Wimbledon Schüttler träumt vom großen Coup


Rainer Schüttler träumt weiter von der Vorschlussrunde in Wimbledon. Sein Viertelfinal-Match gegen den Franzosen Arnaud Clement musste am Mittwoch bei 1:1-Satzausgleich wegen Dunkelheit abgebrochen werden. Die Entscheidung fällt heute ab 14 Uhr - wenn das Wetter mitspielt.

Im Geduldsspiel von Wimbledon ist Rainer Schüttler das Licht ausgegangen. Nach stundenlangem Warten im Regen von London musste das erste Viertelfinale des 32-Jährigen auf dem "Heiligen Rasen" gegen den Franzosen Arnaud Clement am Mittwochabend in der Dunkelheit vertagt werden. Die Partie wird an diesem Donnerstag beim Stand von 6:3, 5:7 aus Sicht des Korbachers fortgesetzt.

Im Halbfinale wartet Nadal

Der Sieger trifft im Halbfinale des Grand-Slam-Tennisturniers in London auf den Spanier Rafael Nadal, der im "Muskelspiel" gegen Publikumsliebling Andy Murray mit 6:3, 6:2, 6:4 klar der Stärkere war.

"Rasen-König" Roger Federer hat derweil seine schlechten Erinnerungen endgültig begraben. Mit einem 6:1, 7:5, 6:4- Erfolg über seinen letzten Bezwinger Mario Ancic stürmte der Branchenprimus von Regenpausen begleitet ins Halbfinale und kam mit dem 64. Seriensieg auf Gras seinem sechsten Triumph bei den All England Championships einen großen Schritt näher. In den beiden Vorjahren war dort Nadal der Gegner, der gegen Murray zeigte, dass er in prächtiger Form ist.

"Ich habe großartig gespielt und exzellent aufgeschlagen", sagte Federer, der gegen Ancic vor sechs Jahren in der ersten Runde die letzte Niederlage auf Gras kassiert hatte, seither aber in 39 Matches auf dem "Heiligen Rasen" ungeschlagenen geblieben ist. In der Vorschlussrunde trifft er an diesem Freitag auf Marat Safin, der sich mit einem 3:6, 7:5, 7:6 (7:1), 6:3 gegen den Spanier Feliciano Lopez für sein erstes Halbfinale in Wimbledon qualifizierte.

Das Aus für den Publikumsliebling

"Schau her, das sind Muskeln", hatte der "Observer" am Morgen vor Murrays großem Spiel unter ein Bild geschrieben, das den Bizeps von Nadal zeigte. Tatsächlich konnte der Publikumsliebling nicht die Muskeln spielen lassen wie noch im Achtelfinale gegen den Franzosen Richard Gasquet. Nach 0:2-Satzrückstand hatte der 21-jährige Schotte das Spiel gedreht und die 15 000 Zuschauer auf dem Center Court in Ekstase versetzt. Das war gegen Nadal anders, der von der ersten Sekunde an das Match dominierte.

Im Halbfinale erwartet den 21 Jahre alten viermalige French-Open- Sieger nun ein Spiel der Gegensätze. Der 32-jährige Schüttler und der zwei Jahre jüngere Clement sind die beiden ältesten noch im Turnier verbliebenen Spieler. Zudem sind sie als Nummer 94 (Schüttler) bzw. 145 (Clement) die in der Weltrangliste am schlechtesten positionierten Viertelfinalisten. Keine Frage, wer der Favorit ist.

Kieder und Kohlschreiber zu Olympia

Nicolas Kiefer und Philipp Kohlschreiber durften sich derweil über eine Nachricht des Tennis-Weltverbandes ITF freuen. Nach Rücksprache mit den nationalen Olympischen Komitees wurden die von Ana Ivanovic und Roger Federer angeführten Felder für das olympische Turnier bekanntgegeben. Die in Wimbledon lange ausgeschiedenen Kiefer und Kohlschreiber sind dabei - Schüttler nicht. Ein Fragezeichen steht noch hinter Denis Gremelmayr. Der Lampertheimer hat die Norm des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nicht erfüllt, wohl aber die der ITF. Der Weltverband kündigte weitere Gespräche mit dem DOSB und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) an.

Hoffnung für Masters am Rothenbaum

Unterdessen wurde in Wimbledon auch bekannt, dass der Deutsche Tennis Bund (DTB) im Kampf um das Masters-Turnier am Hamburger Rothenbaum wieder Hoffnung auf eine außergerichtliche Einigung mit der neu formierten Spitze der ATP-Tour hegt. "Ich habe in Wimbledon zwei Tage mit der ATP gesprochen", erklärte DTB-Präsident Georg von Waldenfels. Auch die Spitzenspieler mit Federer und Nadal an der Spitze sollen auf einen Kompromiss drängen. Vor einem Gericht in Delaware beginnt am 21. Juli der Prozess, in dem der DTB dagegen klagt, dass die ATP dem Masters- Turnier am Rothenbaum von 2009 an den Status aberkannt hat.

DPA DPA

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