. April 2000. Dieses Urteil fällte ein Bezirksgericht in Manhattan unter Vorsitz von Richter Richard Owen, wie Rocchigianis Rechtsanwalt Richard Dolan mitteilte.

Jones habe Titel freiwillig abgegeben

Owen sei zu der Feststellung gekommen, dass der damals vom WBC als Weltmeister geführte Roy Jones Jr. 1997 seine "Position als Champion freiwillig abgegeben habe". Der Amerikaner hatte seinerzeit erklärt, ins Schwergewicht wechseln zu wollen. Den daraufhin vakant gewordenen WBC-Gürtel habe sich Rocchigiani mit seinem Punktsieg am 21. März 1998 in Berlin gegen Michael Nunn (USA) erkämpft. Drei Monate danach war ihm aber vom WBC der WM-Titel ohne plausible Erklärung wieder aberkannt worden und Jones Jr. wurde wieder als Weltmeister geführt.

Im Besitz des WM-Titels war Rocchigiani laut Gerichtsurteil bis zu seiner ersten Niederlage am 15. April 2000, als er in Hannover gegen Dariusz Michalczewski aus dem Hamburger Universum Boxstall in der zehnten Runde durch technischen Knockout verlor.

Schadensersatz

Das Gericht sprach Rocchigiani in dem Rechtsstreit mit dem WBC außerdem insgesamt knapp 31 Millionen Dollar Schadensersatz zu. Der 39 Jahre alte Ex-Weltmeister war vergangenen November nach 279 Tagen Haft wegen Körperverletzung und Fahren ohne Führerscheins aus dem Gefängnis entlassen worden. Er bestreit am 10. Mai in Stuttgart gegen den Berliner Thomas Ulrich sein Comeback. Den letzten seiner bislang 47 Profikämpfe hatte "Rocky" am 10. Februar 2001 in Berlin gegen Willard Lewis (Kanada) nach Punkten gewonnen.

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