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Vierschanzentournee: Deutsche Skispringer stürzen ab

Im Dauerregen von Oberstdorf hat das deutsche Team die schlechteste Mannschaftsleistung seit 1992 abgeliefert. Von sieben Startern schafften es nur zwei in den Finaldurchgang. Der Sieg beim Auftaktspringen ging nach Österreich.

Martin Schmitt und Pascal Bodmer von den Podestplätzen weit entfernt, der enttäuschende Rest nicht einmal im Finale: Im strömenden Regen von Oberstdorf haben die DSV-Adler beim Tournee-Auftakt Schiffbruch erlitten und schon zum Auftakt der Traditionsveranstaltung alle Chancen in der Gesamtwertung eingebüßt. Als bester deutscher Springer kam Bodmer (Meßstetten) auf Rang zwölf, Schmitt (Furtwangen) wurde 23.

Schlechtestes Teamergebnis seit 1992

Es war das schlechteste Teamergebnis bei der Tournee seit Einführung des K.o.-Springens 1992. Den Sieg vor 22.000 Zuschauern sicherte sich der Österreicher Andreas Kofler mit Sprüngen auf 125 und 134 Meter vor dem Finnen Janne Ahonen, der bei seinem Comeback mit 116,5 und 137 Metern auf Platz zwei sprang. Dritter wurde der Österreicher Thomas Morgenstern (124,5 und 126,5).

"Das war der schlechtmöglichste Auftakt für uns. Man muss bei diesen Bedingungen sehr präzise springen, das ist uns nicht gelungen. Wir werden es bei der nächsten Station aber besser machen", sagte Bundestrainer Werner Schuster. Auch Schmitt war deprimiert: "Das Teamergebnis ist sicherlich ausbaufähig. Natürlich sind wir sehr enttäuscht."

Dauerregen und wechselnde Winde

Bei Dauerregen und wechselnden Winden dauerte das erste Springen der 58. Tournee-Auflage mehr als zwei Stunden und zerrte an den Nerven der Athleten. Schmitt war mit 96 Metern im ersten Durchgang bereits ausgeschieden, ehe sich die Jury nach 20 Springern für einen Neustart entschied. Doch der Team-Olympiasieger von 2002 konnte das Geschenk der Wettkampfleitung nicht annehmen.

Zwar sprang der 31-Jährige zunächst mit 115,5 Metern auf Rang 15. Im zweiten Durchgang landete Schmitt aber bereits nach 108 Metern und fiel weit zurück. "Ich habe mich hier von Anfang an sehr schwer getan. Ich musste mich extrem auf die einzelnen Dinge konzentrieren, im zweiten Sprung hat mir dann vielleicht etwas die Kraft gefehlt", sagte der Vizeweltmeister, der sich im Ziel frustriert in die Bande fallen ließ.

Uhrmann: "Die Tournee ist vorbei"

Bodmer blieb im großen Trubel zwar ruhig, dennoch konnte auch der Senkrechtstarter der Saison nicht mit den Besten mithalten. Mit Sprüngen auf 118,5 und 122 Meter zeigte der 18-Jährige dennoch, dass er derzeit die Führungsfigur im deutschen Team ist. "Ich bin sehr zufrieden. Zwei so gute Sprünge habe ich schon lange nicht mehr hinbekommen", sagte der Shootingstar. Auch die beiden Topfavoriten Simon Ammann (Schweiz/5.) und Gregor Schlierenzauer (Östereich/9.) hatten mit dem Wetter zu kämpfen und erhielten einen Dämpfer.

Die weiteren deutschen Starter erreichten nicht einmal den zweiten Durchgang. "Die Tournee ist vorbei, da kann ich einen Haken hinter machen", sagte Michael Uhrmann (Rastbüchl) gefrustet. Der 31-Jährige kam bei katastrophalen Bedingungen gerade einmal auf 93,5 Meter und kann in den folgenden drei Wettkämpfen in Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen nur noch Schadensbegrenzung betreiben. "Der Frust ist groß. Der Sprung war sicher keine Granate, aber so etwas ist mir schon lange nicht mehr passiert", sagte Uhrmann.

Neumayer verlor Ahonen-Duell

Pech hatte Michael Neumayer, der mit 113,5 Metern zwar einen ordentlichen Sprung zeigte, das direkte Duell gegen den fünffachen Tourneesieger Ahonen aber verlor und auch über die Zusatzwertung der fünf besten Verlierer knapp das Nachsehen hatte. "Von den Punkten her liege ich auf Rang 22, dennoch bin ich draußen. Manchmal ist das System eben gemein", sagte der Tournee-Dritte von 2007/2008.

Enttäuschend verlief der Auftakt auch für Richard Freitag (Aue, 99,5 Meter), Stephan Hocke (Schmiedefeld, 99,5 Meter) und Andreas Wank (Oberhof, 107,5 Meter), die ihre Skier allesamt nach dem ersten Durchgang wieder einpacken mussten.

DPA / DPA

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