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Volvo Ocean Race: Katz-und-Maus-Spiel auf dem Meer

70.000 Zuschauer und mehr als 1500 Begleitboote haben beim Start-Poker zur ersten Hochsee-Etappe im Volvo Ocean Race vor der spanischen Atlantikküste für eine eindrucksvolle Kulisse gesorgt.

Bei Regenschauern und leichten drehenden Winden schickte Spaniens König Juan Carlos die sieben Yachten von Vigo in die mit 6400 Seemeilen zweitlängste Teilstrecke des Meeres-Marathons nach Kapstadt. Nachdem am Samstag das favorisierte Trio mit der spanischen "Movistar", der schwedischen "Ericsson" und der amerikanischen "Black Pearl" in Führung gegangen war, gab es am Sonntag überraschende Positionswechsel.

Rennen bis Anfang Dezember

"Es ist hier draußen wie in einem Katz-und-Maus-Spiel", sagte "Movistar"-Skipper Bouwe Bekking (Niederlande), dessen spanische Yacht als Top-Favoritin in die neunte Auflage des Ocean Race gestartet ist, sich aber nach den ersten 24 Stunden nur auf Platz fünf wiederfand. Auf der "Ericsson" musste der Münchner Vorschiffsmann Tony Kolb am Sonntag zunächst mit Platz vier zufrieden sein. Der Rückstand auf die Spitzenreiter betrug jedoch nur 29 Seemeilen. In Führung lag die jüngste Crew des Feldes auf der niederländischen "ABN Amro 2" vor ihrem Schwesterschiff "ABN Amro 1" und "Brasil 1" mit Doppel-Olympiasieger Torben Grael.

Der 29 Jahre alte Wahl-Bremer Kolb, einziger deutscher Teilnehmer im Rennen, freute sich, dass der ganze Trubel der Vorbereitung für das härteste Wettrennen um die Welt vorbei war. "Endlich sind wir draußen auf See", ließ er die Daheimgebliebenen wissen und blickte schon voraus: "Am meisten hassen werde ich die quälende Flautenregion am Äquator." Die so genannten Doldrums werden die Teams nach etwa einem Drittel der Etappe über 6400 Seemeilen nach Südafrika erreichen. Im sommerlichen Kapstadt werden die insgesamt 70 Segler Anfang Dezember erwartet.

Tatjana Pokorny/DPA

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